Morgenfang: Gefüllte Dorade

Ganze Fische hab ich nur selten auf dem Teller. Ich scheue oft das Gepule und vor allem den unerlässlichen Gang zur Mülltonne. Das Gemaunze der Nachbarskatzen. Und die Suche nach ordentlicher Qualität. Weil ich Fisch lieber selten, dafür gut esse, gibt es (aller)höchstens alle paar Wochen eine schöne rosafleischige Forelle oder eine würzige Makrele.
Die dicken Fische aber, die kriege ich wirklich nur ganz ganz selten. Und daher auch nur zu besonderen Anlässen. Oder nach durchtanzten Nächten. Wenn um 6.15 Uhr das “Molli” oder der “Pudel” die letzte Bassline durch die Boxen schickt und die Beine samt Kopf allmählich schwer werden, braucht es zwar ein bisschen Überwindung, um bei der Mausekälte noch einen Bummel über den Hamburger Fischmarkt zu machen. Aber nirgendwo macht es mehr Spaß, seine Doraden zu kaufen als hier, wo sich die Druffis und die Draufis der Stadt mit dem fleißigen Volk der Frühaufsteher und Temperaturresistenten vermischen.
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Heilbutt mit Estragonhaube


Warum haben eigentlich so viele Menschen ein Problem mit Fisch? Ich kenne einen Haufen Leute, die “eher nicht so gern” Fisch essen, Meeresfrüchte unappetitlich finden und sich vor Pulpo oder Tintenfisch richtig grausen. Da geht es aber nicht nur um den Saugknopf an ihrem Essen, sondern um einen ins fast schon Hysterische gesteigerten Ekel (schlupfrig, schleimig, etc.). Natürlich spielt der Geruch auch eine Rolle. Und eine in der Kindheit angelegte “Was-der-Bauer-nicht-kennt”-Mentalität.
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Kennt ihr das auch? Man hat so seine Lieblingsprodukte und -lebensmittel, auf die man immer wieder zurückgreift und die man inzwischen in allen erdenklichen Variationen zubereitet hat. Die waren auch allesamt stimmig und man hat sie auch immer gern gegessen.

Und dann kommt da eines Tages eine neue, bis dato unbekannte (oder sagen wir eher unbenutze) Komponente daher und weil man gerade die fürs Rezept notwendigen Zutaten nicht im Haus hat oder weil man die hinlänglich bekannte Zusammenstellung irgendwie doch nicht mehr sehen kann ooooooder weil man gerade einen gustatorischen Geistesblitz hat… weil also, deshalb entsteht ein neues Gericht, eine neue Kombi. Und es fühlt sich so an, als hätte man immer schon auf diese Kombination gewartet, auf DIESE EINE, und man wird sie nun kochen und lobpreisen und genial finden und seinen Freunden vorsetzen…..
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Man muss sich nur ein wenig locker machen, schon fließen die Ideen. Wozu er nicht überall passt, dieser Bärlauch.
Hier habe ich Tranchen vom Lachs 2 Minuten von jeder Seite in ein wenig Bärlauchbutter gebraten, so dass er innen noch schön rosa war.
Den dazu servierten Salat von Nordseekrabben und hauchdünn gehobeltem Fenchel kann man auch solo mit knusprigem Weißbrot und etwas salziger Butter (pur!) genießen. So jedenfalls kenne ich das aus dem Norwegenurlaub.
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Vorbildhaftes Abendmahl: Bei uns gab es gestern diese leckeren Forellen aus dem Backofen, dazu einen Feldsalat und Pellkartoffeln. Ein Karfreitagsessen, wie es im Buche steht. Der Ehrlichkeit halber muss man sagen, dass es sich hier um ein mehrfach erprobtes, sehr idiotensicheres Rezept handelt, auf das wir uns auch bei einer etwas größeren Runde von 6 Personen verlassen konnten – und bei dem, so dachten wir, eigentlich nichts schief gehen kann. Es sei denn, man lässt erst die Ofenklappe ein Stück weit offen und heizt dann volle Pulle – auf 250 °C! Ahhhhhh!
Was lernen wir daraus? Übung macht den Meister? Nein, Übung schützt vor Schludrigkeit nicht.

Und: Forellen sind äußerst widerstandsfähig. Letztlich hat es ihnen nicht allzu sehr geschadet, ein klein wenig zu trocken vielleicht, aber sonst: Leckerschmecker!

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