Es soll ja Leute geben, die auf Vorrat kochen. In Neuseeland bin ich mal einem Typen begegnet, der setzte einmal pro Woche einen Riesentopf mit Reis auf, von dem er sich dann morgens, mittags und abends ernährte.
“Plain Rice”. Kalt. Ohne Salz. Aus dem Topf. Ich weiss nicht, wie hoch die Skorbut-Rate heutzutage noch ist, aber der Kerl war definitiv ein Kandidat dafür.

Mich dagegen kann man mit Resteessen nur bedingt beglücken. Für Pizza von gestern (ich weiss, da stehen viele drauf) oder eingesuppte Salatüberreste von der Grillparty muss ich schon ziemlich ausgehungert sein. Labbrige Spaghetti gehen gar nicht. Und den kaltgewordenen Kaffee trinkt (wenn er denn mal da ist) mein Freund – und stellt mir dann einen warmen hin (so isser).

Bei einigen Lebensmitteln sind Reste aber sehr willkommen. Kichererbsen oder Cousocus schmecken mir fast besser genauso gut kalt=vom Vortag wie frisch gekocht. Das ist auch gut so, denn in der alltäglichen Strohwitwenküche kann auch ich mich nicht immer vor den Resten drücken. Sie existieren nunmal.

Und mit ein bisschen “Lebensmittelkosmetik” und frischen Kräutern sieht man dem grünen Couscoustürmchen hier nicht mal an, dass es mit einem Bein schon im Mülleimer stand.
Wer will da denn noch Reis essen…..

“Rezept”:

Zutaten:

je nach dem, was der Kühlschrank hergibt:
eine Hand voll grüne Bohnen, gewaschen und geputzt
eine Hand voll frischer Fave (breite dicke Bohnen), gekocht und enthülst
ein paar Zuckerschoten/-erbsen
1-2 Frühlingszwiebeln, in feine Ringe geschnitten
je ein paar frische Minze- und Korianderblätter, fein gehackt
etwas Fetakäse (bei mir war es Ziegenfeta), zerbröckelt
ein paar Walnüsse, geröstet
ein paar Spritzer Zitronensaft
etwas Zitronenschale
2 TL Argan- oder Rapsöl
Salz, Pfeffer/Chiliflocken
Reste vom Couscous oder Bulgur

Zubereitung:

Den Cousocus/Bulgur mit einer Gabel auflockern und mit dem Zitronensaft, der Zitronenschale und dem Öl “pimpen”. Mit Salz und Pfeffer/Chili abschmecken. Einen Teil des Gemüses (z.B. die Fave oder ein paar klein geschnitte grüne Bohnen) unter den Couscous mischen. Alles in eine Tasse füllen und vorsichtig auf einen Teller stürzen.
Mit dem Gemüse, den Frühlingszwiebeln und dem Feta anrichten und zum Schluss die frischen Kräuter und die Walnüsse darüber geben.

3 Kommentare zu “(Un-)geliebte Resteküche: Couscous mit Fave, Zuckerschoten, Koriander und Feta”

  1. Toni

    Sehr schön, Dein aufgemotzter Couscous :). Der muss bei mir über Nacht oder zumindest einen halben Tag ziehen, weil ich ihn nicht koche, sondern nur mit etwas Brühe und Zitronensaft übergieße.

  2. Suse

    Da ich alltags die Mengen nach Hunger und Gefühl wähle, muss ich zwangsläufig die Reste verwerten. Das gibt mir unter der wiche aber auch einen Zeitgewinn,d er nicht zu unterschätzen ist :o) Labbrige Spaghetti und kalter Kaffee sind davon allerdings ausgeschlossen… wobei kalter Kaffe sich gut in einem selbstgemachten Eis macht.

  3. Sophie

    @ Toni: Das ist ja interessant, ist die Brühe dann kalt oder warm? Gedämpft hab ich ihn auch schonmal, aber einfach nur ziehen lassen, das ist neu.
    @ Suse: Stimmt, ich sollte mir also schleunigst eine Eismaschine für die Unmengen kalten Kaffees besorgen!!!


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