Eine wahre Plage, diese Kürbisrezepte. Springen einem gerade überall entgegen. Gefüllt, geschmort, gebraten, püriert, gedämpft, gestampft. Noch nie Kürbissuppe gekocht? Halber Mensch! Inzwischen hat das magenschmeichelnde Gemüse fast schon allegorischen Charakter: Herbst ist, wenn du Kürbis machst.

Daher prangt so ein orangenes, schrumpeliges Ding auf fast allen Food-Titeln, pauswangige Kinder essen artig ihre Portion Signalfarbengemüse auf, zum Nachtisch gibt es ein Stück Pumpkin-Pie und aus dem Hohlkörper wird ein recycelbarer Halloween-Spaß.

Ich kann Halloween nicht leiden.
Aber ich mag Kürbis.

Hilft also alles nichts, wir müssen da durch. Ich mit euch und ihr mit mir. Mindestens noch bis Dezember, oder vielleicht auch noch bis Februar oder März. Dann dauert es auch nicht mehr lange bis zur Spargelrezept-Welle.

So.

Vielleicht noch ein Wort zum Käse.

Manourikäse ist ein sehr weicher Molkekäse, der ähnlich wie Ricotta wenig Eigengeschmack hat. Den meisten Käseliebhabern ist er daher zu charakterlos, was man durchaus nachvollziehen kann, wenn man ihn mit – sagen wir – einem Roccolo oder einem Scamorza in den Ring schickt. Manchmal mag ich aber gerade diesen puren, klaren Geschmack, vor allem wenn der Käse als Begleiter fungieren und die Hauptkomponente im Gericht nicht erdrücken soll. Ein Pecorino wäre hier zum Beispiel zu heftig. Der Kürbispudding braucht eine subtile Ergänzung.

Beim Rest kann man seine Fantasie spielen lassen. Die Pinienkerne sind für den Crunchfaktor, die Frühlingszwiebeln für die Optik. Ich mag das so. Man kann aber auch Kürbiskerne und Schnittlauch nehmen, oder geröstete Pistazien plus fein gehobelte Zuckerschoten.

Kürbispudding mit Manourisplittern, Pinienkernen und Frühlingslauch

Zutaten

  • (für 6-8 Portionen)
  • 300 g Kürbisfleisch
    125 ml Sahne
    125 ml Milch
    150 g Zucker
    3 Eier
    75 g Mehl
    1 Prise Salz
    etwas Muskatnuss
    Saft von 1/2 Zitrone
    50 Manourikäse
    eine Hand voll Pinienkerne
    2 Frühlingszwiebeln
    evtl. etwas Kürbiskernöl

Zubereitung

1. Das Kürbisfleisch entkernen und die Innenfasern mit einem Löffel entfernen. Das Fruchtfleisch grob würfeln und mit etwas Wasser im Kochtopf gar kochen. Mit einem Pürierstab fein pürieren.

2. Das Kürbispüree mit Sahne, Milch, Zucker und Eiern verrühren. Mehl, Salz, etwas geriebene Muskatnuss und Zitronensaft hinzufügen und die Masse zu einer geschmeidigen Creme verrühren.

3. Die Creme in Förmchen (z.B. Soufflé-Förmchen) füllen und im Backofen ca. 40-45 Minuten backen.

4) Den Kürbispudding ca. 15 Minuten auskühlen lassen, aus der Form stürzen und vollständig auskühlen lassen.

5) Mit einem Käsehobel vorsichtig dünne Scheiben oder Splitter vom Manourikäse abschneiden, größere Stücke brechen. Pinienkerne in einer beschichteten Pfanne ohne Fett goldbraun anrösten. Frühlingszwiebeln putzen und mit dem Grün (bitte! Alles andere wäre schade) in dünne Ringe schneiden.

6) Den Kürbispudding mit den Käsesplittern, den Pinienkernen und dem Frühlingslauch garnieren und servieren. Lauwarm schmeckt’s fast noch besser als heiss. Wer mag, träufelt noch etwas Kürbiskernöl darüber. Muss aber nicht.

