Ich weiss, wir wünschen uns alle sehnlichst den Sommer herbei, einen Sommer voller Kirschen, Eis und Sonnenbrand auf der Nase, mit Sandalengarantie statt Regenschirmphobie und endlos langen Grillabenden. Trotzdem kann ich es mir einfach nicht verkneifen, schnell noch meine liebsten Frühlingsrezepte rauszuschicken, die sich in den vergangenen Wochen angestaut haben.

Trotz Blogpause war ich alles andere als (koch-) faul, sondern habe mich dick mit frischen Wildkräutersalaten, Spargel, Erbsen, Erdbeeren und vor allem Rhabarber eingedeckt. Bis zum Kuchen bin ich auch dieses Jahr nicht vorgestoßen – irgendein Rezept für ein fruchtig angehauchtes Süppchen, aromatisches Chutney oder köstliches Abendessen war immer schneller.

Mag schon sein, dass Rhabarber zum jungen Gemüse gehört – für mich hat er einen festen Platz im Obstgedächtnis. Dass ich ihn trotzdem gern mit deftigen Zutaten oder anderen Gemüsesorten verkupple, liegt an der feinsäuerlichen Note und dem „grünen“ Aroma, aus dem sich tolle Nuancen herauskitzeln lassen. In Kombination mit gelber Paprika, Ingwer und ein wenig Sumach wird aus ihm ein echter Suppenkasper, der jedes Kompott in die Knie zwingt.Schade, dass die Rhabarberzeit fast schon wieder vorbei ist!

Paprika-Rhabarber-Suppe mit Sumach und Zitronensalbei

Zutaten
1 kg gelbe Paprikaschoten
200 g Rhabarber
30 g frischer Ingwer
150 g weiße Zwiebeln
3 EL Olivenöl
800 ml Geflügelfond
1-2 Prisen Sumach
ein paar Blätter Zitronensalbei (alternativ: normaler Salbei)

Zubereitung

1. Die Paprikaschoten vierteln, Kerne und Scheidewände entfernen und gut abwaschen. Trocken tupfen und mit der Hautseite nach oben nebeneinander auf ein Backblech legen. Im vorgeheizten Backofen rösten, bis die Haut schwarze Blasen wirft. Aus dem Ofen nehmen, evtl. mit einem feuchten Küchentuch ca. 10 Minuten abdecken. Häuten und in grobe Stücke schneiden, 1-2 Paprikaschoten für die Deko in feine Streifen schneiden und beiseite stellen.

2. Den Rhabarber putzen und schälen, in ca. 2-3 cm große Stücke schneiden. Ingwer schälen und fein hacken, Zwiebeln in feine Würfel schneiden

3. In einem großen Topf Zwiebeln und Ingwer im heißen Öl glasig dünsten. Paprika und Rhabarber zugeben, mit Fond ablöschen und aufgießen. Bei mittlerer Hitze ca. 20-30 Minuten köcheln lassen.

4. Die Suppe pürieren und durch ein feines Sieb streichen. Mit Zucker, Salz und Sumach abschmecken.

5. Suppe in tiefe Teller geben, mit den Paprikastreifen und dem Zitronensalbei garnieren und mit Sumach bestreuen.

Zubereitungszeit: ca. 45 Minuten (tutto completto)

Frisch und fruchtig:  ★★★★☆

 

 

9 Kommentare zu “Mehr als nur junges Gemüse: Paprika-Rhabarber-Suppe”

  1. Frau Ziii

    Das zweite Foto wird in meine persönliche Hitliste der besten Foodbloggerfotos eingehen ;-)
    So süß, wie Dein Rhabarber mir die Ärmchen entgegenstreckt.
    Lieben Gruß aus Wien von Frau Ziii

  2. Lena

    Hier ist es wirklich schon recht vorbei mit dem Rhabarber. Aber das Rezept ist vorgemerkt für nächstes Jahr.
    Bei mir wird nämlich immer was Süßes draus…
    LG Lena

  3. Sandy (Confiture de Vivre)

    Es ist immer wieder unglaublich schön, Blogs von leidenschaftlicher Köche, Bäcker und und und zu finden. Schön, dich gefunden zu haben! Dein Süppchenrezept finde ich klasse, deine Bilder begeistern mich und nun komme ich öfter vorbei.
    Beste Grüße

  4. Simone

    Hi Sophie,

    ich wollte dir gerade ne Mail schreiben, aber die kam leider wieder zurück. Stimmt deine Adresse noch? sophie(at)cucinapiccina(dot)de

    Grüßle
    Simone

  5. Sophie

    @ Frau Ziii: ;-) Vielen Dank, hab ich noch gar nicht so gesehen – „bitte iss mich.“
    @ Lena: Ja, lange gibt es ihn nicht mehr, aber ein paar Stangen liegen noch …
    @ Sandy: Was für ein bezaubernder Blog, Sandy! Du hast jetzt wohl auch eine neue Leserin ;-)
    @ Simone: Hm, komisch, müsste eigentlich stimmmen. Versuch’s nochmal, sonst via Facebook?

  6. Uli

    Hey Sophie

    Tolle Fotos, leckeres Rezept mhmmm und schreit förmlich danach ausprobiert zu werden

    für wieviel Personen ist das denn?

    GLG Uli

  7. Sophie

    Hey Uli,
    ich würde sagen, für vier als Vorspeise und für zwo Personen zum Sattwerden, vielleicht mit ein paar gebratenen Garnelen als Topping? ;-)
    Außerdem: Suppe kann man nie genug machen – einfrieren!

  8. Julia

    Ich hoffe sehr, dass die Rhabarber-Zeit noch etwas anhält. Habe gerade zum ersten Mal den Rhabarber-Streußel meiner Oma nachgebacken und wurde sofort in meine Kindheit gebeamt. Dieses Süppchen mag ich aber auch noch ausprobieren, bevor die Saison vorbei ist…

  9. Uli

    Hallo Sophie

    Gestern morgen alles gekauft, schnell gekocht und zum Spätdienst mitgenommen.
    Ein feines Süppchen und mit dem Sumach mhmmm das i-Tüpfelchen.
    Dankeschön für das tolle Rezept

    LG Uli


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