Oben ohne in Tel Aviv an den Strand zu gehen ist wahrscheinlich nicht die beste Idee. Da ich vor lauter Kunst, Kultur und Kulinarik aber fast immer meinen Bikini vergessen habe, war ich nur ein einziges mal schwimmen. Allerdings: Was will man auch im Wasser, wenn man doch am Strand, mit den Füßen im Sand und dem Sonnenuntergang volle Fahrt voraus, viel besser Leute beobachten und Fotos machen kann!

Für mich gehören diese Momente zu den schönsten Erinnerungen, die ich an diesen sehr spontanen Kurztrip nach Israel habe. Sollte es mich in naher Zukunft wieder in diese wunderbare, multikulturelle, pulsierende Metropole verschlagen, werde ich es mit ziemlich hoher Sicherheit exakt wieder so machen – dann mit einer Flasche Wein zu meiner Linken und einem kleinen Picknick im Gepäck. Ich würde Hummus essen, bis ich platze, einen Bulgursalat mit Pistazien plus extra viel Koriander und noch lauwarme, im Ofen geschmorte und mit Granatapfelkernen und Walnüssen bestreute Auberginen.

Vielleicht würde ich sogar diese Auberginen hier bekommen, denn in Tel Aviv scheint es erstaunlicherweise alles zu geben. „Violetta di Firenze“ stammt allerdings aus Italien. Ich liebe diese alte Auberginensorte, nicht nur für ihre herrlich opulente, fast schon burleseke Optik, sondern auch für ihr vielseitiges Auftreten. Brät man sie nur kurz in der Pfanne, haben sie die feste, fleischige Textur von Austernpilzen, auf dem Grill bekommen sie eine nussige Röstnote und im Ofen geschmort werden sie weich wie Butter.

Anders als bei den (leider komplett überzüchteten) Standard-Auberginen, die ich beim Schmoren einfach ein paarmal mit der Gabel einsteche und fast immer im Ganzen lasse, gönne ich der florentinischen Violetta auch an den Innenseiten ein wenig heiße Luft. Und in diesem Fall kommt auch kein Deckel drauf.
Die Violetta, die darf das nämlich:

Oben ohne.

 

Gebackene „Violetta di Firenze“/Auberginen mit Zatar, Zitronenfeta und Granatapfel-Walnuss-Topping

Zutaten
(für 2 Personen)

  • 1 große runde Aubergine (Sorte „Violetta di Firenze“), alternativ normale Auberginen
  • 2 EL Olivenöl
  • 2 El Zatar (Gewürzmischung aus Sesamsaat, Sumach, Thymian, Oregano und Salz)
  • 1 Hand voll Walnusskerne
  • ½ Granatapfel
  • etwas Koriandergrün
  • 1 kleines Bund Rucola (ca. 80 g)
  • 100 g Feta
  • Saft und Schale einer Zitrone
  • 1 TL Senf
  • 2 EL Oliven- oder Arganöl
  • 1 Spritzer Agavendicksaft
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Zubereitung

1. Die Aubergine waschen, trocken tupfen und halbieren. Mit einem kleinen Messer erst von der einen Seite her quer einritzen, dann noch einmal von der anderen Seite her – man schneidet quasi Rauten in das Fleisch. Beide Hälfen mit je 1 EL Olivenöl beträufeln und jeweils mit 1 EL Zatar bestreuen. Gewürze und Öl mit den Fingern gut einreiben, zuletzt mit etwas grobem Salz (Fleur de Sel, Maldon Sea Salt) würzen.

2. Die Auberginenhälften mit der Schnittseite nach oben auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech setzen und bei ca. 200 °C je nach Größe und Dicke ca. 20-30 Minuten backen, bis sie außen braun sind und das Auberginenfleisch schön weich geworden ist.

3. Während die Auberginen im Ofen schlummern, den Feta mit den Fingern zerkrümeln, in eine Schüssel geben und mit Salz, Pfeffer und der Zitronenschale abschmecken. Rucola waschen und trocken schleudern.
Für das Dressing Zitronensaft, Senf und Agavendicksaft miteinander verrühren, das Öl langsam unterschlagen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

4. Für das Topping den Granatapfel halbieren, eine Hälfe beiseite stellen und anderweitig verwenden. Aus der anderen Hälfte die Kerne lösen. Die Walnüsse kurz im Ofen mitrösten (alternativ in einer Pfanne anrösten), kurz abkühlen lassen und dann grob hacken. Zusammen mit dem ebenfalls nur grob gehackten oder zerzupften Koriandergrün unter die Granatapfelkerne mischen und mit Salz und Pfeffer würzen.

5. Den Rucola auf Tellern anrichten, die Auberginenhälften darauf setzen und mit dem Feta sowie dem Topping bestreuen.

Zubereitungszeit: 20 Minuten plus ca. 30 Minuten Schmorzeit
Genussfaktor: hoch!

4 Kommentare zu “Oben ohne: Gebackene „Violetta di Firenze“ mit Zatar, Zitronenfeta und Granatapfel-Walnuss-Topping”

  1. Micha

    Bald sind die Auberginen im Treibhaus reif – GENAU dafür merke ich mir dein Rezept. Nach Tel Aviv würde ich ja mal gerne. Vielleicht um meine freundliche Reisebekanntschaft Jair vor 9 Jahren durch Myanmar wieder zu treffen. Was konnte der vom Essen schwärmen….

  2. Melanie

    Das klingt unglaublich lecker, das kommt sofort auf meine Nachkochliste!

  3. Heike

    Und natürlich habe ich ein Foto aus fast der gleichen Perspektive und sass da am Strand in einem Restaurant und aß:
    Auberginen :)

  4. Christina

    Schön, wieder von Dir zu lesen, liebe Sophie! Und hach, die Bilder, da hüpft mein Herzchen zum nächsten Auberginendealer. Habe es sogar geschafft den Auberginen verschmähenden Kerl dafür zu begeistern und da Fetakäse unser aller Lieblingslieblingsoberlieblingsmilchprodukt ist … Auf bald & liebe Grüße


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