Ein morgendlicher Blick auf den Timeplaner offenbart ganz Fürchterliches: 2012 ist quasi schon morgen und ich habe noch keine Ahnung, wie es aussehen soll. Auf diesen Schock muss ich mich erst mal setzen und etwas Süßes essen. Wobei das eigentlich die falsche Taktik ist, denn 2012 ist mir wie gesagt dicht auf den Fersen und ich habe noch keine Ahnung, wie ICH darin aussehen soll.

Mit erschreckender Hemmungslosigkeit habe ich mich durch 2011 geschlemmt, ohne nach links und rechts (oder nach vorne?) zu blicken. Und da ich keine Freundin guter Vorsätze (eher eine Bekannte egokompatibler Verdrängungsmanover) bin, wird sich das ganze Ausmaß meiner Sorg- und Körperlosigkeit voraussichtlich erst Mitte Januar offenbaren, wenn auch die letzten narkotisierenden Krümel aus der Plätzchendose verschwunden sind und ich aus meinem Dornröschenschlaf erwache.

Ohne Süßes aber geht es momentan einfach nicht, und ich stelle fest: NICHT MAL EINEN EINZIGEN TAG. Wenn die Temperaturen auf 5°C fallen, spätestens aber mit Einsetzen des Bodenfrostes, braucht mein Körper erhöhte Energiezufuhr. Wenn möglich in Form kleiner Serotonin-Häppchen, anhand derer ich mich dann durch den Tag hangeln kann. Dass es in einer vorwiegend weiblich besetzten Redaktion ständig Plätzchen, Kuchen und Schokolade hagelt, macht die Sache leichter. Mich aber umso schwerer.

Aber wer redet denn von Verzicht? Den will ich ja gar nicht üben, sondern allenfalls etwas gesünder naschen. Am besten, ich belohne mich schon zum Frühstück mit etwas Süßem der harmlosen Sorte. Klar, das geht, und zwar mit diesen lecker-leichten Birnen-Ingwer-Muffin von Sophie Dahl, die Katharina Höhnk zwar nicht so geschmeckt haben, in meiner Redaktion jedoch richtig gut ankamen.

Unglaublich, aber wahr: In den Muffins stecken weder Butter noch Zucker, stattdessen Dinkelmehl, Haferflocken, Buttermilch, Eiweiß und Birnenpüree. Das macht die kleinen Teile nicht gerade zum Traum eines Pâtissiers, aber wer nicht so gerne pappsüß ißt, wird sie lieben.

Sicherheitshalber habe ich dem Originalrezept noch geriebene Bitterschokolade und und kandierten Ingwer beigemischt, dafür aber die Rosinen weggelassen. Die zweite Änderung: Ich nehme keinen Baby-Birnen-Brei wie meine Namensvetterin, sondern püriere mein Obst selbst zu Mus. Bei Hippgläschen muss ich mich nämlich… *würg*.

Ansonsten ist alles fein, so wie es ist und Frau Dahl bekommt von mir den Vollwert-Award für ihr 100% gewissensbissefreies Muffin-Rezept.

Birnen-Ingwer-Muffins mit Zartbitterschokolade und kandiertem Ingwer

Zutaten

  • Sonnenblumenöl
    2 TL Backpulver
    1 TL Natron
    1 TL gemahlener Ingwer
    1 TL Zimt
    1/2 TL frisch geriebene Muskatnuss
    145 g Dinkelmehl
    150 g Haferflocken
    225 g Birnenpüree (selbst gemacht)
    4 Eiweiße, leicht verschlagen
    125 ml Naturjoghurt
    1 feste Birne
    40 g kandierter Ingwer
    40 g Zartbitterschokolade, fein gehackt

Zubereitung

1. Den Ofen auf 180°C (Umluft 170°C) vorheizen. Eine 12er-Muffin-Form mit Sonnenblumenöl einfetten oder mit Papierförmchen auslegen.

2. Die Birne schälen, entkernen und würfeln. Den kandierten Ingwer fein hacken, auch die Schokolade fein hacken. Backpulver, Natron, Ingwer, Zimt und Muskatnuss in eine große Rührschüssel sieben. Dinkelmehl und Haferflocken unterrühren. In die Mitte eine Vertiefung drücken und sämtliche feuchten Zutaten, die gewürfelte Birne, Ingwer- und Schokoladenstückchen hinzufügen. Vorsichtig alles miteinander vermischen, bis alle trockenen Zutaten gut untergehoben sind.

3. Den Teig so in die Muffinförmchen gießen, dass alle Vertiefungen zu zwei Dritteln gefüllt sind. In den Ofen schieben und etwa 25-30 Minuten backen, bis die Muffins leicht gebräunt sind.

Am besten schmecken sie noch leicht warm, mit etwas Orangenmarmelade und Clotted Cream/Schmand.

Zubereitungszeit: 30 Minuten (plus 30 Minuten Backzeit)

Zum Frühstück, zum Tee, zum Kaffee: ★★★★★

Quelle: Sophie Dahl, Verführerisch. Kochen mit Sophie Dahl. Berlin Verlag.

3 Kommentare zu “Sind die (nicht) süß: Birnen-Ingwer-Muffins nach Sophie Dahl”

  1. Sarah

    Ohhh, LECKER!!! Das Rezept kommt sofort auf meinen Merkzettel! :D

  2. Katharina

    Die Muffins sehen bei Dir sehr köstlich aus. Dein Post bestätigt mein damaliges Gefühl, dass sich ein Fehler bei meinem Versuch eingeschlichen hatte. Ich werde es zugegebenermaßen nicht nochmal probieren, aber schön darüber zu lesen. :-)

  3. Peter

    Das muss ich dringend probieren! Hoffentlich finde ich gute Birnen…


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