Advertorial *
Wintergemüse stand bei mir lange Zeit nicht besonders hoch im Kurs. Ich liebe das farbenprächtige Überangebot im Spätsommer und Frühherbst, die mediterrane Küche meiner Kindheit und alles, was aufregend und exotisch ist. Aber ich lebe nun mal in Deutschland. Hier muss man die Feste feiern wie sie fallen und die Saison auskosten, koste es was es wolle. Im Winter heißt das: Knollengemüse, Rüben, Wurzeln, Kohl und Kürbis. Früher konnte ich mich damit nur bedingt anfreunden – bis ich auf den Geschmack kam. Entgegen aller Vorurteile ist die Gemüseauswahl im Winter nämlich groß genug, um täglich aus dem Vollen schöpfen und seiner Fantasie freien Lauf lassen zu können. Sellerie zum Beispiel ist seit einiger Zeit ein regelmäßiger Besucher. Selbst der Kerl an meiner Seite hat ihn inzwischen zum Fressen gern.

Noch vor ein paar Jahren wäre es mir nie in den Sinn gekommen, die Knolle für etwas anderes außer Gemüsebrühe zu verwenden. Zu intensiv war mir der würzige Geschmack, zu vermeintlich kompliziert die Handhabung. Was zum Teufel macht man nur mit diesem knorrigen Ding? Als Grundlage für Suppen, Fonds und Saucen ist Sellerie zweifelsohne unentbehrlich, sonst aber eher langweilig. Oder? Tatsächlich ist Sellerie eine der vielseitigsten Gemüsesorten, die es gibt.

 

Egal ob im Ofen unter der Salzkruste gebacken, zu einem samtweichen, buttrig-nussigen Püree geschmort, roh mit Äpfeln und Nüssen zu einem aromatischen Salat geraspelt oder zu knusprigen Rösti gebraten – er schmeckt einfach immer hervorragend. Sein intensives Aroma ist wie ein natürlicher Geschmacksverstärker: pures Umami. Wenn er nicht die wohlverdiente Hauptrolle spielt, gibt er vielen Gerichten den letzten Schliff.

Bei diesen Rösti mag ich vor allem drei Dinge: Sie sind leichter als ihre stärkehaltigen Kartoffelbrüder und daher perfekt für jede Mittagspause. Man kann sie gut variieren – wer es ein wenig bunter mag, raspelt Möhren, Zucchini oder Rote Bete mit hinein – und leicht aufpeppen, z.B. mit frischen Kräutern, Wintersalaten oder unterschiedlichen Dips. Meine Lieblingsvariante: Pur, mit Postelein und einer Gorgonzola-Creme – das herzhafte Aroma des Selleries akzentuiert die delikate Süße des Blauschimmelkäses, die ätherischen Öle machen den fetten Käse bekömmlich.

 Und weil sie so unglaublich schnell gehen und wir eigentlich immer ein paar Sellerieknollen im Gemüsefach liegen haben, gibt es sie wann immer der Appetit auf kräftige Gemüseküche gerade anrollt. Gerade im Winter kann das auch schon mal alle paar Tage sein.

* Dieses Rezept entstand mit freundlicher Unterstützung der BVEO (Bundesvereinigung der Erzeugergenossenschaft Obst und Gemüse e.V.), im Zusammenhang mit der Kampagne „Deutschland – Mein Garten.“. Ziel der Kampagne ist es, saisonales und regionales Obst und Gemüse aus Deutschland zu fördern – ein Ansatz, den ich teile und gerne unterstütze. Alle Inhalte (Text, Rezept und Bild) sind von mir unabhängig und selbstständig produziert worden und geben sowohl meinen persönlichen Geschmack wie auch meine eigene Meinung wieder.

 

Sellerie-Rösti mit Gorgonzola-Dip und Postelein

Zutaten für 2 Personen:

1 kleiner Knollensellerie (ca. 400 g)
2 Eier
2 EL Dinkelmehl
Salz, frisch gemahlener schwarzer Pfeffer frisch geriebene Muskatnuss
2 EL Olivenöl
1 kleines Bund Postelein
60 g Gorgonzola (oder ein anderer Blauschimmelkäse)
2 EL Saure Sahne
2 EL Vollmilchjoghurt

 

Zubereitung:

1. Den Knollensellerie waschen, schälen und grob raspeln. Eier aufschlagen und mit den Sellerieraspeln vermischen. Das Mehl über die Masse stäuben und gut unterrühren. Die Röstimasse mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen und ein paar Minuten ruhen lassen.

2. Das Öl in einer beschichteten Pfanne erhitzen. Die Selleriemasse portionsweise in das heiße Öl geben und von jeder Seite bei mittlerer Hitze etwa 4 Minuten goldbraun backen. Die fertigen Rösti im vorgeheizten Ofen (ca. 50 °C) warm halten.

3. Den Postelein gut waschen und trocken schleudern, evtl. das untere Drittel der Stiele abzupfen. Den Blauschimmelkäse mit einer Gabel zerdrücken. Saure Sahne und Joghurt hinzufügen und mithilfe eines Schneebesens zu einem glatten Dip verrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

4. Die heißen Rösti auf Teller verteilen, mit dem Postelein bestreuen und mit dem Dip servieren.

 

 

Kleine Warenkunde:

Sellerie:

Sellerie ist ein grandioses Geschmackswunder und der heimliche Star der winterlichen Gemüseküche – unentbehrlich als Basis für Suppen, Saucen und Fonds. Tatsächlich ist die aromatische Knolle aber viel mehr als nur würzige Grundlage. Die Hauptrolle steht ihr erstaunlich gut. Praktisch: Im Kühlschrank halten sich die Knollen mehrere Wochen. Ich kaufe am liebsten

kleine Knollen, da sie milder schmecken und nicht so oft holzig sind. Frische Sellerieknollen wäscht man unter fließendem Wasser gut ab, schält sie mit einem scharfen Messer und verarbeitet sie dann rasch weiter. Man kann sie dünsten, braten, frittieren, kochen oder roh essen, in dünne Stifte geschnitten oder fein geraspelt. Die ätherischen Öle und der hohe Gehalt an Kalzium, Vitaminen und Eisen machen sie zu einem echten – und echt leckeren – Powerpaket.

Postelein:

Postelein findet man in der Gemüseabteilung oder beim -händler oft auch unter dem Namen Winterportulak. Er ist eine tolle winterliche Alternative zu Babyspinat oder Wildkräutersalaten. Die fleischigen Blätter haben einen milden, leicht würzigen Geschmack. Im Gegensatz zum Sommerportulak sind sie milder und sehr viel zarter. Blatt, Stiel und Blüte können komplett gegessen werden, ich knipse das untere Drittel der Stiele oft ab – so ist er bekömmlicher. Am besten kauft man ihn frisch. Auf einem Teller ausgebreitet und mit einem feuchten Küchentuch bedeckt hält er im Kühlschrank aber auch 1-2 Tage. Danach verfärben sich die Blätter gelblich. Postelein enhält wertvolle Omega-3-Fettsäuren, hat einen hohen Vitamin-C-Gehalt und enthält Eisen, Magnesium und Kalium.

 

Ein Kommentar zu “Winter-Soulfood für kalte Tage: Knusprige Sellerie-Rösti mit cremigem Gorgonzola-Dip und Postelein”

  1. Arthurs Tochter

    Ein Posting! *jubel*


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