Zur Zeit spiele ich morgens unter der Dusche Stadt, Land, Fluss, die kulinarische Variante. Das bringt schon in der Nasszelle die grauen Zellen auf Trab und macht mich fitter als Espresso. Seit H.’s Auszug Anfang Januar hab ich es ja leider immer noch nicht geschafft, ein neues Badradio zu besorgen, um mich wie gewohnt von harten Gitarrenriffs aus dem Land der Träume reißen zu lassen.
Schöner Nebeneffekt dieser eher sanften Aufwach-Variante: Man bekommt bereits vor dem Frühstück eine Vorstellung davon, wie das Abendessen aussehen könnte.

Gestern gab es z.B. Nnnnnnnnudeln (wie einfallslos!), da muss heute also irgendetwas Exotisches auf den Tisch – und das dann auch noch mit O.

O ist gar nicht so leicht.

Oooooofentomaten z.B. lasse ich schon mal nicht gelten, das wäre geschummelt. Orecchiette – sind ja schon wieder Nnnnnnnudeln! Also Ossobuco? Ooooooo…..chsenschwanzsuppe? Obadzda? Ha, ich hab’s: Okraschoten!

Die mag ich am liebsten als knuspriges Stir-Fry, scharf angebraten in ein wenig Sesamöl oder buttrigem Ghee, dazu das säuerliche Aroma frischer Limette und das leicht bittere Aroma von Curry und Bockshornklee. Was ich allerdings nicht mag, sind wabbelige, weichgekochte Schoten, wie es sie bei uns in meiner Kindheit immer an Weihnachten gab, weil mein Dad ganz verrückt nach Okraschotensuppe war. Er aß sie dann auch noch am 1. Weihnachtsfeiertag und am 2., während es mich ganz schrecklich vor den grünen „Okra-Schnecken“ grauste.

Heute hau ich mir ganz gern mal ein paar Schnecken Oooooooooookraschoten in die Pfanne und ich esse sie – ganz klar! – auch alle auf einmal auf. Muss ja Platz machen für das morgige Gericht mit P. Und das für übermorgen mit Q.
Q ist gar nicht so leicht…..

Okraschoten in Mauritius-Curry-Butter

Zutaten

  • 400 g frische Okraschoten
    2 längliche Schalotten
    1 Frühlingszwiebel
    1 rote Chilischote
    3-4 getrocknete Curryblätter
    1/2 TL Bockshornklee (hier bitte vorsichtig dosieren, sonst wird’s zu bitter!)
    je 2 Stängel Koriander, Minze und Thaibasilikum
    1 Bio-Limette
    75 g Butter
    1 TL Ingwer, gemahlen
    1 EL Curry, mild
    1/4 TL Nelken, gemahlen
    1/4 TL Zimt, gemahlen
    100 ml Gemüsebrühe
    Wer frittieren will: ca. 1l  Frittieröl
    Ansonsten: 1 EL Ghee (indisches Butterschmalz)
    Meersalz

Zubereitung

1. Schalotten pellen und fein würfeln. Frühlingszwiebeln putzen und in etwa 1 cm breite Streifen schneiden. Chili ohne Stiel, aber mit Kernen fein hacken. Curryblätter fein zerreiben. Bockshornklee fein mahlen. Blätter von Koriander, Minze und Thaibasilikum von den Stängeln zupfen. Limette in 8 kleine Stücke oder Spalten schneiden.

2. Schalotten und Frühlingszwiebeln bei mittlerer Hitze in der Butter unter Rühren andünsten. Chili, Curryblätter, Bockshornklee, Ingwer, Curry, Nelken und Zimt untermischen. Die Gewürze kurz mit andünsten. Mit Brühe ablöschen und 2 Minuten köcheln lassen.

3. Wer frittiert: Das Frittieröl auf 180 °C erhitzen. Die Okraschoten in 2-3 Etappen nacheinander etwa 4 Minuten frittieren. Mit einer Schaumkelle herausnehmen und auf Küchenpapier abtropfen lassen. Ansonsten: Etwas Ghee in einer Pfanne erhitzen und die Okraschoten darin ca. 5 Minuten goldbraun braten. Herausnehmen und auf Küchenpapier abtropfen lassen.

4. Okraschoten kurz in der Gewürzbutter schwenken, salzen und anrichten. Mit den Kräutern bestreuen und mit den Limetten servieren. Limettensaft über die Okraschoten träufeln. Dazu passt Basmatireis.

Zubereitungszeit: 30-40 Minuten (plus Garzeit für den Basmatireis)

Exotisch, schnell, lecker: ★★★★★

Quelle: Das Rezept stammt von der großartigen Köchin, Foodstylistin und -autorin Michaela Pfieffer bzw. aus einer alten Ausgabe (#16) der Effilee.

7 Kommentare zu “O wie Okraschote: Limettenfrische Okraschoten in Mauritius-Curry-Butter”

  1. Milchmädchen

    Oooo… fontostisch!
    Bloß wo zom Honkor bokommst Do die hor…?
    Ich wüsste hier spontan nänlich keinen Dealer…

    Überhaupt: Quark! Qualle! Quasselstrippe! Wahlweise: Quittentartar!

  2. Sophie

    Hallooooooo
    Gonz oinfach: Im Oooosia-Laden. Oooooder auf dem Woooochenmarkt.
    Auf die Rezeptvorschläge mit Q hab ich schon gewartet ;-) Bitte nenne mir deine Bezugsquelle für Quasselstrippen, die wiederum kann ich einfach nicht auftreiben.

  3. Milchmädchen

    Ohhhrlich? Wie proooktisch! Da will ich heute Abend ehsowieso noch vorbei…

    Und: Das nächste Exemplar packe ich bei der Zunge, fessele und verschnüre sie im Telefonkabel und schicke sie Dir… noch zappelnd oder küchenfertig ausgeweidet?

  4. Christine

    Hier schon mal zwei spontane Einfälle zu “Q”: Quinoa (hab ich selbst noch nie probiert) oder Quarkkeulchen.

    Okra kenn ich auch noch nicht, werde ich mal probieren, wenn sie mir irgendwo günstig über den Weg laufen.

  5. Till

    Okraschoten schmecken natürlich noch viel besser, wenn man den lateinischen Namen kennt :

    Abelmoschus esculentus !

    Guten Appetit.

    Dad

  6. Claudia

    Oh das sieht lecker aus! Ich war letzten Urlaub in Myanmar und da essen die Okraschoten wie verrückt – leider habe ich hier noch nie welche gefunden.

    Was gibt es bei P?

  7. Sophie

    @Christine: Quinoa ist spitze, mache ich sogar sehr oft. Probier’s mal aus!
    @ Dad: Oh, das hätte ich natürlich vorher wissen sollen. Jetzt muss ich nochmal ran ;-)
    @ Claudia: Hört sich an wie ein kulinarisches Abenteuer! Ich war leider nur in Thailand, das muss ich noch nachholen!
    Bei P gab es Pak Choi ;-)


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