Also gut, irgendwann muss ich das Rätsel ja doch lösen.

Den Hamburger Michel werde ich in nächster Zeit erst mal nur im Miniaturformat zu Gesicht bekommen.

Dafür aber umso öfter die Münchner Frauenkirche. Die hat sogar zwei Türme –  was für die “Platzerl” allerdings nicht besonders vorteilhaft war, im Gegenteil.
Merke: Plätzchenformen mit allzu ausladenden Extremitäten boykottieren das Zeitmanagement.
Die Hochrechnung Mittwoch Nacht um 2 Uhr ergab neben den obligatorischen Sternen, Monden und Tannenbäumchen ein gutes Dutzend heile Michels und gerade mal drei (verhunzte!!!) Frauenkirchen, von denen eine aber – “schee oder ned” – auf’s Titelbild musste. Da half selbst Trick 17 mit der Kuvertüre nicht mehr.

Ob es an der momentan etwas prekären Küchensituation (ich wohne derzeit noch in H.s WG…..!) oder meiner fehlenden Geduld im Umgang mit bayrisch-barocker Baukunst lag, lässt sich im Nachhinein nur mehr schwer rekonstruieren. Meine Frauenkirche sieht jedenfalls aus, als wäre München kürzlich von einem Erdbeben der Stärke 7 erschüttert worden.

Wie bei allem gilt allerdings auch bei Plätzchen das Foodblogger-Grundprinzip: Sieht besch..eiden aus – schmeckt aber!

Den Berliner Fernsehturm habe ich übrigens auch noch in petto. Mal sehen, ob ich nach all den Jahren in Leipzig geschickter im Umgang mit DDR-Architektur bin.

Hier mein (etwas später, jaja, ok) Beitrag zur diesjährigen Plätzchenflut:

Mandelspekulatius “Hamburger Michel”

Zutaten

  • 250 g Mehl (plus Mehl für die Arbeitsfläche) (und ich habe Mehl zugegeben)
    150 g Butter
    100 g Zucker
    1 Päckchen Vanillezucker
    100 g Mandeln (gemahlen)
    2 Eier (Kl. M)
    1 Msp. Zimt
    je 1 Prise Salz, Anis, Piment, Koriander und Muskatblüte, gemahlen (oder ½ TL Spekulatiusgewürz)
    100 Mandelblättchen
    Milch zum Einpinseln
    100 g Zartbitterkuvertüre

Zubereitung

1. Mehl, Fett, Zucker, Vanillezucker, gemahlene Mandeln, Eier und Gewürze zu einem glatten Teig verkneten. In Folie wickeln und mind. 1 Stunde kühlen.
2. Ofen auf 200 °C vorheizen. Den Teig 2 bis 3 mm dick ausrollen. Ausstechen. Da der Teig „batzelt“, sind kleine eher rundere Formen besser geeignet als große mit diffizilen Auswüchsen.

3. Plätzchen auf ein mit Backpapier belegtes und mit Mandelblättchen bestreutes Blech legen, etwas andrücken, evtl. noch einmal kurz kalt stellen. Mit Milch bepinseln und im Ofen 10-12 Minuten backen. Auf einem Kuchengitter gut auskühlen lassen.

4. Kuvertüre hacken, im heißen Wasserbad schmelzen. In einen Gefrierbeutel füllen, die Spitze abschneiden. Kekse mit der Kuvertüre nach Belieben (und Können) verzieren.

Zubereitungszeit: 20 Minuten (plus Kühlzeit: 1 Stunde, Backzeit pro Blech: 10-12 Minuten)

Klasse Klassiker: 4 Sterne: ★★★★☆

und dann noch:

Ingwerschokoladenmürbchen “”Münchner Frauenkirche”

Zutaten

  • 50 g Pinienkerne
    50 g kandierter Ingwer
    100 g Zartbitterschokolade
    350 g Mehl
  • 1 Ei (Kl. M)
    220 g Butter
    50 g Zucker
    ½ Tl Natron
    200 g weisse Kuvertüre

Zubereitung

1. Die Pinienkerne grob und den kandierten Ingwer sehr fein hacken (geht am Besten mit Ingwerstäbchen!). Die Schokolade fein reiben.

