Der größte Fehler, den man bei Crostini machen kann? Zu wenige davon zubereiten! Ich bastle meist gleich eine ganze Platte voll, damit sich alle bedenkenlos bedienen können und der Prosecco nicht schon vor dem Hauptgang zu Kopfe steigt. Jetzt, wo der Sommer da ist, wird es sicherlich die ein oder andere feucht-fröhliche ausgelassene Balkonparty in meinem kleinen Himmelsreich geben, oder ich lege mich mit dem Crostini-Paket zu meinen Lieblingsmenschen in die Kleingartenkolonie. Das Leben in der Provinz kann manchmal so wunderbar entschleunigt sein. Ich muss ja nicht IMMER von Event zu Event springen.
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Der Frühling hat dieses Jahr mal wieder das Potential zur gelegentlich frequentierten Durchreisestation. Gestern noch in Mütze und Wintermantel gehüllt, sitze ich heute mit Sonnenbrille und T-Shirt auf dem Balkon und verlese Crodino trinkend Wildkräuter, Spinat und Blüten. Nicht, dass ich etwas gegen Sandalenwetter hätte. Mir wird nur immer leicht schwindelig von allzu schnellen Temperatur- und Speiseplanänderungen. 

 

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In den kommenden Wochen werde ich mich ordentlich am Riemen reißen und den inneren Schweinehund an die Leine legen müssen. Es sind weniger die zehn Kilometer beim Nike We Own the Night-Run Berlin, vor denen ich mich fürchte, als die 21,0975 Kilometer beim RheinEnergieMarathon in Köln. Vielleicht ist der erste Halbmarathon ein wenig so wie das erste Tattoo: Man ist fasziniert davon, plant in Gedanken schon wann, wo und wie – und macht am Ende doch wieder einen Rückzieher. Besser wird es dadurch allerdings nicht: Je länger man wartet, umso heftiger wird die Sehnsucht. Und irgendwann verkehren sich die Pläne in ein Traumbild, das in unerreichbare Ferne rückt.

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Vollwertküche hatte mal das Zeug zum „unsexiest word alive“ – und ist auf einmal ziemlich hip. Was sich hier in Sachen Imagewandel getan hat, kann man durchaus als Erfolgsstory bezeichnen und das kollektive Naserümpfen über Tofukram und Grünkernburger ist längst in ein eifriges Bekenntnis zu moralisch einwandfreier Fitnesskost übergegangen. So spannnend ich es finde, was sich an dieser Front gerade tut, so seltsam finde ich die überaus präsenten Übertrittsbekundungen zu rigorosen Ernährungsprinzipien. Essen als Ersatzreligion? Ist nicht meine Welt. Für mich gilt immer noch: Der Flexitarier genießt und schweigt. Und hört auf seinen voll-wertigen Bauch.

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Manchmal sind es die kleinen Dinge die zählen. So wie ein paar frische Morcheln auf knusprigem Blätterteig oder die warme Hand des Liebsten in meinem Nacken. Ich vergesse das hin und wieder, vor allem wenn am Horizont so große Pläne stehen. Dann bin ich leicht bis mittelschwer konfus. Und eine wahre Meisterin darin, mich in meinen Zielen zu verheddern.
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Selten hat es ein Gericht so schnell vom Teller auf die Seite geschafft. Meist lasse ich nach einem Shooting erst einmal alles stehen und liegen, bis ich mich inspiriert genug für ein paar nicht allzu fade Zeilen fühle. Text UND Bild UND Rezept in einem Rutsch schaffe ich einfach nicht. Aus Gründen.
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Über den Eintritt ins Essigbrätlein ist schon viel geschrieben worden, ich weiß also theoretisch, was mich erwartet. Aber als ich an jenem Freitag vor inzwischen fünf Wochen in der Nürnberger Innenstadt stehe und auf die dunkle Eichentür schaue, halte ich inne. Soll ich tatsächlich an der Klingel ziehen? Oder doch lieber klopfen? Gibt es vielleicht einen Geheimcode? Und: Hätte ich vielleicht lieber ein Outfit mit etwas mehr Folklore-Anteil (Dirndl?!) wählen sollen? Alles sieht so zünftig aus, ein bisschen verschroben, wie aus der Zeit gefallen. Und doch soll das hier eines der kreativsten und innovativsten Restaurants sein, die die Sternegastronomie derzeit zu bieten hat. Irgendwo zwischen ehrfurchtsvoll ergriffen und noch leicht schwindlig von der gerade erst abgeschüttelten Wintergrippe greife ich nach der Kette. Die Tür wird aufgemacht, jemand weist mir den Weg. Der führt über eine hölzerne Treppe hinauf in die gute Stube, wo die foodup.Tafelrunde sich heute Abend versammelt.
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Herzhaft in ein Stück Cedro zu beißen und dabei zu beobachten, wie dem Gegenüber die Gesichtsmuskeln entgleiten, macht einen Heidenspaß. Das letzte Mal, dass ich mir diesen erlaubt habe, ist noch gar nicht so lange her und die Reaktion von Stefan war bilderbuchmäßig: Erst verzieht er das Gesicht, dann schaut er auf die frisch aufgeschnittenen, knallgelben Cedri-Scheiben, zuletzt auf mich (die ich genüßlich kaue), bis er schließlich die Frage stellt, die allen Augenzeugen dieses Moments auf der Zunge brennt: „Du isst Zitronen einfach so, wie Äpfel ???!“

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„ Rotkäppchensalat mit Erdbeeren“

Als Kind habe ich mich oft gefragt, was für einen Kuchen Rotkäppchen da in seinem Korb hatte, den es zur kranken Großmutter tragen sollte. Donauwelle mit Schokoguss? Erdbeerkuchen? Oder doch eine dicke Käse-Sahne-Torte mit Biscuitboden? Was für mich damals wie die Erfüllung schlaraffenlandähnlicher Träume klang, würde mir heute selbst nach einem so ausdauernden Waldspaziergang wie Wackersteine im Magen liegen. Da halte ich mich doch lieber an den mitgelieferten Rotkäppchen-Sekt… äh, ich meine, den Wein. Oder wie war das gleich noch mal im Original?

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Komm schon, lieber Frühling. Raus aus den Puschen und rein in die leichten Slipper. Ich weiß, offiziell ist dein Auftritt noch gar nicht genehmigt worden, aber du kannst dir doch eine Tarnkappe aufsetzen und dich heimlich still und leise unter die Wintertrolle schmuggeln. Ist ja bald Karneval, da fällt das nicht so auf. Und ich wette, wenn du erstmal deine knackig-feinen Aromen auf den Tisch gepackt hast, hat keiner mehr Lust auf dicke Suppe.
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