Trends und ich. Es ist eine Hassliebe. Natürlich weiß ich, was kulinarisch gesehen gerade ein MUST ist. Aber genau da fängt bei mir die Schwierigkeit schon an. In MUST steckt müssen, und wenn es um meine Freizeit geht, reagiere ich auf allzu viele Verpflichtungen ein wenig allergisch. Boykott ist manchmal der erste Impuls, gefolgt von einer kritisch-vorsichtigen Testrunde. Erst dann, wenn mich das Ergebnis wirklich überzeugt, hole ich das Surfbrett raus und reite ein wenig auf der Modewelle mit.

 

 

Insofern ist es also nicht verwunderlich, dass ich auch den omnipräsenten Zucchininudeltrend monatelang verfolgte, ohne mit an der Spiralschneiderparty teilzunehmen. Erst nachdem alle Welt ihren Gemüsegarten einmal über die Klinge hat springen lassen, hat sich auch bei mir so ein Surfbrett Wundergerät in der Küche breit gemacht. Ich kann nicht behaupten, dass ich ab sofort jede Pastamahlzeit für einen rohköstlichen, veganen und glutenfreien Teller links liegen lassen würde. Aber in der Variante mit gebratenen Kräuterseitlingen, Avocado und Thaibasilikum haben mir diese aus gelben und grünen Zucchini zubereiteten Veggie-Linguine ausgesprochen gut geschmeckt.

 

 

Zucchini-Linguine mit Avocado und Kräuterseitlingen 

(4 Personen)

Zutaten:
3-4 Zucchini
¼ TL Salz
1 Knoblauchzehe, fein gerieben
6-8 Kräuterseitlinge
1-2 EL Rapsöl
abgeriebene Schale ½ Zitrone
1 Avocado
frisches Thaibasilikum und rotes Basilikum
2 EL Walnussöl
2 TL Zitronensaft
2 TL weißer Balsamico
1 TL Akazienhonig

Zum Garnieren:
Alfalfa- oder Radieschensprossen
ein paar Basilikumblätter

Zubereitung:

1. Die Zucchini waschen und trocknen, mit einem Spiralschneider in dünne Linguine drehen. In eine Schüssel geben und ¼ TL Salz darüber streuen, mit den Händen gut untermischen. Ca. 15-20 Minuten stehen lassen, dann das Wasser vorsichtig ausdrücken.

2. Die Kräuterseitlinge in dünne Streifen schneiden. Eine schwere Pfanne erhitzen, das Rapsöl hineingeben und den Knoblauch kurz darin anschwitzen. Die Pilzscheiben dazu geben und von beiden Seiten goldbraun braten. Herausnehmen, salzen und pfeffern. Die Avocado vom Stein lösen und in Würfel oder Halbmonde schneiden. Die Basilikumblätter waschen und trocken schütteln, einen Teil der Blätter fein hacken, den Rest zum Garnieren beiseite legen.

3. Die abgetropften Zucchininudeln mit den Pilzen, den Kräutern und dem Zitronenabrieb in eine Schüssel geben und alles gut miteinander vermengen. Aus Walnussöl, Zitronensaft, Balsamico und Honig ein Dressing rühren. Erst die Avocadostücke, dann das Dressing mit in die Schüssel geben und alles vorsichtig (am besten mit den Händen) untermischen, so dass die Avocadostücke nicht zerdrückt werden.

4. Die Zucchinilinguine auf Tellern anrichten, mit Sprossen und den restlichen Basilikumblättern garnieren und mit frisch gemahlenem Pfeffer bestreuen.

 

8 Kommentare zu “Erst der Boykott, dann das Vergnügen: Zucchini-Linguine mit Avocado, Kräuterseitlingen und Thaibasilikum”

  1. Arthurs Tochter

    “den Garten über die Klinge springen lassen” …
    Made my day! :)

  2. Krisi

    Hihi, ich verstehe dich und kenne das selber von mir. Wenn alle nur davon reden, das man das haben muss – Nein, danke! Ich habe schon lange einen Spiralschneider und war damit wohl, was äusserst selten passiert, den Trend voraus. Ich esse auch nicht jeden Tag rohe Zucchini, muss aber sagen das ich dieses Gerät wirklich liebe und sehr gerne auch einfach mal in meinen Salat Karotten oder Zucchini rein drehe=)
    Dein Rezept klingt sehr lecker und die Bilder sind wunderschön!
    Liebe Grüsse,
    Krisi

  3. Tina

    Mir ging es ganz genau so – habe die Zucchini-Nudeln immer nur für einen Ersatz gehalten, den sich die Low Carb-Fraktion schönredet. In Kombination mit Tomatenpesto und Rucola (irgendwie der Klassiker) wurden die Zucchini jedoch zu meinem Lieblingsessen im letzten Sommer, dein Rezept kommt für den Herbst gleich auf die Nachkochliste!

  4. miri von mirisjahrbuch

    Mir geht’s da ähnlich, ich hab auch eine Weile gebraucht, bis ich es ausprobiert habe – und ich bin auch nach wie vor der Meinung, dass all die “Das schmeckt dann ganz genau wie echte Pasta, wirklich, aber es ist ja so gesund.”-Leute mal dringend an ihren Geschmacksknospen arbeiten müssen – aber ab und zu esse ich auch ganz gerne Ringelzucchini. Als eigenes Gericht, nicht als Pasta-Ersatz, da würden mir die Geschmacksknospen den Vogel zeigen. ;) Dein Rezept klingt super, wird mal abgespeichert und ausprobiert!

    Liebe Grüße!

  5. Chris

    Hört sich spannend an und schaut sooo schön aus! Wie passend, dass just einer dieser trendigen Spiralschneider Einzug in unsere WG gehalten hat, wird bald ausprobiert :) Die Zucchini aber wirklich roh? So gar nicht blanchiert oder kurz mit Knobi angedünstet?

  6. Sophie

    Hallo Chris,
    für Raw Zucchini-Nudeln werden die Zucchini tatsächlich so wie beschrieben zubereitet, anbraten oder blanchieren würde ihnen den Rohkostcharakter nehmen. Durch das Salzen werden ihnen aber Wasser entzogen und sie werden schön weich. Probier’s doch einfach mal aus, die meisten sind positiv überrascht. :-)

  7. Claus

    Schön!

  8. Liselotte Zucker

    Oh du Zauberkunstkräuterhexerin,
    das klingt einfach fantastisch! Sieht auch so aus! Schmeckt ganz wahrscheinlich noch besser!
    Ich bin ein großer Fan meines Spiralisators ;) Ich kann hierzu ein tolles e-Book in PDF-Form empfehlen! Wenn du magst, lasse ich es dir mal per Email zukommen :)

    Hab einen wundervollsten Tag!
    LG,
    Liselottchen Zucker


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