Auch wenn es derzeit nicht so aussieht: Es ist Sommer! Ich weiss das, schließlich habe ich ihn ja eingekauft, zusammen mit den roten Paprika und dem Tomatensaft und dem Wodka für die Bloody Marys, wenn schon mal Tomatensaft im Haus ist. Man muss nur ein bisschen Geduld haben, in der Zwischenzeit ein paar Hähnchenspieße probegrillen, dann wird er sich über kurz oder lang wohl zeigen.

Noch schneller lässt sich die Wartezeit mit küchenaffiner Lektüre überbrücken. Seitdem ich Ende letzten Jahres aus Hamburg weggezogen bin, habe ich zugegebenermaßen keinen einzigen Blick mehr in die Effilee geworfen, bei der ich ein paar Monate lang mitmischen durfte. Schade eigentlich, denn des Herrn Paulsens „Schnelle Teller“ sind immer wieder höchst inspirierend. Die Paprika-Cashewnuss-Gazpacho hat mich noch beim Durchblättern in der Supermarktschlange angesprungen, schon allein der kurzen Zubereitungszeit wegen. Und war nicht auch schon die Wassermelonen-Gazpacho vom letzten Jahr ein Knaller? Also noch mal zurück in die Gemüseabteilung und wieder ganz hinten anstellen.

Ein bisschen schnippeln muss man natürlich schon, außerdem empfiehlt sich das Einplanen einer langen Recherchephase, wenn man die Gazpacho tatsächlich mit dem von Stevan Paul empfohlenen Sangrita Classico zubereiten möchte. Im Supermarkt war jedenfalls weit und breit keine Spur von dem würzigen Tomatensaft mit dem Sombrero-Mädchen-Etikett. Vielleicht sind die Hamburger Supermärkte besser bestückt als die bayrischen? (Ja!)

Es ließ sich dann doch noch eine pikante Tomatensaftversion auftreiben, ich hätte mir aber auch mit einer viertel (oder eher achtel) Habanero zu helfen gewusst. Ich habe die Zutaten allesamt im Standmixer püriert und kurz vor dem Servieren noch ein paar Eiswürfel mit durchlaufen lassen. So wurde die Gazpacho, die andernfalls mit den gerade erst eingekauften Zutaten eher lauwarm gewesen wäre, in Sekundenschnelle kühl und erhielt außerdem eine lockerere, schaumigere Konsistenz.

Laut Stevan Paul schmeckt die andalusische Spezialität am besten, „wenn die Sonne hoch steht oder gerade unter geht.“ Bei mir ist sie momentan gar nicht zu sehen. Geschmeckt hat’s trotzdem.

Paprika-Cashewnuss-Gazpacho mit gegrillten Hähnchenspießen

Zutaten

  • 3-4 Hähnchenbrustfilets ohne Haut und Knochen
  • 1 Limette
  • 1 Knoblauchzehe
  • 4 Scheiben Toastbrot
  • 500 ml Sangrita Classico (oder Tomatensaft, plus Tabasco oder Habanerochili zum Würzen)
  • 2 rote Paprika (für mich durften es mehr sein, sonst schmeckt’s zu tomatig)
  • 3 Tomaten
  • 1/2 -1 rote Pfefferschote
  • 1-2 Tl Weißweinessig
  • 4 EL Olivenöl
  • 80 g gesalzene Cashewnüsse (meine waren ungesalzen)
  • Salz (in meinem Fall also mehr)
    Öl
  • 1 Bund gemischte Gartenkräuter (in meinem Fall Mini-Basilikum)
  • 150 saure Sahne

Zutaten

1. Die Hähnchenbrustfilets würfeln. Mit der fein abgeriebenen Limettenschale und dem Limettensaft sowie dem durchgepressten/gehackten Knoblauch in einer Schüssel gut vermischen.

2. Das Toastbrot in einer Schüssel mit dem Tomatensaft/Sangrita begießen. Paprika entkernen, grob würfeln, ebenso die Tomaten und die Pfefferschote. MIt Essig, Olivenöl und 40 g der Cashewkerne vermengen. Alles im Standmixer (oder mit dem Pürierstab) fein pürieren. Gazpacho mit Salz würzen und kalt stellen.

3. Die Hähnchenbrust auf Spieße stecken und in etwas Öl in einer Pfanne ca. 6-8 Minuten braten. Man kann sie natürlich auch auf dem Grill zubereiten, wenn es das Wetter hergibt. Salzen, pfeffern.

4. Die übrigen Cashewkerne grob hacken, die Gartenkräuter/Basilikum waschen, trocken schütteln und grob zupfen. Einen Klecks saure Sahne in jeden Suppenteller geben und die Gazpacho mit den Kräutern und den Spießen servieren.

Zubereitungsuzeit: 25 Minuten

Schmeckt nach Sommer: ★★★★★

5 Kommentare zu “Rot wie die untergehende Sonne: Paprika-Cashewnuss-Gazpacho mit Hähnchen-Pinchos”

  1. Sabine

    Kalte Suppen mag ich normalerweise nicht so gerne, doch Deine Gazpacho könnte mich alleine schon durch den Titel “rot wie die untergehende Sonne” bekehren ;-)

  2. voni

    Hallo,

    hm, das sieht super aus. Ich bin gerade auch noch über deine letztjährige Version deines Wassermelonengazpachos gestolpert – klingt sehr lecker. Wobei es die Basiczutaten auch tun, so vor kurzem bei mir getestet und für gut befunden.
    http://meineliebedasessen.blogspot.com/2011/06/wassermelonengazpacho-it-works.html
    Ich hoffe aber noch auf ein paar heisse Tage, und dann werde ich wohl auch deine Gazpachos mal ausprobieren.
    Vielen Dank jedenfalls für deinen Einfallsreichtum, und viel Spass weiterhin in München (wo nicht alle Supermärkte grottenschlecht bestückt sind;)…)
    LG Voni

  3. Alex [Chef Hansen]

    Dieser Hr. Paul hat mir neulich ne äußerst kurze Nacht beschert: Ich habe angefangen sein Buch zu lesen – ach was, angefangen, ich habe es auf ex gelesen, sozusagen. Die schnellen Teller gefallen mir meistens auch sehr gut – nur gekocht hab ich noch keinen…!?

  4. Julia

    Ich liebe Gazpacho. Das war mein erstes Gericht in meiner ersten eigenen Wohnung, einem Schwabinger Altbau mit großer Wohnküche! Deshalb werde ich es auf ewig lieben. Deine Variante gefällt mir – vor allem der würzige Touch.

  5. tobias kocht!

    Schönes Rezept. Ich lasse die Tomate beim Paprika Gazpacho immer weg.


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