Help! Wer hält für mich bitte kurz das Kettenkarrusell des Lebens an? Ich hänge gerade in der Arbeits- und Freizeitstressschleife fest und komme vor lauter Einsteigen-Aussteigen nicht dazu, die vielen neuen Rezepte und Erlebnisse der letzten Wochen aufzuschreiben – selbst wenn das ein oder andere Foodpic längst im Kasten ist und sehnlichst auf die Bühne möchte. Eines davon schlummert schon ein wenig länger in der Reservekiste: Es ist schlicht und ergreifend das Side Dish, das Simone und ich um unseren vierten Gang beim Summer of Supper herumgebaut haben. Und ich finde, es verdient auch ohne das Sous Vide gegarte Rumpsteak in der Hauptrolle einen kräftigen Applaus – schließlich hat sogar der kichererbsenkritische Kerl an meiner Seite das mit viel Chlorophyll in Szene gesetzte Hummusgericht ohne Murren mit großem Appetit verspeist.

Ich kann also getrost grünes Licht für das Rezept geben, nicht zuletzt auch, weil in diesem Hummus nicht der pure, rohe Knoblauch steckt, der den ein oder anderen Supper Club-Teilnehmer bereits bei der Ajo Blanco etwas unruhig mit dem Stuhl hat wippen lassen. Simones Knoblauchphobie sei Dank wurde jegliche Stinkeknollenzufuhr an diesem Abend auf den Einsatz ihrer confierten Form beschränkt. Eine erstklassige Idee, auf die ich ohne meine virtuose Sparringspartnerin wohl nie gekommen wäre und die seitdem auch in meiner Küche ihre Kreise zieht. Der eigentliche Clou bei diesem Teller aber liegt in der Hauptzutat, den schwarzen Kichererbsen, einer alten, aus Asien stammenden Sorte, die wunderbar nussig schmeckt und mich auf Anhieb durch ihre umwerfende Farbe faszinierte. Die bleibt (zu meinem größten Bedauern) allerdings nicht, nachdem man die eingeweichten und gekochten Kichererbsen zusammen mit Olivenöl, Zitrone und Tahini durch den Mixer gejagt hat. Ein Verlust für einen Farbfetischisten wie mich. Die grünen Akzente reißen’s zum Glück wieder ein wenig heraus.

Schwarzes Kichererbsenpüree mit grünem Gemüse (und Basilikumöl)

Zutaten:
(für 4 Personen)

Für das schwarze Kichererbsenpüree:
200 g Kichererbsen
3 EL Tahini (Sesampaste)
2-3 confierte Knoblauchzehen
2 EL Zitronensaft
4 EL Olivenöl (oder mehr)
etwas lauwarmes Wasser
Salz, frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
1 TL Zatar
½ TL gemahlene Koriandersaat
½ TL gemahlener Kreuzkümmel 

Für das grüne Gemüse:
1 Bund Frühlingszwiebeln
100 g Edamame (aus dem Tiefkühlfach des asiatischen Tante Emma-Ladens)
150 g Zuckerschoten oder Zuckererbsen

Für das Basilikumöl:
ca. 200 ml Olivenöl
1 großes Bund frisches Basilikum (ca. 1 großer Topf oder 1 großer Bund vom türkischen Lebensmittelmarkt)
Saft ½ Zitrone


Zubereitung:

Für das Kichererbsenpüree:

1. Die Kichererbsen über Nacht einweichen. Am nächsten Tag abgießen und nach Packungsanweisung ca. 40-50 Minuten garen.
2. Die Kichererbsen in ein hohes Gefäß oder einen Standmixer (mit ausreichender Power!) geben. Zusammen mit der Sesampaste, den Knoblauchzehen, dem Zitronensaft, dem Olivenöl und etwas Wasser fein pürieren. Je nach Wunschkonsistenz entweder etwas mehr Wasser oder noch etwas Olivenöl dazu geben. Mit Salz, Pfeffer und den übrigen Gewürzen abschmecken.

