Ausgemachte Frostbeulen sollten in diesen Tagen auf hausgemachte Leckereien setzen. Wer will bei diesem Wetter schon den Fuß vor die Tür setzen? Es sei denn natürlich, die Sonne zeigt sich auf so charmante Weise wie heute. Dann darf der Kilometer-Schal zeigen, was ‘ne Wolle ist und die Fäustlinge werden geballt. Hauptsache, die Augen bleiben frei für das Winter-Wonderland und die Kürbisauslage beim Gemüsemann, der sich hinter dicken schweren Plastikplanen verschanzt hat.

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Mein Gemüsehändler führt seit neuestem Retro-Möhren. Ganz im Stil der 70er Jahre gehalten, sind die kultigen Karotten in knackigem Orange mit violetter Umrandung ein wunderbarer Eye-Catcher für mein Après-Messe-Dinner und zaubern in Windeseile nostalgisches Pop Art-Flair in meinen facettenreichen Wildkräutersalat.
Farblicher Kontrast zur grünen Basis: Zartes Lammfilet in cremigem Nussbraun mit leichtem Rosé-Schimmer. Die wohl dosierten granatapfelroten Tupfer nehmen dem graphisch durchkonzipierten Teller seine optische Strenge und sorgen für das perfekte Dinner – natürlich nur stilecht auf einem original Fiberglass Eames Side Chair DSW.
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Mit der Beharrlichkeit asiatischer Leistungssportler schnippelt sich die weibliche Belegschaft meiner Redaktion ihre tägliche Portion Vitamin B, A, E und K in den Mittagssalat. Dabei wird der Verlag weder von einer Avocado-Plantage gesponsert noch leiden wir an Nährstoffmangel. Es handelt sich lediglich um eine schrullige Form von Besessenheit:

Wir sind auf der Suche nach der perfekten Avocado.

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Das Göttliche hat einen neuen Namen und es hat ein anderes Wort aus meinem Vokabular verdrängt, von dem ich in letzter Zeit ohnehin immer seltener Gebraucht gemacht habe: Fettarm.

Das neue Wort heisst „Lardo“, ist weiß wie die Unschuld und zart wie Blattgold. Wie also soll etwas so Wunderbares böse sein, frage ich mich, blende die nackten Tatsachen aus und belege erst meine Zunge, dann Fenchel, Pilze und den in Rosmarin eingelegten und soeben mit ordentlich Feuer kurz angebratenen Kaninchenrücken mit den hauchdünnen, fast schon durchsichtigen Lagen. Lagen weißen Fetts.

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Die Zeitspanne, in der ich gleichzeitig würzige Steinpilze und saftige Pfirsiche bekomme, ist denkbar kurz. Entweder sind die Pfirsiche längst über alle Berge oder die Steinpilze so unerschwinglich wie Diamanten. Trotzdem habe ich es bisher noch jedes Jahr geschafft, diese beiden Traumkandidaten für meine ganz private Kochshow zu gewinnen.

Dabei ist meine Liebe zu Kochshows ein wenig ambivalent.
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Mein Name ist Franco. Castel Franco.

Heute habe ich nach langer Zeit einen teuren Freund wiedergetroffen. Wir waren eigentlich gar nicht verabredet, denn in letzter Zeit bin ich vorzugsweise überall und nirgendwo. Der Zufall führte uns zusammen, als ich nach der Arbeit noch schnell am Sendlinger Tor vorbeikam. Und dort, an der Ecke mit dem Gemüseladen, an der Einflugschneise zum Glockenbachviertel, liefen wir uns über den Weg.

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Wäre doch alles nur so einfach wie ein Pilzpäckchen: Man zieht an einer Schnur und innerhalb von Sekunden erfüllen sich alle Wünsche. Ok, ALLE Wünsche wäre vielleicht ein bisschen viel verlangt und wir leben hier ja auch nicht hinter den sieben Bergen bei den sieben Zwergen.
Beschränken wir uns also auf die wichtigsten Sehnsüchte wie z.B. „ewige Jugend“, „kulinarische Ekstase“ und „vollkommene Selbstvergessenheit“. Das kriegt man mit einem Pilzpäckchen locker hin.

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Bevor ich voll und ganz in den Herbst eintauche, müssen noch ein paar sommerleichte Gemüsegerichte meinen Hunger stillen. Eigentlich hatte ich ja geplant, im September nach Vietnam, Thailand oder Laos zu entschwinden. Dass daraus nun leider nichts wird, ist dem Lauf der Dinge geschuldet und kaum auszuhalten verkraftbar – nur mein Magen kommt mit dem Urlaubsausfall noch nicht ganz klar.

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Der Countdown läuft: Bis zum traditionellen Ende der Spargelzeit am Johannitag (24.Juni) bleiben nur noch wenige Tage. Dass mich die Spargellust erst jetzt packt, ist natürlich typisch. Auf einmal fällt mir wieder ein, was ich dieses Jahr alles mit dem leckeren Frühlingsgemüse anstellen wollte. Mit dem Grünen, versteht sich, denn der weiße Spargel hat bei mir einen schlechten Stand.

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In einem Anfall von Größenwahn (oder Spontanität) habe ich mich freiwillig zur Teilnahme am Blogevent „Valentinstag kulinarisch“ angemeldet. Danach die Rezeptsuche auf unbekanntes Datum verschoben. Ich wollte warten, bis mich die Kreativität hinterrücks überfällt, aber da hätte ich besser mal auf Godot gewartet, der wäre eher gekommen.

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