Pilze sind für mich normalerweise ein typisches Herbstessen. Im Frühsommer mag ich keine Pfifferlingsrahmsoße zu meinem Kalbsschnitzerl, sondern einen leckeren Wildkräutersalat. Auf der anderen Seite, wenn ich so an ein paar gebratene Kräuterseitlinge denke, läuft mir schon das Wasser im Mund zusammen. Außerdem ist es kalt (ich sitze im Wollpullover in der Redaktion!) und überhaupt, was heißt schon typisch. Erst Recht bei Champignons.

Die bildeten nämlich die Grundlage für meine Pilz-Päckchen, die ich nicht nur aufgrund von Pilzgelüsten, sondern vor allem auch zur Resteverwertung gemacht habe: Mein Filoteig hat schon bessere Tage gesehen und der Zitronenthymian wollte auch endlich verarbeitet werden.

Für Pilzsäckchen, wie ich sie im Kopf hatte, sind allerdings rechteckige Teigblätter notwendig. Wollte ich natürlich nicht glauben, bis der erste Versuch kläglich in die Hose ging. Mein in dreieckige Küchenstücke geschnittener Filoteig war nicht nur formmäßig ungünstig für die Säckchenvorlage, sondern auch wesentlich dicker als der, den The Pioneer Woman benutzt hat. Mehrere Lagen aufeinander hätten eher harte Brickets als knusprig dünne Teigpäckchen ergeben.

Da ich meine Mutanten aus der ersten Produktion wenig ästhetisch fand, startete ich ein paar Tage später einen zweiten Versuch. In Erinnerung der Briouats, die ich schon des öfteren aus dem Filoteig gemacht hatte, faltete ich die Pilzpäckchen zu einer Art Kissen.

Und siehe da: Es klappte ganz wunderbar.


Dazu gab es Mesclun-Salat mit Radieschensprossen. Der schmeckte nicht nur lecker, sondern gelang mir auch beim ersten Mal.


Hier das Rezept für die Pilzpäckchen:
(Originalrezept: Mushroom-Bundles von The Pioneer Woman Cooks)

Zutaten:

ca. 600 g Champignons
frischer Zitronenthymian
1-2 Zehen Knoblauch
1 kleines Stück Butter und Butter zum Bepinseln
1 kräftiger Schluck Weißwein
etwas geriebener Parmesan
Filoteig (in Dreiecksform)

Zubereitung:

Die Pilze erst in Scheiben schneiden, dann fein hacken.


Ein kleines Stück Butter in einer Pfanne zerlassen.


Knoblauch fein hacken und in der zerlassenen Butter anschwitzen.


Die Pilze dazugeben, salzen und kurz anbraten. Die Blättchen von den Thymianzweigen abzupfen und zu den Pilzen in die Pfanne geben.


Mit Wein ablöschen und für einige Minuten auf kleiner Hitze simmern lassen. Die Flüssigkeit sollte am Ende völlig verdampft sein.

Den Filoteig vorsichtig aus der Packung nehmen und die Teigdreiecke vorsichtig voneinander trennen (ist der Filoteig tiefgefroren, am Besten vor dem Auftauen vorsichtig voneinander trennen, denn einmal aufgetaut ziehen die Teigplatten Flüssigkeit und kleben u.U. Aneinander).
Jedes Teigdreieck dünn mit zerlassener Butter einpinseln , dabei nur leichten Druck ausüben, da der Teig sonst eventuell reisst.


Parmesan reiben (oder einen hilfsbereiten Menschen reiben lassen)


In die Mitte jeden Dreiecks etwas von der Pilzmasse setzen, mit etwas Parmesan bestreuen
und die Teigplatten vorsichtig einschlagen, bis ein Päckchen entsteht (Eck auf Eck: Also erst den rechten Zipfel auf die linke Längseite, dann das Dreieck einmal umklappen und den verbleibenden Teigstreifen noch einmal einschlagen.) Fotos folgen…..

Die Teigdreiecke an der Oberfläche mit etwas Eigelb-Wasser-Mischung einpinseln, auf Backpapier legen und bei ca. 180 °C im vorgeheizten Ofen ca. 15-20 Minuten backen.

Mit Sprossen (z.B. Rettich- oder Radieschensprossen) garnieren und zu einem bunten Blattsalat servieren.

Die Teigtaschen lassen sich übrigens auch am nächsten Tag mit ins Büro nehmen und im Ofen kurz aufbacken.

2 Kommentare zu “Pilz-Päckchen mit Mesclun-Salat und Sprossen”

  1. Jessie

    Mmmh, lecker. Super Idee die man auch nach Bedarf aufhübschen kann. Ich liebe Filoteig und Frühlingsrollenteig. Vor allem weil man es nicht frittieren muss, sondern einfach im Ofen knuprig backen kann. Jetzt krieg ich Appetit auf meine Börek-Röllchen mit korsischem Schafskäse….

  2. Dea

    wo sind nun hier die Fotos zur Faltanleitung? Ich wills so gern mal machen aber wie?


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