Für das grüne Gemüse:

1. Die Frühlingszwiebeln waschen, putzen und in ca. 4-5 cm lange Stücke schneiden. In kochendem Wasser kurz blanchieren, kalt abschrecken und abtropfen lassen.

2. Die Zuckerschoten waschen und trocken tupfen, mit einem scharfen Messer in Streifen schneiden und ebenso wie die Frühlingszwiebeln kurz blanchieren.

3. Die Edamamebohnen tiefgekühlt für ca. 10 Minuten ins sprudelnd kochende Wasser geben, abtropfen und zusammen mit dem restlichen Gemüse in eine Schüssel geben. Mit Salz, Pfeffer und etwas Olivenöl würzen und kurz marnieren lassen.

Für das Basilikumöl:

1. Das Olivenöl zusammen mit den Basilikumblättern und dem Zitronensaft in ein hohes Gefäß geben. Mit dem Zauberstab gut pürieren und aufmixen, bis eine sämige Vinaigrette entstanden ist. Mit Salz und frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer abschmecken.

Kurz vor dem Anrichten:

1. Das Kichererbsenpüree vorsichtig erwärmen. Einen kleinen Teil in einen Spritzbeutel oder eine große Plastiktüte füllen und nach Wunsch kleine und größere Tupfen auf den Teller setzten, den Rest mittels eines Servierrings anrichten.

2. Etwas Butter in einer großen Pfanne zerlassen. Das grüne Gemüse dazu geben und ca. 1-2 Minuten durchschwenken. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und nach Auge und Fingerfertigkeit auf dem Kichererbsenpüreetürmchen anrichten.

3. Mit etwas Basilikumöl beträufeln und zusammen mit einem schönen Steak oder etwas geröstetem Fladenbrot servieren.

4 Kommentare zu “The dark side of life: Schwarzes Kichererbsenpüree mit grünem Gemüse aus unserem Summer of Supper Menü”

  1. Milchmädchen

    Oh, ruhig, bitte, ruuuhig! Spätestens, wenn Freizeit mit der Endung “-Stress” auftaucht, ist es – zumindest für mich – Zeit, in die Eisen zu steigen, aber so, dass es quietscht. Vorübergehend ist so ein erhöhter Adrenalinpegel ja ganz neckisch, immerhin weiß man hinterher immer, was man DOCH alles auf die Reihe kriegt… aber danach…?
    Zumal, wenn allein dieser Teller eine Gelassenheit ausstrahlt(, die freilich nur mit entsprechendem Kücheneinsatz zu erreichen ist – aber das vergessen wir gerad’ mal…)! Wo genau gibt’s eigentlich diese schwarzen Kichererbsen?
    Schöne Grüße!

  2. Krisi

    Schwarze Kichererbsen? Die habe ich bisher noch nie entdeckt, klingt ja super=) Hummus geht immer, deswegen passt auch dieses Rezept immmer, yum!Und Edame dazu, hach herrlich=)!
    Liebe Grüsse,
    Krisi
    http://excusemebutitsmylife.blogspot.com

  3. Sophie

    @Milchmädchen: :-) Musste gerade sehr schmunzeln. Keine Sorge, ich trete hin und wieder auch mal auf die Bremse. Aber manchmal muss man die Feste so feiern wie sie fallen.. und Arbeit ist l„eider“ notwendig ;-)
    Apropos: Ich arbeite bei einem Feinkostgroßhandel, die Kichererbsen stammen aus unserem Sortiment. Du kannst sie z.B. über http://www.olive-e-piu.de beziehen.
    Liebe Grüße!

  4. Milchmädchen

    Ich wollt’ auch keinesfalls den (besser-)wissenden Finger heben – schließlich schmeißt es sich aus dem Glashaus heraus besonders gut mit Steinen :D. Und danke für den Bezugstipp; merk’ ich mir!


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