Passend zum miesen Wetter gibt es heute ein kleines Trostpflaster in Form von hübsch verpacktem Hüftgold. Dabei sieht man dieser unschudligen Johannisbeertarte weder die Kalorien kräftespendende Wirkung noch die Mühen an, die dahinter stecken. Beim ersten Mal wollte sie mir partout nicht gelingen – beim zweiten Mal war der Trick dann rasch entdeckt.

Der besteht ganz einfach in: Geduld.

Die aufzubringen fällt zugegebenermaßen schwer, erst Recht wenn man NERVENNAHRUNG BRAUCHT! Aber die Wartezeit lohnt sich, versprochen! Denn erst, wenn die Tarte ein, zwei Tage lang durchziehen durfte, schmeckt sie so richtig saftig und mürbe und darf mit in die Liste der idiotensicheren Kuchenrezepte, die ich mangels konditorischem Talent fleißig sammle.

Wichtig ist, dass der Mürbteig rasch verknetet wird und man mit kalten Fingern arbeitet – bei diesen Temperaturen kein Problem.
Solltet ihr euch die Tarte für 2012 und strahlenden Sonnenschein aufheben wollen, ist es ratsam, die Zutaten erst mit den Haken der Küchenmaschine zu verkneten und lediglich am Ende Hand anzulegen. Der Teig mag es übrigens auch, wenn er ein ausgedehntes Nickerchen im Kühlschrank halten darf – gern auch bereits ausgewalkt und in die Form gelegt.

Wenn man dann auch noch sauber Eier trennen und Ribisel entrispen kann, steht dem Genuss bald nichts mehr im Wege. Außer der Geduld natürlich ….

Durch Verteilen der Tarte an Freunde und Bekannte kann man übrigens den Härtetest beschleunigen. Hier in München wird sie derzeit von einem halben Dutzend Hüftgold-affiner Mädels auf ihre Tauglichkeit  – und die Mädels umgekehrt auf ihre Geduldsspanne -– geprüft. Ich bin gespannt, wer gewinnt …

Johannisbeer-Tarte mit Haselnuss-Baiserhaube

Zutaten

  • Für den Boden:
    1 Ei
  • 40 g Zucker
  • 80 g Butter, kalt und in Stücken
  • 200 g Weizenmehl
  • Für den Belag:
  • 250 g Johannisbeeren
  • 3 EL Konfitüre nach Geschmack (am besten natürlich Johannisbeerkonfitüre)
  • 160 g Zucker
  • 1 EL Maisstärke
  • 3 Eiweiß
  • 1 Prise Salz
  • 200 g gemahlene Haselnüsse
  • Johannisbeerrispen zum Garnieren

Zubereitung

1. Alle Zutaten für den Tarteboden rasch zu einem glatten Teig verkneten (möglichst schnell, den der Mürbteig mag keine Wärme). Teig am besten für einige Stunden kalt stellen.

2. Den Backofen auf 180 °C vorheizen. Teig etwa 5 Millimeter dick ausrollen, eine Tarteform damit auskleiden. Nochmal für 30 Minuten kalt stellen. Backpapier auf die Größe der Form schneiden und auf den Teig legen. Mit Hülsenfrüchten beschweren und im Ofen ca. 15 Minuten blind backen. Herausnehmen und Boden kurz abkühlen lassen. Das Backpapier mit den Hülsenfrüchten entfernen.

3. 3 EL Konfitüre auf dem Teigboden verteilen. Johannisbeeren waschen und von den Rispen streifen. Mit je 1 EL Zucker und Stärke vermischen und auf dem Tarteboden verteilen.

4. Eiweiß mit Salz steif schlagen, dann den restlichen Zucker dazugeben und eine Minute weiterrühren. Haselnüsse darunterheben und auf den Johannisbeeren mit einem Spatel verteilen. Etwa 25 Minuten goldbraun backen.

5. Tarte aufschneiden, mit Puderzucker bestreuen und mit Johannisbeerrispen garniert servieren. Ach so: Schlagsahne schmeckt auch toll dazu!

Zubereitungszeit: 30 Minuten (plus Kühlzeit)

Top of the cakes: ★★★★★

Ein Kommentar zu “The trick is to keep waiting: Johannisbeer-Tarte mit Haselnuss-Baiserhaube”

  1. Luv's Spoonfuls

    Sieht SO GUT aus! Ich liebe alle beeren und Haselnuesse auch! Beautiful photo too! Yum!


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