Zubereitungszeit: 40 Minuten plus 40 Minuten Garzeit

Schmeckt nach Herbst: 4 Sterne: ★★★★☆

14 Kommentare zu “Just another Kürbisrezept: Kürbispudding mit Manourikäsesplitter und Pinienkernen”

  1. Dea

    Kürbis ist toll! Meine Mutter züchtet Weltrekordverdächtige im Garten und schreibt ihnen immer unsere Namen in die Haut, so dass ich regelmäßig einen Riesenhokkaido bekomme, auf groß Andrea steht bekomme. Sehr schwer, die dann zu verarbeiten! Aber wenn dann so: Kürbisgnocci selbstgemacht und dazu eine Salbeibuttersoße….mjamm mjamm (immer nur suppe is ja auch blöd!)

  2. Dea

    ups, verzeih die Rechtschreibfehler!

  3. Paule

    Ich als Kürbisliebhaber bin von diesem originellen Rezept mal wieder hin und weg. Sehr schöne Idee und tolle Fotos!! Vielen Dank!

  4. Sophie

    Na, Dea, zu viel Kürbis gegessen? ;-) Soll ja die Gehirnzellen temporär lahm legen. Kürbisgnocchi in Salbeibutter sind eine verdammte Sünde, aber sooooo gut. Wo lebt deine Mutter?

  5. Dea

    meine Mom ist im wunderschönen Thüringen zuhause, demzufolge ich da auch herkomme, genauso wie die Kürbisse (Kürben?….Mehrzahl von Kürbis?)mit meinem Namen darauf…..ob meine Mutter damit irgendwas kompensiert (wie den Wegzug ihrer drei Kinder)weiss ich nicht, hihi

  6. Susa

    Wo hast Du den Manouri in Hamburg?

  7. Susa

    … öhm, schicke ein “gekauft” hinterher… :-)

  8. su

    Das lustige ist, dass ich selber erst vor einigen Jahren mit der Kürbiszubreitung angefangen habe. Ich hoffe sehr, dass ich es nicht der Halloween-Welle zu verdanken habe, denn damit hab ich nichts am Hut. Irgendwie ist mir der Kürbis, gerade in seiner Sortenvielfalt nie vorher aufgefallen…

  9. Christina

    Frollein, das sieht supergut aus! Und Recht haste, Kürbis und Spargel sind echt die saisonbestimmenden Kandidaten schlechthin, finde ich auch. Fluch und Segen zugleich irgendwie.

  10. BerlinKitchen

    Diese Schreibe gefällt mir richtig gut! Hat echt ESPRIT………

    Liebe Grüße aus der Hauptstadt,
    Martin “BerlinKitchen”

  11. georg

    Cooles Rezept, wird im Freistil nachgemacht. Diese ganze Kürbis-Miesmacherei geht mir eh’ auf’n Keks. Ist was leckeres, sieht klasse aus und ist glaube ich auch irgendwie gesund. Wie jedes Gemüse. Kommt eben auch darauf an was man damit macht. Und wenn die Food-Schreiber noch so sehr die Nase voll haben vom Kürbis, ich mag das Zeugs. Und den Spargel auch!

  12. Sophie

    hallo Susa, den Manouri habe ich vom Marktstand in der Schanze, da steht Donnerstag Nachmittag immer ein zwischen aufdringlich und hilfsbereit changierender Käsefuzzi, der auf explizite Nachfrage auch den Manouri aus dem Geheimfach zieht. ;-)
    @ Su: Manchmal rutschen einem gewisse Sachen durch die Finger, ich kenn das. Und Kürbis war bis vor wenigen Jahren auch nicht gerade “en vogue”, daher auch nicht so sehr präsent im Angebot.
    @ Christina: Genau! Aber bei Kürbis dauert es komischerweise länger, bis ich mich “überfressen” habe.
    @ Martin: Merci!! Ich habe ja auch immer ein Döschen davon im Wandschrank ;-)
    @ Georg: Na, und OB gesund! Dann mal ran an den ….öh..Kürbis.

  13. kochend-heiss

    Oh ja, mit Kürbisrezepten wird man echt überhäuft, aber lecker sind sie. Der Pudding hört sich echt toll an.

  14. tobias kocht!

    Schöne Idee den Manouri hierfür zu verwenden.


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