Im Leben gibt es eine einfache Regel: Wenn etwas aus dem Lot zu kommen scheint, dann atme tief durch und mache ein paar Bo La Lot. Man muss die Hürden und Barrieren und diese nervigen Steine, die die nächste Etappe und die Atemwege verstopfen, einfach um den kleinen Finger wickeln. Wenn man mich fragt, sind Wildbetelblätter in solchen Lebenslagen oftmals sogar die bessere Wahl.

Im dichten Dschungel des kleinen oder großen Wahnsinns kapiert man natürlich nicht immer, dass das Booooo vor dem Aaaaaahhhhh kommt, man köchelt dann Cccccccchaos zusammen und fabriziert Ddddddramen oder Eeeeeeintopf, weil man im Eifer des Gefechts nichts mehr richtig auseinander halten kann. Dabei hilft es ungemein, sich die einzelnen Komponenten und Bestandteile der aktuellen Baustelle mal gepflegt zur Brust zu nehmen und im nüchternen Zustand einen Fahrplan zu stricken. Man kann auch eine Bastelstunde einlegen. Und ein paar vietnamesische Rindfleischröllchen auf den Grill oder in die Grillpfanne legen. Kochen (und Essen!) (und Genießen!) ist nach wie vor und immer noch die beste Medizin.

Wer danach noch immer böse Träume hat … der ertränke sie sofort in hausgemachter Satésauce.

 

 

Bo La Lot
ist ein Klassiker der vietnamesischen Straßenküche, dem man – einmal gegessen – sofort verfallen ist. Das Rindfleisch wird in würzige, leicht nussige Lot-Blätter (bei uns bekannt als Wildbetelblätter) gewickelt und nimmt beim Grillen den Geschmack der Blätter an. Traditionell wird das Gericht mit Rinderhack zubereitet, das man mit Fischsauce („nuoc mam“), Schalotten und fein gehacktem Koriander würzt. Diese Version mit feinen, marinierten Rumpsteakstreifen stammt von der Besitzerin des vietnamesischen Tante Emma-Ladens, in dem ich jeden Mittwoch meine Frischeladung an Betelblättern, Koriander und anderen exotischen Kräutern, Gemüsesorten und Gewürzen kaufe. Der Biss in das erste, noch heiße Betelblattröllchen ist jedes Mal wieder atemberaubend gut.

Satésauce
ist eigentlich eine indonesische Spezialität, ich finde die Bo La Lot vertragen aber durchaus ein cremiges und reichhaltiges Pendant. Man kann natürlich auch den traditionellen Dip aus Limettensaft, Fischsauce, etwas Chili und Palmzucker dazu reichen. Nur bitte keine süß-saure Sauce aus dem Glas!

 

 

Bo La Lot

Zutaten:

Für die Rindfleischspieße:
6 lange Holzspieße
300 g Rumpsteak, in dünne Scheiben geschnitten
1 Stengel Zitronengras
1 Schalotte
1 Knoblauchzehe
abgeriebene Schale ½ Limette
1 EL Palmzucker oder Kokosblütenzucker
1 EL Fischsauce
1 EL Erdnussöl
frische Wildbetelblätter (gibt’s in gut sortieren Asialäden)
etwas Erdnussöl zum Braten

Zubereitung: 

1. Die Holzspieße ca. 30 min. in Wasser einweichen, damit sie später auf dem Grill nicht verbrennen (beim Braten in der Grillpfanne ist dieser Schritt nicht nötig).

2. Für die Marinade die äußeren Blätter und den Wurzelansatz des Zitronengrases entfernen. Den weißen Teil halbieren und fein hacken. Die Schalotte fein hacken, Knoblauch ebenfalls fein hacken. Aus Zitronengras, Schalottenwürfeln, Knoblauch, Limettenschale, Zucker, Fischsauce und Erdnussöl eine Marinade rühren und die Fleischscheiben darin mind. 30 min. ziehen lassen.

3. Die Betelblätter falls nötig waschen und trocken tupfen. Vorsichtig auf einer Arbeitsfläche ausbreiten. Das Fleisch aus der Marinade nehmen und etwas abtropfen lassen. Jedes Blatt mit einer Scheibe belegen und vom Blattansatz her zur Spitze hin aufrollen. Sofort auf die Spieße stecken (pro Spieß ca. 4-5 Röllchen). Mit den restlichen Betelblättern und dem Fleisch ebenso verfahren.

4. Den Holzkohle- oder Elektrogrill vorheizen oder eine beschichtete Grillpfanne erhitzen. Die Röllchen dünn mit etwas Erdnussöl bestreichen und portionsweise auf dem Grill bzw. in der Grillpfanne von jeder Seite ca. 3-4 Minuten braten, bis die Betelblätter knusprig sind und das Fleisch sanft gegart ist.

 

Satésauce:

Zutaten:

1 Stück frischer Ingwer (ca. 2 cm)
100 g geröstete ungesalzene Erdnüsse
250 ml Kokosmilch
1-2 Prisen Chiliflocken
2 TL Palm- oder Kokosblütenzucker
2 EL Limettensaft
Salz

 

Zubereitung:

1. Für die Sauce den Ingwer schälen und sehr fein reiben. Die Erdnüsse so fein wie möglich hacken oder in der Nussmühle bzw. Küchenmaschine fein mahlen.

2. Ingwer und gehackte/gemahlene Erdnüsse mit Kokosmilch, Chiliflocken und Zucker vermischen und in einen Topf geben. Kurz aufkochen und bei geringer Hitze sämig einkochen lassen. Mit Limettensaft, Salz und nach Bedarf noch etwas Chili abschmecken.

 

 

3 Kommentare zu “Keep calm and make some Bo La Lot: Rindfleisch-Betelblatt-Spieße mit homemade Satésauce”

  1. Ulle

    Das Rezept muss ich ausprobieren, es sieht super lecker aus!

    Liebe Grüße
    Ulle

  2. Conny

    Das sieht köstlich aus, liebe Sophia!
    Ich werde auf jeden Fall nach diesen Spießen Ausschau halten, wenn ich im Februar in Vietnam bin.

    Schönen Abend
    Conny

  3. Wabbi

    tolle SEITE, es sieht alles soo köstlich aus.
    Ich hab große Lust auf eine Kochorgie!!!!


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