Astronomisch gesehen ist der Sommer ja noch ein Weilchen bei uns zuhause. Kulinarisch gesehen dürfen wir ihm also ruhig noch mal auf die Pelle rücken. Obwohl der Herbst meine liebste Jahreszeit ist und mir beim Gedanken an Kürbissuppe, Steinpilzsoufflé und gegrilltem Radicchio schon das Wasser im Mund zusammenläuft, bin ich doch immer etwas wehmütig, wenn sich die warme Jahreszeit langsam verabschiedet. Vielleicht hatte ich in diesem Jahr auch einfach zu wenig Sonnenschein (und Momente, in denen mir das Wasser den Rücken herunterlief).

In den vergangenen beiden Wochen habe ich daher so viel wie möglich davon gebunkert, eingeweckt und eingetütet, in Kisten gepackt und in Dosen gefüllt, damit ich in den kommenden Monaten nicht wie die arme vergnügungssüchtige Grille völlig ohne Vorrat dastehe.
Schade, dass sich Sonnenschein nur bedingt konservieren lässt.
Und schade, dass ich es nicht öfter so wie die Grille gemacht habe!

Wahrscheinlich wäre dieses Jahr aber auch nicht der fulminanteste Jahrgang gewesen. Obwohl, die Spätlese, die war gar nicht mal so übel. Lassen wir ihn also noch einmal hochleben, den Sommer. Mit Picknick im Freien, Grillen auf Balkonien und Masskrugstemmen im Biergarten. Einem eisgekühlten Crodino in der linken und einer sonnengelben Zucchini-Focaccia in der rechten Hand. Und im Herzen? Na was wohl, den Sommer natürlich!

 

Sonnenschein-Focaccia mit Zucchiniblüten

Zutaten

  • Für die Focaccia:
  • 20 g Bierhefe (bekommt man in der Brauerei; ihr könnt aber auch normale frische Hefe nehmen)
  • 1 /2TL Zucker
  • 500 g Mehl (Typ 405)
  • 1/2 EL Salz
  • ca. 300 ml lauwarmes Wasser
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 TL grobes Meersalz
  • Für den Sonnenschein:
  • 1-2 gelbe Zucchini (je nachdem, wie dick belegt ihr die Focaccia wollt)
  • frische Zucchiniblüten
  • frischer Rosmarin
  • grobes Meersalz
  • gutes Olivenöl

Zubereitung

1. Grundteig: Die Hefe mit dem Zucker in einer kleinen Schüssel mit einem Löffel so lange zerdrücken, bis sie sich verflüssigt hat.
Das Mehl in eine große Schüssel geben und das Salz am Rand ringsherum einstreuen. Die Hefe und dann das Wasser dazugeben und alles mit beiden Händen zu einem glatten, elastischen Teig verkneten. An einem trockenen und warmen Ort gehen lassen, bis sich das Teigvolumen verdoppelt hat (ca. 1 Stunde).

2. Auf einem mit etwas Olivenöl ausgepinselten, leicht bemehlten Backblech den Teig mit den Händen ausbreiten. Mit einem Küchentuch zudecken und nochmals 30 Minuten gehen lassen. Die Focaccia mit Olivenöl einpinseln und mit Meersalz bestreuen.

3. Die Zucchini waschen und in dünne Scheiben schneiden. Den Focacciateig damit belegen. Im vorgeheizten Backofen bei 200 °C etwa 20 Minuten backen. Ca. 10 Minuten vor Ende der Backzeit die Zucchiniblüten auf der Focaccia verteilen, ca. 4 Minuten vor Ende der Backzeit die Rosmarinnadeln über die Focaccia streuen (auf keinen Fall vorher, sonst verbrennt der Rosmarin).

Die Focaccia lässt sich nach Lust und Laune variieren, zum Beispiel mit Thymian statt Rosmarin, getrockneten Tomaten und roten Zwiebeln statt der Zucchini. Toll schmecken auch in den Teig geknetete schwarze Olivenstücke. Und wenn ihr ihn bekommt: Sonnenschein in kleinen Dosen.

Sonne satt:  ★★★★★ 

 

3 Kommentare zu “Ein bisschen Grille, ein bisschen Ameise: Sonnenschein-Focaccia mit Zucchiniblüten”

  1. Anne

    Ohhhh, sieht das lecker aus. Ich liebe alles hefige und Zucchini ist mit das absolute Lieblingsgemüse und die gelbe Variante sieht einfach so fein aus. Lecker!

  2. Rita

    Hallole liebe Sophie,

    Sag mal, ist dies das Rezept von dem focaccia das Du neulich bei Insta gezeigt hast? Also dieses neugierige Teiglein das selbst in den Ofen krabbeln wollte?
    Suche nämlich noch das ultimative Rezept!

    Und ja, ein neues Foto wäre nicht schlecht! Ansonsten mag ich es hier, Dein Blog hat Wohlfühlcharakter!

    Liebste Grüße aus dem Gartenhaus

    Rita

  3. Sophie

    Hallo Rita,
    danke für die Blumen :-) Nee, der Focacciateig, den du auf Insta gesehen hast, ist für ca. 50 Portionen :-D Ich stehe hin und wieder auch im Panificio unserer Firma und helfe beim Backen, aber das ist schon ne ganz andere Nummer mit mehrmals bearbeiten, in den Gärschrank packen, Salamoia drauf, wieder in den Gärschrank usw. Dat willste zuhause nich machen, glaub mir. Das Rezept hier ist aber auch nicht schlecht. ;-)


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