Der Juni ist nicht gerade ein typischer Suppenmonat. Wohl aber – wenn ich so auf meine Teller und meine Timeline zurückblicke – ein typischer Möhrenmonat. Zumindest für Cucina Piccina und damit in nicht ganz unerheblicher Weise auch für mich. Mein Verhältnis zu Möhren ist, vorrangig in den Sommermonaten, ein ganz besonderes, weil ich mit ihnen eine Art Neuanfang und das Durchbrechen einer langen Kreativpause zelebriere. Die alte(n) Möhre(n) (aka Blog), die ich, neue Muster strickend, strikt bemustern musste, sind inzwischen jungen, frisch aus der frühsommerlichen Erde gezogenen, herrlich aromatischen Exemplaren gewichen. Aber noch immer passiert es mir, dass ich nicht weiß, was ich schreiben und wie ich anfangen und was ich erzählen soll, obwohl doch bereits ein knackiges Rezept und ein paar feine Fotos stehen.

Aber so ist das eben, wenn man schon wieder einen Neuanfang probt und nicht weiß, wo einem der Kopf und der Kochtopf stehen. „Plötzlich Freelance“, könnte der Titel zu diesem Post auch lauten. Oder: Die Möhrentante tischt mal wieder junges Gemüse und ein paar Stories aus dem realen Leben auf. Immerhin: Suppe kann man immer kochen, bei jedem Wetter und auf jedem Herd und in jeder Lebenslage. Und: Suppe fragt nicht, Suppe versteht. Dies ist die vielleicht beste Möhrensuppe, die ich je gekocht habe: Schaumig, cremig, samtig, zart und dazu in einer sagenhaften Signalfarbe. Dazu die nussige Note der Cashewnüsse und das würzige Aroma der Muskatblüte – besser geht’s nicht.

So. War ich heute ein klein wenig sentimental? Mal wieder etwas kryptisch? Vielleicht ein bisschen. Aber ich finde, das ist ok, wenn man gerade zweijähriges Comeback feiert und den erneuten U-Turn. Life is a book – and those who don’t try out new things only read one page.

 

 

 Möhren-Cashew-Suppe mit Muskatblüte und Kokos

 

Zutaten:

ca. 500 g Möhren
1 große Gemüsezwiebel
1 daumengroßes Stück Ingwer
1 Stange Zitronengras
2 Kaffirlimettenblätter
2 Pimentkörner
2 EL Erdnussöl
ca. 1,3 l Hühner- oder Gemüsebrühe (oder mehr)
4 EL Cashewmus (selbst gemacht oder aus dem Reformhaus)
Kokosmilch nach Belieben (ca. 200 ml)
außerdem: ein Gewürzsäckchen oder Mulltuch und Faden
½ TL frisch gemahlene Muskatblüte
Salz, frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Zubereitung:

1. Die Möhren putzen, junge Bundmöhren vom Grün befreien und lediglich waschen, dann mit der Gemüsebürste abschrubben. Grob hacken. Die Zwiebel in feine Würfel schneiden. Den Ingwer in Scheiben, das Zitronengas in Ringe schneiden und zusammen mit den Kaffirlimettenblättern und den Pimentkörner in ein Gewürzsäckchen binden.

2. In einem großen Topf mit schwerem Boden das Erdnussöl erhitzen. Die gehackten Zwiebeln darin ca. 3-4 Minuten unter Rühren glasig andünsten. Die Möhrenstücke hinzufügen und für ca. 5 Minuten mit anrösten, dabei immer wieder umrühren, damit sie nicht anbrennen. Das Gewürzsäckchen hinzufügen, die Gewürze kurz mit andünsten, dann den Topf mit Brühe aufgießen. Das Möhrengemüse bei kleiner Hitze ca. 30 Minuten sanft köcheln lassen.

3. Wenn die Möhren weich sind, das Gewürzsäckchen entfernen. Die Suppe mit dem Pürierstab oder in der Küchenmaschine/im Standmixer fein pürieren. Jetzt das Cashewmus – und wer es sahnig und exotisch mag die Kokosmilch – hinzufügen und gut untermixen, bis die Suppe herrlich cremig und schaumig ist. Mit Salz, Muskatblüte und frisch gemahlenem, schwarzen Pfeffer abschmecken.

4. Die Suppe in tiefe Teller oder Suppenschüsseln geben, nach Belieben mit frischem Kerbel oder Koriander bestreuen und servieren.

 

4 Kommentare zu “Möhren-Cashew-Suppe mit Muskatblüte und Kokos und warum man manche Rezepte nie ändert, aber am besten alle Nase lang den Neuanfang probt”

  1. Milchmädchen

    Ich finde das gruselig. Nein, eigentlich finde ich es erschütternd wie OFT Du mir EXAKT aus der Seele schreibst! Ich möchte hier hinter jeden einzelnen Satz ein dickes Ausrufezeichen setzen, weil es mir gerade sehr, sehr ähnlich geht (und ich Kryptizitäten obendrein allerbestens kenne… ;)).
    Ich weiß nicht, ob’s Dir hilft – ich jedenfalls bin immer dankbar für das Wissen, das man mit allem doch nicht so allein ist auf der Welt wie man manchmal glaubt (auch, wenn man’s freilich eigentlich auch vorher schon besser weiß…).

    So oder so: von dem Süppchen da nähme ich wohl eine Schüssel (oder zwei). Merci!

  2. Krisi

    Schön das du wieder da bist und solche Pause braucht es einfach!Ich lese deinen Blog immer sehr gerne!
    Die Suppe sieht sehr lecker aus und ich würde sie auch heute essen, auch wenns heiss ist;)
    Liebe Grüsse,
    Krisi

  3. Kathleen

    Jetzt habe ich gerade dieses tolle Rezept hier entdeckt. Und glücklicherweise passen so langsam auch die Temperaturen wieder zum Suppe-machen. Die kommt also demnächst mit Sicherheit hier auf den Tisch.

    Liebe Grüße
    Kathleen

  4. Sophie

    Hallo Kathleen, das freut mich sehr! Ich liebe diese Suppe, auch an so milden Novembertagen wie diesen. Liebe Grüße, Sophie


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