Man könnte es sich natürlich einfach machen. Aber einfach ist langweilig. Und wer will das schon sein. Wahre Größe liegt darin, sich ein Ziel zu setzen – und ein halbes Dutzend Umwege zu nehmen. Dann zurückzublicken, Misserfolge und Rückschläge zu akzeptieren und als kleine Abstecher zu verbuchen. Die Ärmel hochzukrempeln und weiterzumachen. Trotzdem mit diesem, eben dem eigenen Weg, irgendwie zufrieden zu sein.

Das gilt für so ziemlich alles. Den Weg zum inneren Frieden. Das Berufsleben. Die Liebe. Oder einfach nur das Rezept für Karottenküchlein, mit Kokosmehl gebacken, darauf eine dicke Schicht Schokoladenglasur. Für diese ultimative Version habe ich mehr Anläufe gebraucht als mein Magen Süßes fassen kann, gelohnt hat es sich trotzdem. Ich weiß jetzt: Kokosmehl braucht viel Feuchtigkeit, sonst werden die Küchlein staubtrocken. Kardamom sorgt für Geschmackstiefe. Frischkäsefrosting ist einfach nicht mein Ding.

Die Wahrheit ist: Ich will es zartbitter. Herbe Noten gehören zu meinem Leben Essen nunmal dazu. Jeden Tag nur Süßes könnte ich wohl kaum ertragen. Jeden Tag nur „healthy“ auch nicht.

Die Mischung macht’s. Und ein bisschen Mut. Mut zur Möhre. Und Mut zum Absprung.

Aber am Ende möchte ich natürlich auch ein bisschen happy und satt und gepuderzuckert sein.

 

 

(Glutenfreie) Karotten-Kokos-Küchlein mit Schokoladenguss 

Zutaten:

60 g Butter
4 EL Ahornsirup
1 TL Kardamomkapseln, frisch gemahlen
1 TL Macis (Muskatblüte)
Mark einer Vanilleschote
150 g Mandeln, gemahlen
60 g Kokosmehl
20 g Kokosraspeln
2 TL Backpulver
5 mittelgroße Karotten, gerieben
1 reife Banane
4 Eiweiß
100 g Zartbitterkuvertüre


Zubereitung:

1. Den Backofen auf 180 °C vorheizen. Eine Muffinform mit 12 Papierförmchen auslegen.

Die Butter in einem kleinen Topf bei niedriger Hitze schmelzen lassen. Den Ahornsirup und die Gewürze hinzufügen und in der warmen Butter für ca. 15 Minuten ziehen lassen.

2. Gemahlene Mandeln, Kokosmehl, Kokosraspeln und Backpulver in eine große Schüssel geben. Die geriebenen Karotten und die Banane so fein wie möglich pürieren. Zu den trockenen Zutaten in die Schüssel geben. Alles gut durchmischen, bis sich die Zutaten gut miteinander verbunden haben.

3. Die Eiweiße steif schlagen. Unter die Karotten-Kokos-Mischung heben und die Gewürzbutter hinzufügen. Alles gut vermischen. In die Muffinförmchen füllen und auf der mittleren Schiene in ca. 25-30 Minuten goldbraun backen (Stäbchenprobe machen).

4. Die Zartbitterkuvertüre mit einem Messer in Späne hobeln. In eine kleine Schüssel geben und im heißen Wasserbad unter Rühren vorsichtig erhitzen, dabei immer wieder gut durchrühren, bis die Schokolade vollständig geschmolzen ist. Kurz abkühlen lassen.

5. Die Küchlein aus dem Ofen holen und auf einem Kuchengitter auskühlen lassen. Mit der Zartbitterkuvertüre überziehen.

5 Kommentare zu “Mut zur Möhre: (Glutenfreie) Karotten-Kokos-Küchlein mit Schokoladenguss”

  1. vulpes

    Tolles rezept. Macis ist jedoch Muskatblüte. http://de.m.wikipedia.org/w/index.php?title=Macis&redirect=no
    :-)

  2. Maria Christine Schneider

    Und ja, wirklich ein tolles Rezept!
    Mir ist bereits auf Instagram das Wasser im Mund zusammengelaufen, und jetzt bin ich restlos begeistert!
    Sogar mit Kokosmehl! Herrlich!
    Danke und viele liebe Grüße
    Maria!

  3. Sophie

    Da hast du recht, @vulpes! Ist mir doch glatt beim Tippen der Zimt zwischen die Zeilen gerutscht.

  4. Anny

    Du sprichst mir direkt aus dem Herzen!!
    Schwanke auch zwischen Smoothies, Schoki & vielen neuen Anläufen (egal auf welchen Gebieten :) )
    Drum wird Dein Rezept mit Freude ausprobiert!

  5. Andrea isst Glutenfrei

    Ich kann mir so rein vom Anblick her zwar überhaupt nicht vorstellen, wie das schmeckt, aber es sieht auf jeden Fall sehr Appetitlich aus.
    Vielleicht probier ich das am Wochenende mal aus!
    Danke! :-)


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