Mein Gemüsehändler führt seit neuestem Retro-Möhren. Ganz im Stil der 70er Jahre gehalten, sind die kultigen Karotten in knackigem Orange mit violetter Umrandung ein wunderbarer Eye-Catcher für mein Après-Messe-Dinner und zaubern in Windeseile nostalgisches Pop Art-Flair in meinen facettenreichen Wildkräutersalat.
Farblicher Kontrast zur grünen Basis: Zartes Lammfilet in cremigem Nussbraun mit leichtem Rosé-Schimmer. Die wohl dosierten granatapfelroten Tupfer nehmen dem graphisch durchkonzipierten Teller seine optische Strenge und sorgen für das perfekte Dinner – natürlich nur stilecht auf einem original Fiberglass Eames Side Chair DSW.
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Ich hätte jetzt gerne eine Portion Mittelmeer, dazu ein schönes Glas Salzwasser und zum Abschluss ein Stück Alltagsflucht, die doppelte Portion bitte. Die Rechnung übernimmt selbstverständlich mein Traummanagement, übers Kulinarische hinausgehende Kosten lasse ich über meinen Illusionskredit laufen.

Allerdings habe ich gehört, dass das RosaWolken-Kontor in letzter Zeit ziemlich knausrig war, was Spesen und Sehnsuchts-Fördermittel betrifft. Muss ich in Zukunft also auch noch für meine Utopien selbst aufkommen? Dabei bräuchte ich, mit Verlaub, immer noch Urlaub. Eine innere Stimme sagt mir das. Oder ist es der Oktopus, der aus meinem Kühlschrank wispert?
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Weihnachten ist gerade erst mit träger Lässigkeit in die Vergangenheit gerutscht und schon poppen auf allen Seiten massenhaft Ratschläge auf, wie ich die überschüssigen Feiertagspfunde am besten wieder los werde. Für jemanden wie mich, der sich das ganze Jahr über die gebratenen Tauben in den Mund geschoben und mit heißer Schokolade nachgespült hat, klingt das ein wenig lächerlich. Dick werde ich immer noch zwischen Neujahr und Weihnachten – und nicht zwischen Weihnachten und Neujahr.

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Weihnachtseinkäufe am 23. Dezember? Das hört sich eindeutig nach Purgatorium an. Leider ist mein Geschenke-Timing echt miserabel und dieses Jahr ganz besonders schlimm. Bleibt also nur noch der Kampf mit den Menschenmassen, der Amazon Expressversand oder die Do-it-yourself-Strategie.

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Mit der Beharrlichkeit asiatischer Leistungssportler schnippelt sich die weibliche Belegschaft meiner Redaktion ihre tägliche Portion Vitamin B, A, E und K in den Mittagssalat. Dabei wird der Verlag weder von einer Avocado-Plantage gesponsert noch leiden wir an Nährstoffmangel. Es handelt sich lediglich um eine schrullige Form von Besessenheit:

Wir sind auf der Suche nach der perfekten Avocado.

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Ein morgendlicher Blick auf den Timeplaner offenbart ganz Fürchterliches: 2012 ist quasi schon morgen und ich habe noch keine Ahnung, wie es aussehen soll. Auf diesen Schock muss ich mich erst mal setzen und etwas Süßes essen. Wobei das eigentlich die falsche Taktik ist, denn 2012 ist mir wie gesagt dicht auf den Fersen und ich habe noch keine Ahnung, wie ICH darin aussehen soll.
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Alice im kulinarischen Wunderland wohnt nach Angaben eines namhaften virtuellen Kartendienstes läppische 17,2 km von mir entfernt. Trotzdem kennen wir uns nicht. Oder sagen wir, wir kennen nur unser jeweiliges digitales Ich.
Das liegt wahrscheinlich an unserer äußerst zeitraubenden zeitintensiven Beschäftigung mit so wichtigen Dingen wie Essen und Kochen. Alice kocht (und isst) täglich, bloggt fast ebenso häufig und engagiert sich ehrenvollst für die Ehrenrettung des Senfes. Ich esse täglich, koche wann immer es mein vollgestopfter Zeitplan ermöglicht, ja und bloggen tu ich natürlich auch. Engagiert. Nicht täglich. Aber ich mag Senf.
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Ein Tagesausflug raus aufs Land und in den sonnenverwöhnten Garten meiner Eltern füllte am Wochenende den Kühlschrank mit kulinarischen Erstaunlichkeiten aus Mutter Naturs Speisekammer. Bepackt mit Schere, Eimer und Plastikbeuteln schnitt ich Hagebutten von widerspenstigen Sträuchern, krabbelte auf Knien durchs Blumenbeet oder hangelte mich durch Gestrüpp und Gesträuch, um die letzten Holunderbeeren dieses überraschend goldenen Herbstes zu erhaschen.

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Nichts macht so viel Spaß wie das Schwelgen in kulinarischen Erinnerungen und das Träumen von zukünftigen Genüssen. Ein Urlaub in der Provence. Bordeaux und seine Weine. Lyon, das Schlaraffenland Europas. Die Möglichkeit einer Tarte au citron. Und – beim harten Fall zurück in die Realität – die Tatsache eines leeren Kühlschranks.

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Mit Trends und deren unreflektierter Adaption ist das so eine Sache. Nehmen wir zum Beispiel mal das Carpaccio.

Noch vor 20 Jahren wagten nur ein paar ganz Mutige außerhalb Italiens die Bestellung dieses Gerichts, nicht nur aus Artikulationsgründen (sag doch bitte mal „Karpatschoooo“). Heute gibt es Carpaccio sogar im Kühlregal bei Aldi und Netto zu erstehen, mit Parmesanspänen und dicklicher Sauce in separierten Plastikeinbuchtungen. Das allein ist schon bedenklich/bedenkenswert genug, aber die Verwässerung des Begriffs treibt mir die (Denk-) Falten auf die Stirn.

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