Neulich in Leipzig:

Sie: “Lass uns heute Abend doch mal wieder nett essen gehen.”
Er: “Gute Idee. Was hältst du von nem Italiener? Ich hab dieses Asia-Fusion-Zeug langsam satt.”
Sie: “Hm. Gute Italiener sind hier aber rar gesät. Und auf Pizza hab ich keine Lust. Vielleicht probieren wir mal das ”Sardinia” in der Innenstadt aus. Du weisst schon, das neben der Nikolaikirche, wo früher mal das Medici drin war.”
Er: “Ah  ja, ich weiss. Bin ich dafür. Bestellst du einen Tisch?”

Der Herr Er und die Frau Sie gingen also ins “Sardinia”. Er aß ein Steak mit Gorgonzola. Sie schnackte mit dem Kellner eine Runde italienisch und bestellte einen kleinen Antipasti-Teller (mit gegrilltem Gemüse, der Linie wegen). Dann ein Filetto di Manzo con Rucola e Parmigiano (Rinderfilet mit Rucola und Parmesan). Das hausgemachte Tiramisu verkniff Sie sich schweren Herzens und begnügte sich mit einem Espresso. Er mag sowieso nichts Süßes.

Getrunken haben beide einen Barbera D’ Alba, der ihnen sehr gut schmeckte –  aber bei der kleinen Weinkarte (zumindest was die offenen Weine betrifft) hätten sie sowieso kaum Alternativen gehabt. Der sehr aufmerksame Service und das warme Ambiente machten dies jedoch mehr als wett.


Als sie das Restaurant schließlich verließen, war es schon spät. Er dachte an die verpasste Sportschau. Sie noch ein Weilchen an das verpasste Tiramisu.

Epilog:
Er: “Und, wie fandest du’s?”
Sie: “Nett. Wirklich. Schön angerichtet. Und auch sehr lecker! Nur die Speisenauswahl hätte einen Tick kreativer sein können. Carpaccio, Spaghetti alle Vongole, Seezunge vom Grill – alles prima, aber Standardkarte. Sardisch war jedenfalls lediglich das Pane Carasau im Brotkorb.”
Er: “Stimmt. Ist mir gar nicht aufgefallen. Aber Sardinien heisst doch auch gar nicht Sardinia – das wäre doch Sardegna.”
Sie: “Sag ich doch. Eingedeutscht. Aber gut war’s trotzdem.”


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