Hatte ich gesagt, ich könne Pasta nicht mehr sehen? So ganz stimmt das natürlich nicht. Sagen wir, mein Pastakonsum unterliegt natürlichen Schwankungen.

In letzter Zeit gab es nämlich durchaus des Öfteren Nudeln zum Mittagessen. Geht ja auch schnell und ist soooo dankbar. Man muss nur ein paar leckere, knackige Zutaten in die Pfanne hauen, ein paar frische Kräuter hacken, einen guten Käse darüber reiben.
Mit dem guten Käse ist das natürlich so eine Sache. Was nehmen, Parmesan, Peccorino oder Sbrinz? Zu meinen mittäglichen “Papardelle d’estate” gab es Räuberkäse.

Und das kam so:

Neulich “auf Arbeit”. Jeder düdelt so vor sich hin, der eine holt sich was vom Thai, der andere macht Brotzeit, die weibliche Liga wäscht Salat oder kocht eben Pasta. Da taucht ein unbekanntes Stück Käse auf. Unbekannt deshalb, weil man nicht weiß, wem es gehört. In unserem vollgepferchten Kühlschrank überlagert sich nämlich Privateigentum mit Resten diverser Foto-Produktionen oder Promo-Paketen, auf der obersten Etage haust die herrenlose Senf-und Soßen-WG. Da kann es schon mal passieren, dass ein unangeleintes Stück Käse für Allgemeingut gehalten wird.

Ob der “Räuberkäse”, der auf unserer aller Pasta und Brote landete, nun schmerzlichst vermisst wird oder letztlich doch für alle freigegeben war, ließ sich später nicht mehr rekonstruieren. Beschwert hat sich keiner, und uns hat er geschmeckt. Was genau es eigentlich für ein Käse war? Keine Ahnung!

Hier das Rezept für die Papardelle:

Zutaten:

frische Pappardelle oder frische Lasagneblätter, in breite Steifen geschnitten
je 1/2 grüne und gelbe Zucchini
eine Hand voll Zuckererbsen
zwei Hand voll frischer Babyspinat
1/2 rote Zwiebel
1-2 TL Pistazienpesto
eine Hand voll grüne Pistazienkerne
ein Schluck Hühnerbrühe
2 EL gutes Olivenöl
Salz, Pfeffer
ein paar Blätter Basilikum
etwas geriebener Parmesan, Sbrinz, Peccorino oder was sonst so im Kühlschrank aufzutreiben ist

Zubereitung:

Die Pappardelle in kochendem Wasser nach Packungsanleitung kochen. Wenn Lasagneblätter verwendet werden: Die Lasagneblätter in ca. 2-3 cm breite Streifen schneiden, das ergibt wunderbare Pappardelle.
Die grüne und die gelbe Zucchini mit einem Sparschäler in dünne, breite Streifen schneiden. Vielleicht geht es auch mit einem gut eingestellten Hobel, hab ich aber noch nicht ausprobiert.
Die Zuckererbsen putzen, den Babyspinat waschen und abtropfen lassen. Die rote Zwiebel in Spalten schneiden. Die Pistazienkerne in einer Pfanne ohne Fett vorsichtig anrösten.
Für das “Jemise”: In einer Sauteuse in etwas heißem Öl erst die Zwiebelspalten anschwitzen, dann die Zucchinistreifen dazugeben und kurz anbraten. Die Zuckererbsen zugeben und bei mittlerer Hitze unter Rühren das Gemüse ca. 3 Minuten sautieren. Mit etwas Hühnerbrühe (wer will, auch etwas Wein) ablöschen und nochmals 2-3 Minuten köcheln lassen.
Nun die Pappardelle mit etwas Nudelwasser unter die Zucchinistreifen heben, den Babyspinat dazugeben und alles gut durchmischen. Ca. 1 Minute ziehen lassen, dann aus der Pfanne nehmen.

Die Pasta mit dem Pistazienpesto, den gerösteten Pistazienkernen, den Basilikumblättern und etwas geriebenem Käse servieren.

6 Kommentare zu ““Pappardelle d’estate” mit Räuberkäse”

  1. lamiacucina

    sogar Hühnerbrühe hat es im Büro-Kühlschrank. Im Kochzeitschriftbüro isst sichs gut.

  2. Arthurs Tochter

    Bei ner Weinprobe wärs ´n Pirat gewesen.
    Und ich muss vermehrt mit Brille arbeiten, habe ich doch eben wirklich
    “Porno-Paket” gelesen!

  3. Christina

    tihi, Räuberkäse ist gut… :-) Und die Gemüsepasta sieht auch fein aus, wie löblich, dass in der Redaktion mittags gekocht wird.

  4. Sophie

    @Robert: Grundzutaten sind meist da, für das Fein-Tuning sorgt jeder selbst.
    @Arthurs Tochter: Pirat ist gut. “Porno-Paket” noch besser ;-) Vielleicht sollten wir mal bei Beate Uhse anfragen, ob die nicht eine Anzeige schalten wollen …
    @Christina: Is nicht immer so, aber man muss ja bei Kräften bleiben.

  5. Steffi

    Hallo! Es sieht sehr sehr gut aus!
    Aber… vielleicht fehlt ein wenig Öl, oder?
    Um es saftiger zu machen… Nur eine Idee!
    Ich kam durch hier… Herzlichst!

  6. Sophie

    Hallo Steffi,
    na, dafür ist doch das Pistazienpesto da. Da war genug Öl drin und es war sehr sehr saftig. ;-)


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