Wie besonders eine Liebe wirklich ist, merkt man oft erst, wenn man Abschied nehmen muss. Dann wird noch einmal alles gegeben, ausgekostet, gekämpft, weil man sich im Grunde ein Leben ohne das Objekt der Begierde nicht vorstellen kann. Warum ich das weiß? Weil es mir jedes Jahr aufs Neue so geht. Der Spargel ist meine große Liebe – und trotzdem muss ich ihm immer wieder Adieu sagen.

Das Schlimme daran? Dass ich letztlich machtlos gegen diese Trennung bin. Und auch wenn sie nur auf Zeit sein mag, ist sie doch verdammt real und ausnehmend langanhaltend, geprägt von kontinuierlich aufwallenden Sehnsuchtsphasen und einem nicht zu unterdrückenden Ziepen in der Magengegend.

Und doch nehme ich all das in Kauf, immer und immer wieder. Weil diese Liebe eben mehr ist als nur ein Strohfeuer. Sie ist die Chronik einer lebenslangen Leidenschaft, mit jener obligatorischen, rauschhaften Phase am Anfang, den leisen Ermüdungserscheinungen in der Mitte ….

….und zum Schluss, kurz vor Saisonende, wird noch einmal so richtig aufgetischt.

 

Glutenfreie Spargel-Kokos-Tarte mit Walnussmehl & Thymian   

Zutaten:

Tarteboden:
65 g Reismehl
45 g Walnussmehl (alternativ kann man auch Kastanienmehl nehmen)
2 EL Maismehl (Speisestärke)
½ TL Meersalz
3 EL Ghee oder Kokosfett
4-5 EL Eiswasser

Belag:
120 ml Kokosmilch
2 Eier, verquirlt
½ Tl geriebene Muskatnuss
2 Zweige Thymian
Meersalz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer aus der Mühle
1 Bund Spargelspitzen

 

Zubereitung: 

1. Für den Boden Reismehl, Walnussmehl, Maismehl und Salz in eine Schüssel sieben. Ghee oder Kokosfett sowie das kalte Wasser hinzufügen und mit den Händen rasch zu einem Teig verkneten. Ist der Teig zu trocken, noch 1-2 EL Wasser unterkneten.
Den Teig zu eienr Kugel formen, in Frischhaltefolie wickeln und für mind. eine halbe Stunde in den Kühlschrank legen.

2. Für den Belag die Kokosmilch mit den Eiern, der Muskatnuss, Thymianblättchen, Salz und Pfeffer verquirlen.
Den Backofen auf 190 °C vorheizen.

3. Die Tarteform ggfs. einfetten. Den Teig mit den Händen gleichmäßig auf dem Boden verteilen und am Rand gut hochziehen. Gut andrücken und mehrmals mit einer Gabel einstechen.

Die Kokosmilch-Eier-Mischung auf dem Boden verteilen und die Spargelstangen darauf verteilen. Auf der mittleren Schiene im vorgeheizten Ofen ca. 30-40 Minuten goldbraun backen.

4. Herausnehmen, aus der Form lösen und noch warm oder lauwarm mit Thymianblättchen bestreut servieren.

 

 

4 Kommentare zu “Diese eine Liebe wird nie zu Ende gehen: (Glutenfreie) Spargel-Kokos-Tarte mit Walnussmehl & Thymian”

  1. Sarah

    Klingt köstlich und nach einem gelungenen Abschied! Vielleicht schaffe ich es auch noch mal schnell, das Rezept nachzukochen!

  2. Frau Ziii

    Du meine Güte! Schreck mich nicht so! Ich habe mich gerade daran gewöhnt, dass Du wieder da bist und dann schreibst Du auf Instagram von einem tränenreichen Abschiedspost. Jetzt bin ich aber froh, dass es “nur” eine Spargeltarte ist ;-)
    Lieben Gruß aus Wien von Frau Ziii

  3. Krisi

    Ja, dass ist immer das bittersüsse an den Jahreszeiten. All die tollen Sorten gibt es nur beschränkt. Spargel, Erdbeeren, Rhabarber, Pfirich usw. Ich habe letzte Woche voller trauer meinen letzten Rhabarberkuchen gebacken, dafür dann aber voller Freude eine 2,5 kilo Kiste Aprikosen gekauft…Spargel ist auch eine Liebe von der ich mich kaum trennen mag und die Saison ist immer viel zu kurz:(
    Tolles Rezept, klingt sehr lecker.
    Liebe Grüsse,
    Krisi
    http://excusemebutitsmylife.blogspot.com

  4. Micha

    Wie ungewöhnlich – genau das finde ich an dieser Tarte spannend!


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