Legefrische Bio-Eier aus Bayern, knackige Erbsen aus der Pfalz und ein Schluck Sahne von glücklichen Kühen = Gelinggarantie für DAS Sommergericht des Jahres. Naja, zumindest meines (und zumindest für den Moment). Schon mal Erbsenflan probiert? TESTEN!

Mit dem gemeingefährlichen Erbsengemüse aus der Dose hat das hier ungefähr so viel zu tun wie Schlabbertoast mit Holzofenbrot, die Erbsenflans haben also auch eine therapeutische Wirkung. Lasst euch beim Einkauf unbedingt ein paar Schoten mehr in den Korb packen – Erbsen direkt aus der Schote snacken macht unheimlich Spaß und schmeckt so wunderbar nach Kindheit.


Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ab in die Tonne: Frische Erbsen sollten leuchtend grün, fest und saftig sein, ebenso wie die Schoten, in denen sie stecken. In ein feuchtes Tuch gewickelt, halten sie ein paar Tage im Kühlschrank durch, enthülsen sollte man sie allerdings erst kurz vor dem Verzehr.

Das geht eigentlich ganz einfach: Die Spitzen der Schote abbrechen und entlang der Nahtseite öffnen. Erbsenzähler picken die grünen Kügelchen einzeln heraus, schneller geht es, wenn man mit dem Daumen innen die Schote entlangstreift.

 


Und wenn wir schon mal beim Thema Frische sind: Schnappt euch für die Flans die besten Eier, die ihr kriegen könnt!
Meine stammen vom Seepointerhof und sind – ach wie toll – S-Eier von Junghennen, die der Liebste vom letzten Landtrip mitgebracht hat.

Sparen könnt ihr dann beim Beiwerk: Vogelmiere ist eigentlich Unkraut, das wie so viele vergessene Gemüse- und Salatsorten in den letzten Jahren wieder seinen Weg zurück ins kulinarische Gedächtnis gefunden hat. Das Nelkengewächs hat einen etwas eigenwilligen Geschmack: Nussig, erdig und – tatsächlich – ein bisschen wie junge Maiskolben, schmeckt aber very nice in Kombination mit anderen Wildkräutern oder als Topping auf den zarten Erbsenflans.

Bezugsquelle? Entweder die Balkonpflanzen des Nachbarn plündern oder auf dem Wochenmarkt nach dem kleinblättrigen Wildkraut mit dem Federviehnamen fragen: Man nennt es auch Gänsegras oder Hühnerdarm.

Passt doch, irgendwie.

 

 

Erbsenflan mit Vogelmiere

Zutaten

  • 300 g TK-Erbsen
    Salz
    1 Bio-Limette
    150 g Sahne
    3 möglichst frische Eier
    Cayennepfeffer
    Pfeffer aus der Mühle
    Butter für die FörmchenZum Anrichten:
    etwas Vogelmiere
    frische Erbsschoten
    ein paar Tropfen Nussöl

Zubereitung

1. Die Erbsen in Salzwasser 8-12 Minuten garen, bis sie weich, aber noch nicht ganz verkocht sind. Die Limette fein abreiben, 1 TL Saft auspressen.

2. Die Erbsen abgießen, eiskalt abschrecken und mit der Hälfte der Sahne sehr fein pürieren. Für eine besonders zarte Konsistenz durch ein feines Sieb streichen (dann werden die Flans so richtig samtig!). Mit Cayennepfeffer und Pfeffer würzen.

3. Die Eier mit der restlichen Sahne glatt rühren – am besten mit einer Gabel, auf keinen Fall aber mit dem Pürierstab (es sollte sich kein Schaum bilden, damit die Flans eine feine, glatte Struktur bekommen). Ei-Sahne-Mischung mit dem Erbsenpüree mischen und nochmals abschmecken.

4. Backofen auf 150 °C (Umluft 130 °C) vorheizen. Die Masse in vier ofenfeste, mit etwas Butter ausgefettete Souffleförmchen füllen (so lassen sich die Flans nachher besser aus der Form lösen), und zwar so:
Zunächst etwa ein Viertel der Masse einfüllen und die Förmchen kräftig auf die Arbeitsfläche aufklopfen, damit sich die Masse gleichmäßig verteilt und eventuelle Luftbläschen entweichen. Dann den Rest der Masse einfüllen. Die gefüllten Förmchen in ein tiefes Backblech stellen und so viel kochend heißes Wasser dazugeben, dass sie zu etwa zwei Drittel darin stehen.
Die Flans etwa 45 Minuten im Wasserbad garen. Dann kommt die Stäbchenprobe: Mit einem Holzspieß vorsichtig in eines der Flans stechen. Wenn nichts daran haften bleibt, sind die Flans gar.

5. Die fertigen Flans 5-10 Minuten stehen lassen, damit sie sich setzen können. Danach mit einem Messer vorsichtig vom Rand lösen und auf Teller stürzen. Etwas Nussöl darüber träufeln und mit der (gewaschenen und trocken geschüttelten) Vogelmiere anrichten. Schmecken lauwarm oder kalt zu knusprigem Brot, gebratenem Fisch oder einem schicken Steak.

Genial lecker & verdammt einfach: ★★★★★

Geschirr: Anne Black.

6 Kommentare zu “Die Guten ins Töpfchen: Erbsenflan mit Vogelmiere”

  1. nata

    Wer könnte schon widerstehen, wenn etwas so köstlich klingt wie Hühnerdarm?

  2. Sophie

    ach Nata, es ist so schön zu wissen, dass jemand meine Texte BIS ZUM ENDE liest ;-)!!!!

  3. zorra

    Ich hab auch alles gelesen, und der Hühnerdarm hat mir nicht den Appetit verschlagen. Wie könnte er auch bei diesen Fotos!

  4. Sandy (Confiture de Vivre)

    Hallo meine Perle, sieht also so aus, als wärst du gut wieder angekommen! Hübsch dein Grün und mich schreckt weder Hühnerdarm noch sonst was ab! Es war nett am Wochenende! Jena liegt doch quasi auf der Strecke nach Leipzig, so von München aus – lass uns was planen. Drück dich, Sandy

  5. nata

    Klar lese ich die Texte bis zum Ende! Und mir hat es ganz und gar nicht den Appetit verdorben. Es sieht alles wie immer sehr lecker aus.

  6. Kathi

    Die Namen sind ja gewöhnungsbedürftig, aber Deine Fotos ein Traum und bei den Erbsen muss ich gleich an meine Oma denken. ;-) Zu eine Steak hinterlässt der Flan bei Gästen sicher Eindruck. Das werde ich mal ausprobieren.

    Liebe Grüße
    Kathi


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