Und, ward ihr dieses Wochenende im Biergarten? Am See, im Park, in der Frühlingsfrische? Angrillen? Wenigstens ein Eis essen? Na kommt schon, ein Eis war doch drin, oder?

Wir haben es H.’s abschwellender Nase zuliebe noch ein wenig ruhig angehen lassen. Der Tapferste aller Freunde kämpft mit den unmittelbaren Nachwirkungen einer Nasenscheidewand-OP, da ist gerade nicht viel mit exzessiven Biergelagen oder Isar-Surfen. Langsame Spaziergänge um’s Nymphenburger Schloss oder durch den Hirschgarten gingen aber schon recht gut und regten auch den Appetit an. Bei mir vor allem auf: EIS!

Leider bin ich noch immer Eismaschinen-los, obwohl ich mir letztes Jahr mindestens 20 Exemplare angesehen habe. Hinderlich war nicht nur die Frequenz der Umzüge, sondern auch die Frage nach der Dringlichkeit. Hand auf’s Herz: Wie oft würde ich an heißen Sommertagen in der Küche stehen und Eis zubereiten? Und wie oft der spontanen Triebbefriedigung an der Eisdiele des Vertrauens den Vorzug geben? Hmmmmm??
Dazu sind die meisten ordentlichen Maschinen (die mit Kühlaggregat – wenn schon, denn schon) nicht gerade kompakt und müssten mit KitchenAid, Brotschneidemaschine, Standmixer, Mörser etc. um den knapp bemessenen Platz in der Küche rangeln.

Soviel zu den pragmatischen Überlegungen. Jetzt kommt der emotionale Teil:

Ich lieeeeeeeeeeeeeeeeeebe selbst gemachtes Eis!

Ohne Eismaschine ist das allerdings eine schwierige Sache. Cremiges Eis erhält man schließlich nur durch ständiges Rühren (die Bewegung verhindert die Kristallbildung) und wer hat schon Zeit und Lust, für fünf Minuten Genuss drei Stunden lang am Eisschrank zu kleben und mit dem Schneebesen herumzufummeln?

Ich muss mich also endlich mal ein wenig schlau machen. Es gibt ja durchaus kleine Tricks wie die Verwendung von Johannisbrotkernmehl und anderen Mittelchen zur Verbesserung der Cremigkeit. Außerdem wollte ich längst schon die letztes Jahr in der Effilee erfolgreich durchgeführte und ausführlich erklärte Trockeneis-Methode testen. Weiß jemand, wo ich in München Trockeneis kaufen kann??!

Trick 17 für spontane Eisgelüste ist außerdem ein kleiner Kompromiss:

Semifreddo.

„Halbgefrorenes“ muss nämlich gar nicht so cremig sein, im Gegenteil, da ist gerade ein wenig Biss erwünscht. Diese Version hier ist trotzdem schön zartschmelzend und überhaupt nicht kristallin, was an der fast schon frischkäseartigen Konsistenz des stundenlang abgetropften Joghurts liegt. Funktioniert einwandfrei, ist simpel – und wer sich das halbstündliche Umrühren sparen will, zieht kurz vor dem Servieren noch mal den Pürierstab durch die Eismasse. Schwupps – cremig!

Schmeckt fantastisch mit den allerersten Erdbeeren aus Italien.

Joghurt-Limetten-Semifreddo mit Erdbeeren

Zutaten

  • 600 g Naturjoghurt (3,5 % Fett)
  • 1/4 TL gemahlene Vanille
  • 30 g Puderzucker
  • 1 Bio-Limette
  • 2 Eiweiß (Größe M)
  • Salz
  • 100 g frische Erdbeeren

Zubereitung

1. Den Joghurt in ein mit Mull ausgelegtes Sieb geben und abgedeckt 4-6 Stunden im Kühlschrank abtropfen lassen. Es sollten am Ende ca. 300 g frischkäseähnliche, dichte Joghurtmasse herauskommen.

2. Die Joghurtmasse mit der gemahlenen Vanille und dem Puderzucker verrühren. Die Limette heiß abwaschen und abtrocknen, die Schale fein abreiben und untermischen. Das Eiweiß mit 1 Prise Salz zu einem festen Schnee schlagen und unter die Mischung heben. In eine große oder in mehrere kleinere Metallschüsseln füllen und mit Frischhaltefolie zugedeckt in das Gefrierfach stellen. Alle 30 Minuten umrühren, damit sich keine größeren Eiskristalle bilden. Nach ca. 3 Stunden hat man eine cremige Eismasse.