2. Mehl, Ei, Butter, Zucker, Natron, Pinienkerne, Ingwer und geriebene Schokolade zu einem glatten Teig verkneten. Den Teig in Folie wickeln und ca. 1 Stunde kühlen.

3. Backofen auf 180 °C vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Den Teig ca. 5 mm dick ausrollen, nach Belieben mit Plätzchenformen ausstechen.
Vorsicht: Wenn die Ingwerstückchen zu dick sind, bleibt der Plätzchenausstecher manchmal „hängen“. Dann nicht verzagen, weitermachen – oder bei Ungeduld aus dem Teig eine Rolle machen, 3 mm dicke Taler abschneiden und fertig ist die Laube.

4. Plätzchen auf das Blech legen und im vorgeheizten Ofen ca. 10 Minuten backen. Herausnehmen und auf einem Kuchengitter gut abkühlen lassen.

5. Die Kuvertüre grob hacken und im heißen Wasserbad schmelzen lassen. In einen Gefrierbeutel füllen, die Spitze abschneiden und die Plätzchen nach Belieben mit der Kuvertüre verzieren.

Zubereitungszeit: 30 Minuten (plus Kühlzeit: 20 Minuten, Backzeit pro Blech: ca. 10 Minuten)

Mei, san die guad!!! : 5 Sterne: ★★★★★

10 Kommentare zu “Weihnachts-”Platzerl” und ein neues Platzerl”

  1. Freundin des guten Geschmacks

    Ein sehr netter Beitrag.
    Alles Gute in der neuen Heimat.
    LG aus Bochum

  2. nata

    Ist doch alles Schnickschnack. Was Du brauchst, ist eine ordentliche Form für eine richtig schöne gotische Kathedrale. Bei Gelegenheit schicke ich Dir mal einen Ausstecher für den Kölner Dom.

    Guten Start in München!

  3. Frau Kampi

    Deine Frauenkirche sieht eher wie ein mutierter Osterhase aus, aber wenns scheee is….
    Alles Gute für den Start in deiner neuen Heimat und ein schönes Weihnachtsfest!
    Sandra

  4. Christina

    Das sind ja mal monumentale Plätzchenkreationen! Guten Re-Start in Minga! :-)

  5. lamiacucina

    Nicht umsonst dauert das Studium der Baukunst so lange. Einmal im Mund, interessieren aber Stilfragen nicht mehr.

  6. Toni

    Nein! Dann sind wir ja jetzt quasi Nachbarn. Ich wünsch Dir einen guten Start in unserem schönen München!

  7. Petra aka Cascabel

    Willkommen im Süden!

  8. Sophie

    @ Freundin: In Bochum war ich noch nie. Gibt es da auch Plätzchenform-kompatible Bauwerke?
    @ nata: Danke, du wusstest ja eh schon Bescheid ;-) Ich bin kein großer Kölle-Fan, aber wenn du was schicken willst – nur zu ;-).
    œ Sandra: Hm, da hast du Recht. Aber wenn Lindt Weihnachtsmänner zu Osternhasen umschmelzen darf….
    @ Christina: Ja dank’schön. Sie haben ja auch voll ins Schwarze getippt, Ms. Holmes ;-)
    @ Robert: Ich hab die scheußlichsten auch zuerst gegessen.
    @ Toni: So isses. Beim nächsten Münchner Foodbloggertreffen bin ich also definitiv mit von der Partie.
    @ Petra: Vielen Dank!!

  9. Isi

    München???? Aber hallo :-) Ich wünsche Dir ein schönes, ruhiges und besinnliches Weihnachtsfest. Ich hatte im Dezember leider überhaupt keine Zeit zum Bloggen und hoffe, dass es bald wieder besser wird. Liebe Grüße Isi

  10. Houdini

    Zartbittere Schokolade, Ingwer, Pinienkerne, Dinge die ich mag, verarbeitet in Keksen, und nicht zuviel Zucker, schön, einzig die Butter gibt mir zu denken, aber einige wenige könnte mein Gewicht sicher vertragen.


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