Mir mein Essen frei Haus liefern zu lassen wäre bis vor kurzem ein absolutes No-Go gewesen. Zeit also, es auszuprobieren!
Damit meine ich nicht den Pizza Express oder die Sushi-Susi, sondern eine Art Lieferservice für vielbeschäftigte Gourmets und Gourmandinen. Also zum Beispiel jemanden wie mich. Und obwohl ich mir meine Zutaten eigentlich gern selber schieße, war ich positiv überrascht vom Päckcheninhalt der Tasty Box, in die ich schon zweimal meine Nase Finger stecken durfte.

Wer steckt dahinter? Zwei junge Kerls, deren Lebensmittelpunkt um gutes Essen und gute Nahrungsmittel kreist. Echte Geniessertypen also, Leute wie du und ich. Das steht zwar sicherlich auch so in irgendeinem PR-Booklet, heißt aber nicht, dass es nicht auch stimmen kann. Als die Tasty Box quasi noch in den Kinderschuhen steckte, bin ich Sammy und Guerson auf einer kleinen Messe zufälligerweise über den Weg gelaufen und die beiden sind tasächlich grundsympathische und sehr witzige Typen, die den Mut hatten, ihren Traum zu verwirklichen – und den Idealismus, eine Plattform für kleine Manufakturen und Bauern zu gründen, deren Produkte mehr Aufmerksamkeit verdienen.

Was ist drin? Frische, ausgesuchte und handgefertigte Lebensmittel, die nachhaltig und sauber, also nach den Richtlinien von Slow Food, Bioland und/oder dem Gedankengut von Demeter, hergestellt werden. Das Angebot reicht von Fisch über Fleisch, umfasst Milchprodukte, Gemüse und Salate, dazu ungewöhnliche Feinkostartikel wie z. B. rotes Palmöl, Schokolade oder Risottoreis aus kleinen Manufakturen. Die einzelnen Erzeuger sind allesamt bewusst ausgewählte Bauern und Kleinstproduzenten, die mit Leidenschaft und Überzeugung hinter ihren Lebensmitteln stehen und diese oft nur in kleinen Mengen herstellen bzw. vertreiben. Das macht das Angebot von Foodie Square tatsächlich sehr besonders – hier gibt es noch gute Nahrungsmittel in einer heutzutage leider nur schwer zu findenden Qualität.
Plus natürlich den Kitzel der Überraschung.

Drei Sterne also für Qualität, Ansatz und Einsatz: Sammy und Guerson von Foodie Square wollen nach eigener Aussage „etwas verändern: In den Köpfen, in den Küchen und in der Lebensmittelindustrie.“ Das sind zwar sehr hochgesteckte Ziele, die man aber wohl haben muss, wenn man solch ein Projekt startet. Dass die beiden selbst gern essen, ist nicht zu übersehen … am Inhalt der Boxen meine ich! Die werden immer wieder anders zusammgengestellt (je nach saisonalem Angebot, Appetit und Neuentdeckung) und regen zum Experimentieren und Entdecken an.

 

Was mache ich damit?

Erstmal die Flasche Weißwein köpfen, die in der zweiten Box mit drin war. So macht man sich Freunde, Jungs! Ein cleverer Schachzug ist auch die Verpackung – die Lebensmittel kommen in einer mit Kühlgels auf Frischetemperatur gehaltenen und mit Füllmaterial zusätzlich isolierten Styroporbox an, die zwar die Küche in Sekunden in einen Heuschober zu Karneval verwandelt, den teilweise sehr empfindlichen Inhalt aber perfekt schützt. Der Mesclunsalat von Essbare Landschaften zum Beispiel war topfrisch, ebenso der Seehecht, das Allgäuer Butterschmalz der Sennerei Lehern und die Zucchiniblüten aus dem zweiten Paket. Für so viel Frische nimmt man selbst nach Feierabend ohne Murren noch den Staubsauger in die Hand.

 

An die mitgelieferten Rezeptvorschläge habe ich mich selbstverständlich nicht gehalten, ein bisschen Eigenleistung muss schon noch sein. Trotzdem kann ich mir gut vorstellen, dass nicht nur die Box, sondern auch die mitgelieferten Tipps und Tricks auf offene Ohren und knurrende Mägen stoßen.

Am Spannendsten fand ich letztlich den Mesclun, den ich bislang noch nie in einer solchen Qualität und mit so exotischen Blättern (kleiner Sauerampfer, Barbarakraut, Baldrian, Giersch, Franzosenkraut undundund) bekommen habe. Zusammen mit süßer Wassermelone, frischen Fave (Dicke Bohnen) und würzigen Pistazien habe ich mir damit einen leichten Feierabendsalat gemacht und dazu die Flasche Wein geleert. Auf dem Balkon, mit Füllmaterial in den Haaren und Styroporstaub auf der Sonnenbrille.

Was will ich mehr?

Wildkräuter-Mesclun mit Fave, Pistazien und Wassermelone

Zutaten

  • 1 Packung Mesclun oder andere Wildkräuter nach Lust, Laune und Verfügbarkeit
  • frische dicke Bohnen/Fave (gibt es von Anfang Juni bis Ende August)
  • 30 g Pistazien
  • frische Wassermelone (Menge nach Lust und Laune)
  • außerdem:
  • Fleur de Sel, frisch gemahlener Pfeffer
  • ein unkompliziertes Dressing nach Wahl: z. B. aus Zitronensaft, Olivenöl, etwas Honig, Senf, Salz und Pfeffer

Zubereitung

1. Die Wildkräuter vorsichtig waschen, in ein Sieb geben und abtropfen lassen. Auf Küchenkrepp ausbreiten und mit einem Küchentuch vorsichtig trocken tupfen.

2. Einen großen Topf mit Wasser zum Kochen bringen. Die Fave-Kerne aus den Hülsen pulen und für ein paar Minuten im kochenden (ungesalzenen!) Wasser blanchieren (sie sollten noch Biss haben). Abgießen, in Eiswasser abschrecken und abtropfen lassen

3. Wassermelone in Dreiecke oder mundgerechte Stücke schneiden. Pistazien in einer Pfanne ohne Öl rösten, herausnehmen und leicht salzen.

4. Mesclun, Melonenstücke und Fave auf tiefe Teller oder Salatschüsseln verteilen. Mit dem Dressing beträufeln und mit Pistazien bestreuen.

Zubereitungszeit: 15-20 Minuten

Blütenrein:  ★★★★★


 

2 Kommentare zu “He’s fresh, FRESH, exciting: Wildkräuter-Mesclun mit Fave, Pistazien und Wassermelone”

  1. Lisa

    Echt schöne Bilder! Viele Grüße,
    Lisa

  2. melliausosna

    oh ja nun wo es endlich mal wärmer wird, werden auch wir wieder viel mehr Salat essen :) deine Idee sieht lecker aus


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