Eigentlich wollte ich am Wochenende ja in den Harz fahren. Tatsächlich lag ich den zweiten Sonntag in Folge mit Wärmflasche an den kritischen Stellen und Taschentuchinstallation zu meinen Füßen auf der Couch und habe mich vollständig auskuriert. Alternativ, oder sagen wir als Ersatzbefriedigung, von Schneeballschlachten geträumt und in Winterwonderland-Bildern gestöbert. Jenen von letztem Jahr. Nein, ich meine nicht Winter 2014. Ich meine November 2013! Immer wieder schockierend überraschend, was sich so an jungfräulichem Bildmaterial und unverbloggten Geschichten in meinem „To Blog“-Ordner findet.

Das hier zum Beispiel: Fragmente eines Wochenendes in Lermoos. Tirol. Mit Zugspitz-Panorama und Märchenbuchszenerie. Nur der Kerl und ich und eine dick bepuderzuckerte Welt und deren eigentümliche Stille. Vielleicht habe ich nie etwas dazu oder darüber geschrieben, weil man solche Bilder eher andächtig schweigend genießt.

 

  

 

Hohe Tannen, gletscherblaue Berge und wattierte Schneedecken, die sich auf der Erde ausbreiten, als wären sie Frau Holle beim Ausklopfen mal eben aus dem Fenster ihrer Wäschekammer gerutscht. Eigentlich bin ich für Kitsch nicht sonderlich empfänglich, aber diese Tiroler Natur hatte mich vom ersten Moment an. Von solch einer Bilderbuchwinterlandschaft konnte ich dieses Jahr nur träumen. Ehrlich gesagt habe ich kein einziges Mal richtigen Schnee gesehen, ich meine, so richtigen. Und am Ende doch noch vermisst. Vor allem den Hunger, den so ein Wetter mit sich bringt. Das muss sich für die nächste Saison ändern, vielleicht habt ihr ja einen Tipp für mich, für einen Kurztrip ins Winterwonderland samt Eiszapfenparade und Schlittenfahrt. Ich sehne mich nach klirrender Kälte und weichen Flocken und einem „Einkehrschwung“. Und diesem herrlichen, aus der Tiefe grollenden, unvergleichlichen Magenziepen nach einer mehrstündigen Winterwanderung. Ich plane schon mal, ich will doch noch …  obwohl, eigentlich käme mir jetzt auch der Frühling recht. 

Aber so ein bisschen Schneeromantik… hach.

 

Entstanden sind diese Erinnerungen in Weiß und Blau und Frost während eines Kurztrips nach Tirol, übernachtet haben wir im Hotel Post, genauer gesagt im Alpine Luxury, Gourmet & SPA Hotel Post, einem 4-Sterne-Superior-„Häuschen“ mit rustikal-elegantem Charme und einer traumhaften Wellness-Landschaft. Die wir dann ehrlich gesagt nicht mal im Ansatz ausreichend genutzt haben. Von mir aus hätten wir ja den ganzen Tag lang in unserer Suite bleiben können *räusper*. Manchmal braucht man das.

Manchmal will man sich einfach abschotten. Und nichts müssen, nur sein. Das funktioniert am besten, wenn die Welt sich langsamer dreht, wenn alles still ist, wie aus der Zeit gefallen und in Watte gepackt. Weil auf einmal alles unter einer dicken Schneedecke liegt. Wir dagegen, wir lagen zwei Tage lang unter dicken Daunendecken. Das Bett im Hotel war so wahnsinnig gemütlich, dass wir am Samstag bis in die Mittagsstunden einfach liegen geblieben sind und auch am Sonntag standesgemäß ausgeschlafen haben. Schade zwar um das atemberaubende Spa, das wir dadurch nur für ein, zwei Stündchen genießen konnten. Aber ist das nicht der eigentliche Luxus: Nichts tun, relaxen, die Zeit vergessen, rumschlunzen? Freizeitstress, Dokumentationsdrang, musss ich nicht haben, zumindest nicht ständig. Deswegen gibt es auch keine Bilder vom Abendessen. Zu dunkel, zu stressig. Zu unintim.

 


Außerdem, ich gebe es zu, hing meine Linse vor allem an der atemberaubenden Schönheit der Natur und den kleinen, feinen Details, die sie hervorbringt. Allein schon dafür lohnt es sich, nach Lermoos zu fahren, die Winterstiefel zu schnüren und sich dick einzupacken. Einfach loslaufen, tief einatmen, die wunderschöne Szenerie aufsaugen. Und danach ab in den Außenpool oder ins Kräuterdampfbad. Oder unter die Daunendecke.
 

Do as you like.

Allerdings: Verschütt’ gehen auf eigene Gefahr.

3 Kommentare zu “Walking in a Winterwonderland oder ein Lermoos-Sehnsuchts-Flashback in Weiß, Blau & Frost”

  1. Juliane

    Hach. Schön! Danke fürs Mitnehmen.

  2. Johanna

    Wunderschöne zauberhafte Fotos!
    Ich hoffe, du bist bald wieder auf den Beinen und kannst ähnliche Winterwonderland-Landschaften genießen. Bei uns ist es gerade traumhaft, nur die Kamera nehme ich viel zu selten mit!

    Liebe Grüße,
    Johanna

  3. Alex

    hallo,

    sehr schöne fotos und das flair der tiroler berge richtig schön eingefangen. eine empfehlung fürs nächste mal wär osttirol. im villgratental gibt es da zb den gannerhof (einfach googeln) mit super essen und rundherum viele tolle berge und so. aber tirol ist auch im sommer super ;-).

    liebe grüße
    alex


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