16 °C zeigte das Thermometer gestern, dann versank Hamburg im Dauerwolkenguss. So schön die kurze Abkühlung nach der Hitzephase auch war: Wenn’s nach mir ginge, dürfte es jetzt mal wieder trocken und warm werden. Mein Appetit auf Eis, Kirschen und Beeren ist noch nicht annähernd gestillt und auf meinem Schreibtisch stapeln sich dutzende ungekochter Sommerrezepte.

Außerdem wollte ich doch noch Blumen kaufen und Töpfe umpflanzen, um den tristen Balkon (im übrigen der tristeste der ganzen Straße) wenigstens für die letzten Sommerwochen ein wenig aufzupäppeln. Ich kann den traurigen Blick meines einsam vor sich hinlebenden Chilistrauchs einfach nicht mehr ertragen. Poor thing!

Wo bekommt man eigentlich einen guten Friesennerz her? Den hab ich nämlich bitter nötig, wenn das hier mit diesem Schietwetter so weiter geht. Muss ja nicht sein, dass einem das Wasser frühmorgens vom Nacken durch die Hose rinnt. Ab Oktober ist das okay, aber ich bin mental noch nicht auf Sockenauswringen eingestellt.

Was macht man bloß mit so einem verregneten Wochenende?

Lösung Nr. 1:  Tee, Kekse, DVD’s gucken.

Lösung Nr 2:  Aus der Not eine Tugend machen und die Lücke in der Schönwetterfront für ein herbstlicheres Gericht nutzen. Pilze vielleicht. Ein Schmorgericht. Oder Feldsalat und Speck und aromatische Birnen. Okay, dann gibt es also heute…..

Feldsalat mit Birnendressing, Speck und Sesambrösel


Zutaten

2 schöne, mittelreife Birnen
2 EL Zitronensaft
2 EL Walnussöl
Salz und frisch gemahlener Pfeffer
20 g Semmelbrösel (bei mir Vollkorn, das gibt’s tatsächlich)
20 g Sesamsaat (ich habe schwarzen und weissen gemischt und auf 30 g erhöht)
1 Eigelb (Kl.M)
60 g Feldsalat
4 Streifen Bacon/gestreiften Speck (im Originalrezept sind es Sardellen – einmal probiert, aber nicht meine Traumkombi)


Zubereitung:

1. Für das Birnendressing: Eine der beiden Birnen schälen, vierteln und entkernen. Das Fruchtfleisch in Würfel schneiden. Mit Zitronensaft und Walnussöl im Mixer/mit dem Pürierstab fein pürieren. Durch ein feines Sieb passieren (sollte wirklich gemacht werden, sonst wird es kein Dressing, sondern Kompott). Mit Salz und Pfeffer würzen.


2. Für die Sesambrösel: In einer Schüssel Sesamsaat und Semmelbrösel miteinander vermischen, dann das Eigelb unterrühren, bis eine krümelige Mischung entsteht. Die Masse in einer beschichteten Pfanne ohne Fettzugabe bei mittlerer Hitze ein paar Minuten goldbraun braten. Mit Salz würzen, aus der Pfanne nehmen und abkühlen lassen.

3. In einer beschichteten Pfanne die Speckstreifen ohne Fettzugabe knusprig braten. Auf einem Küchenkrepp abtropfen lassen.
Den Feldsalat putzen, waschen und trocken schleudern.
Die zweite Birne waschen, entkernen und in feine Spalten schneiden.

4. Den Salat auf tiefe Teller verteilen und mit dem Birnendressing vermischen. Mit Birnenspalten, Sesambröseln und knusprigem Speck servieren.

Quelle: Das Rezept für die Sesambrösel zum Feldsalat stammt aus der Essen&Trinken (Januarausgabe 2010)

Zubereitungszeit
:
20 Minuten

Meine Bewertung: 3 Sterne: ★★★☆☆

5 Kommentare zu “Lücke in der Schönwetterfront: Feldsalat mit Birnendressing, Speck und Sesambrösel”

  1. lamiacucina

    Feldsalat scheint sich zum Ganzjahressalat entwickelt zu haben. Ich mag ihn lieber nach dem ersten Frost. Das Birnendressing merk ich mir.

  2. Petra aka Cascabel

    Die Birne gefällt mir auch prima darin. Merk ich mir für den Herbst vor, auch wenn es hier momentan genau so trostlos ist. Da trauen sich ja nicht mal meine Tomaten, rot zu werden….

  3. Alex

    Noch so ein tolles Obstdressing! Hier scheint mittlerweile wieder die Sonne, ich puste mal ein wenig, damit sie es auch in den Norden schafft.
    Ansonsten Ofen anmachen und backen :-)

  4. BHS

    Heute war doch ein guter Tag fuer den Balkon und dass bepflanzen von Toepfen! Ich hoffe Du bist gut vorangekommen und kannst das Ergebnis geniessen?

  5. Sophie

    @ Robert: Da hast du wohl recht. Manchmal verwirrt die breite Angebotspalette und man kauft eigentlich “unsaisonales”.
    @ Petra: Ein paar Witze unter der Gürtellinie für die Tomaten… ?!
    @ Alex: Ja, hier hat es auch wieder aufgezogen. Kuchen backen kann man aber trotzdem ;-)
    @ BHS: Bin dann doch nicht dazu gekommen ;-) Man nimmt sich ja immer so einiges vor. Vielleicht morgen …


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