Ich weiß, es ist nur ein schnödes Omelette und fast wage ich es nicht, die Zubereitung desselbigen als Kochen zu bezeichnen. Immerhin, man braucht dazu eine Feuerstelle, einen guten Käse und ein paar frische Kräuter. Ich brauche dazu außerdem eine große rote Zwiebel, eine Hand voll Strauchtomaten und einen ordentlichen Muskel-/Alltagskater. Nichts fühlt sich dann besser an als ein proteingefüllter Arbeitsspeicher und ein beglückter Gaumen.

Was ist heute für ein Tag? Ich sag’s euch: Ekelwetter-Tag. Das ist traditionell der Tag, an dem man sich schon morgens ein dickes Stück Schokolade in den Mund schiebt, um den Serotoninspiegel hochzujagen. Heute trage ich außerdem meine gelbe Kullerkette, um die fehlende Sonne modisch auszugleichen. 22 kleine Sonnen baumeln nun schwer an meinem Hals und erinnern mich daran, dass wir dieses Jahr auch schon ein paar schöne Tage hatten.
Heute allerdings scheint sich eine ungewaschene Gardine über den Himmel gelegt zu haben.
Weiterlesen »
Am Wochenende das erste graue Haar entdeckt.
Verdacht verdrängt.
Dann das Eingeständnis:
Ich glaube, ich werde alt.
Weiterlesen »
Nee, nix Campari. Das da in der Flasche ist sauer statt bitter und außerdem echte Eigenproduktion: selbst angesetzter Granatapfelessig – alkoholfrei, fruchtig und vielseitig verwendbar. Zum Beispiel könnte ich ihn problemlos wie Campari trinken, pur und in kleinen, genussvollen Schlucken. Soll ja unglaublich gesund sein, so eine (Granat-)Apfelessig-Kur, und am besten fängt man damit gleich nach Aschermittwoch an, passend zur Fastenzeit.
Weiterlesen »
Ausgemachte Frostbeulen sollten in diesen Tagen auf hausgemachte Leckereien setzen. Wer will bei diesem Wetter schon den Fuß vor die Tür setzen? Es sei denn natürlich, die Sonne zeigt sich auf so charmante Weise wie heute. Dann darf der Kilometer-Schal zeigen, was ‘ne Wolle ist und die Fäustlinge werden geballt. Hauptsache, die Augen bleiben frei für das Winter-Wonderland und die Kürbisauslage beim Gemüsemann, der sich hinter dicken schweren Plastikplanen verschanzt hat.

Für dieses Gericht braucht man vor allem gutes Rinderfilet, eine hohe Schärfetoleranz und einen Asia-Laden, dessen Thai-Basilikum nicht von Blattläusen befallen ist. Der Rest ist eine Frage der Geduld. Daran mangelt es meist, wenn ich Appetit auf das Cashew-Chili-Rind habe, weil der Hunger zu diesem Zeitpunkt schon bis in den Himmel gewachsen ist.
Dieses Mal scheiterte es allerdings eher am Läuse-Boykott.
Weiterlesen »
Mein Gemüsehändler führt seit neuestem Retro-Möhren. Ganz im Stil der 70er Jahre gehalten, sind die kultigen Karotten in knackigem Orange mit violetter Umrandung ein wunderbarer Eye-Catcher für mein Après-Messe-Dinner und zaubern in Windeseile nostalgisches Pop Art-Flair in meinen facettenreichen Wildkräutersalat.
Farblicher Kontrast zur grünen Basis: Zartes Lammfilet in cremigem Nussbraun mit leichtem Rosé-Schimmer. Die wohl dosierten granatapfelroten Tupfer nehmen dem graphisch durchkonzipierten Teller seine optische Strenge und sorgen für das perfekte Dinner – natürlich nur stilecht auf einem original Fiberglass Eames Side Chair DSW.
Weiterlesen »
Ich hätte jetzt gerne eine Portion Mittelmeer, dazu ein schönes Glas Salzwasser und zum Abschluss ein Stück Alltagsflucht, die doppelte Portion bitte. Die Rechnung übernimmt selbstverständlich mein Traummanagement, übers Kulinarische hinausgehende Kosten lasse ich über meinen Illusionskredit laufen.
Allerdings habe ich gehört, dass das RosaWolken-Kontor in letzter Zeit ziemlich knausrig war, was Spesen und Sehnsuchts-Fördermittel betrifft. Muss ich in Zukunft also auch noch für meine Utopien selbst aufkommen? Dabei bräuchte ich, mit Verlaub, immer noch Urlaub. Eine innere Stimme sagt mir das. Oder ist es der Oktopus, der aus meinem Kühlschrank wispert?
Weiterlesen »
Ein Virus geht gerade um, gottseidank einer von den guten. Seine volle Schlagkraft entwickelt er bei Temperaturen unter 5°, mit Vorliebe bei Nieselregen und Matschwetter. Widerstand ist natürlich zwecklos, was in diesem ganz speziellen Fall aber nicht in tagelanger Bettlägrigkeit, sondern in einem wunderbaren Wintergericht endet.
In manche Gerichte möchte ich mich am liebsten hineinlegen, mit dem Kopf vorneweg, und dann satt und zufrieden darin untergehen. Mögen die anderen ruhig von Mousse au Chocolat gefüllten Badewannen träumen, ich ertrinke lieber in meinem frisch gekochten Cashew-Curry, die flatternde Korianderfahne in der Hand.
Weiterlesen »












