Eins und eins ist zwei. Könnte man meinen. Damit wäre diese Geschichte aber auch schon zu Ende. Da ich aber eine erzählen möchte, muss ich hier eine andere Rechnung aufmachen. Manchmal ergibt eins und eins nämlich volle Punktzahl. Zumindest fühlte es sich so an, als Simone und ich an diesem – für uns sicherlich unvergesslichen – Samstag vor vier Wochen mit einem Extraklasse-Lambrusco in der Hand auf einem Mauervorprung saßen und uns leicht ermattet zuprosteten.

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Dinge mehrmals zu tun scheint aus der Mode gekommen zu sein. Wahrscheinlich sind wir einfach zu verwöhnt von der schier unendlichen Auswahl an Möglichkeiten, gelockt vom Reiz des ständig Neuen. Wer will schon in der Wiederholungsschleife stecken bleiben, wenn um die Ecke bereits das nächste Abenteuer wartet? Noch mal das Gleiche essen? Schon wieder nach Italien? Zweimal hintereinander den selben Film ansehen ? Wie langweilig. Genau so bin ich eigentlich (auch). Keine Ahnung also, warum ich in letzter Zeit so oft die Repeat-Taste drücke. Als wollte ich die schönen Momente noch einmal erleben. Oder: anders. Und merke dabei gerade: Das tut unendlich gut.

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Wenn einer eine Reise tut … sollte er gefälligst die Arbeit zuhause lassen. Ein Spruch, den ich mir eigentlich schon vor langer Zeit hinter die Löffel geschrieben habe. Trotzdem bin ich, weil’s am Ende wieder knapp wurde, mit zwei liegen gebliebenen Texten im Gepäck los geflogen. Kein Wunder, dass ich etwas gebraucht habe, in den Urlaubsmodus reinzurutschen, auch wenn es mir unsere Bleibe für die erste Etappe im Grunde denkbar einfach gemacht hat. Nur der Kopf wollte halt mal wieder nicht wie er sollte.

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Der Juli war hier rezeptetechnisch ziemlich ertraglos, was an zwei Dingen lag: Mangel an Zeit in der ersten Hälfte und einer selbst verordneten Hamsterradpause in der zweiten. Soll heißen: Ich war im Urlaub. Und das ist auch gut so, denn in den vorangegangenen Wochen und Monaten habe ich mich ganz schön vollgepackt mit Arbeit plus den Vorbereitungen zum Supper Club Summit in Köln – ein hübsches Sahnehäubchen auf meinem diesjährigen Sommer, das trotz des etwas komplizierten Vorlaufs irre Spaß gemacht hat. Aber dazu ganz bald (inklusive einem ersten Rezept aus unserem Menü!).
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Liebe Freiluftfanatiker, liebe Sommerhungrige!

Heute will ich eure Hände sehen. Und zwar an der Tastatur, mit Klick ins Kommentarfeld oder dem Zeigefinger auf dem Sende-Button. Der Sommer ist endlich zurück und es gibt etwas zu gewinnen. Biergartenfeeling, feinstes Grillgelage und dazu die Küchenjonglage der besten Guerilleros unter der Sonne. Während „unsere Jungs“ in Brasilien geschwitzt haben, haben die Jungs von der Kitchen Guerilla die Kohlen gewetzt und die Messer gesmoked. Ihr wisst nicht, worum es geht? Der Mobile Biergarten ist wieder da! Und der erste Halt der diesjährigen Tour ist – was sonst – Berlin.

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Hätte mein geschätzter Kochkollege und Kamerad Marco Kramer vom Marieneck nicht den Kölner Summer of Supper ins Leben gerufen, wäre meine seit Jahren dahingurgelnde Idee von „Stadt Land Food“ wohl für immer in der Planungsphase stecken geblieben. Gottseidank aber gibt es gute Freunde und so etwas wie glückliche Fügungen, die einem mit vereinter Kraft einen kleinen Tritt in den Allerwertesten verpassen. So sei es also: Am kommenden Samstag, den 12. Juli, feiert mein erster Supper Club-Abend Premiere, zusammen mit der grandiosen Simone von Pi mal Butter lasse ich für euch im Marieneck in Köln-Ehrenfeld die Teller, Töpfe und die Puppen tanzen.

Die erste gute Nachricht: Es gibt noch ein paar Karten. Und die zweite: Es wird verdammt gut.

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„Aha“, sagt mein Gegenüber und blickt mit unverhohlener Skepsis auf seinen Teller. „Und wie genau isst man das jetzt?“ Vor uns liegen zwei wunderbare Exemplare aus Mutter Naturs Pflanzenfundus, distelartige Geschöpfe von graziler Anmut und irisierender Schönheit, wie erdverbundene Seerosen, die ihre Blätter gen Himmel strecken. „Genau so“, sagte ich und zupfe Blatt für Blatt vom runden Kopf, tauche jedes in einen Dip aus Öl, Zitronensaft und etwas Dijonsenf ein und lasse das zarte, feinherbe Fruchtfleisch durch die Zähne gleiten. Ich liebe dieses Gemüse, in jeglicher Form: Gebacken, gebraten, frittiert, geschmort. Sogar roh schmeckt sie unglaublich köstlich: Die Artischocke ist ein kulinarisches Abenteuer.

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Wer hat noch nicht, wer will noch mal? Hände hoch, ich hab’ hier nämlich noch ein paar Quinoawaffeln auf dem Kuchengitter liegen, knusprig, nussig und so unverschämt gut, dass man sie am liebsten zum festen Morgenritual machen würde. Nur die Riesenportion Butter und die (für gute Waffeln allerdings wirklich unabdingbar!) großzügig dosierte Zuckerzufuhr hält mich davon ab, das Eisen in Zukunft Montag bis Sonntag zu schmieden glühen zu lassen. Allerdings lässt sich letzteres prima durch die teilweise Ersetzung von Kokosblütenzucker und Ahornsirup abmildern Und dann wäre da ja noch die geballte Nährstoffpower von Chiasamen, Chashewmus und Beeren. Das KANN nur gut für mich sein und das schmeckt auch so. An diesem wolkenverhangenen Miststück von Sommeranfangssamstag gab es für uns nichts Besseres, um ganz schnell zurück zur gewohnten Gute-Laue zu finden. Mjam!

 

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Wie besonders eine Liebe wirklich ist, merkt man oft erst, wenn man Abschied nehmen muss. Dann wird noch einmal alles gegeben, ausgekostet, gekämpft, weil man sich im Grunde ein Leben ohne das Objekt der Begierde nicht vorstellen kann. Warum ich das weiß? Weil es mir jedes Jahr aufs Neue so geht. Der Spargel ist meine große Liebe – und trotzdem muss ich ihm immer wieder Adieu sagen.

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Habt ihr schon einmal Wasser beim Kochen zugehört? Es hört sich je nach Topfgröße, -material und Füllmenge ganz unterschiedlich an. Purer Zufall, nämlich ein ruhiger Montag Abend, haben mir dieses Faszinosum zu Füßen gelegt. Seitdem bin ich dem Klang siedenden H2O’s verfallen.

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