3. Die Erdbeeren gut waschen, putzen und in Scheiben schneiden oder vierteln. Die Eismasse aus dem Tiefkühler nehmen und antauen lassen. Mit einem Löffel Nocken vom Frozen Joghurt abstechen und auf Teller verteilen. Ein wenig leichter geht es, wenn man kleine Metallschüsseln verwendet hat, dann braucht man das angetaute Joghurt-Semmifreddo nur noch auf die Teller zu stürzen und mit den Erdbeeren garnieren.

Zubereitungszeit: 20 Minuten (plus 6 Stunden Abtropfzeit + 3 Stunden Gefrierzeit)

Heiß auf Eis!: ★★★★☆

12 Kommentare zu “Joghurt-Limetten-Semifreddo mit Erdbeeren”

  1. Alex [Chef Hansen]

    Ich habe mich grade in “The Perfect Scoop” reingelesen und dann kommst du auch noch mit Eis und dabei ist der Kühlakku für meine Eismaschine garnicht kalt. Für Eisdiele müsste ich mich erstmal in ahnsehnliche Form bringen, so wird´s dann wohl beim Eiskaffee nachher bleiben…

  2. Christina

    Sitze gerade in der Knallsonne und würde gerne eine Bestellung aufgeben, so 3-5 Portionen für mich bitte, danke. :-) Ich habe bezüglich einer Eismaschine auch ewig herumüberlegt und mir dann doch den Aufsatz für die Kitchen Aid gekauft – und noch keine Sekunde bereut, dafür aber schon Tonnen von köstlichem Eis vertilgt! Also, ich würd´s machen. Ist quasi wie ein neuer Mitbewohner. ;-)

  3. Sophie

    @ Alex: Siehste, das ist immer das Ding mit dem Kühlakku. Das Buch hatte ich übrigens auch schon im Auge, aber erstmal muss ich die Sache mit der Eismaschine geklärt haben.
    @ Christina: Ist der Aufsatz nicht riesig? Das Eisfach meines 2-Hand-Ossi-Kühlschranks (importiert nach Bayern) ist ungefähr so groß wie das Handschuhfach meines verschrotteten Opel Astras. Ich glaub, den Aufsatz krieg ich da auch mit viel Gewalt nicht rein. :-(

  4. Alex [Chef Hansen]

    Ich als impulsgetriebener Mensch neige dazu, mir doch noch so ne Kompressormaschine zuzulegen – aber isch kann mich für keine entscheiden… Der Kühlakku nervt ehrlich gesagt schon – und wir haben nen (kleinen) Gefrierschrank, also eigentlich Platz genug…

  5. nata

    Bei mir war die Eismaschine vergangenen Sommer im Dauereinsatz, seit es eine als Angebot bei Aldi gab. Bis dann im Winter irgendwann der Kühlbottich nicht mehr in den Tiefkühler passte. Das Maschinchen war billig und hat natürlich keinen Kompressor. Seit vergangener Woche ist es aber aus dem Winterschlaf erwacht und ich freue mich über selbstgemachtes Eis. Auch diese Version mit dem Abgetropften Joghurt ist demnächst wieder dran. Mag ich nämlich ebenfalls wahnsinnig gerne!

  6. Susanne

    Sophie, das siehst köstlich aus. Das ganze Wochenende hatte ich so eine Lust aus Eis. Das werde ich bald – nach Ostern – ausprobieren. Bin übrigens um Ostern vielleicht in München… Liebe Grüße Susanne

  7. Andreas

    Ich würde dir ein Gerät mit eigener Kühlung empfehlen. Meine habe im vergangenen Jahr gekauft und benutze Sie wirklich regelmäßig. Gerade für Menüs ein Traum. Mein persönlich Buchtipp ist “Frozen Desserts” manche Theorie aber auch ein wirklich irres Werk zum Thema.

  8. Simone

    Ach, zum Glück gibt’s noch mehr Eisliebhaber wie mich! Hab leider auch nur so’n Akku-Teil und finds nervig! @Alex: Kauf dir jetzt endlich mal so’n Kompressor-Ding und sag bescheid wie es ist. Sonst müssen wir alle “nur” bei Semifreddo bleiben! Wobei das nun nicht wirklich zu verachten ist! Ich mach auch gern die halbgefrorene Variante, ist halt die Easy-Version von Eis. @Sophie: In dein Semifreddo könnt ich mich jetzt auf jeden Fall rein legen! Sieht herrlich cremig aus!

  9. Mini-Küche

    Bei mir scheitert es ganz klar am Platz. Benutzen würde ich sie garantiert, allein schon um die ca. 67 Eisrezepte aus meinem “Nachkoch-Ordner” abzuarbeiten. Bis zum nächsten Umzug sind solche Rezepte aber durchaus sehr willkommen, sieht unglaublich lecker aus und ich liebe Joghurt.

    Liebe Grüße,

    Lilly

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  12. Kurz und beerig. «

    [...] Früchtchen mit Balsamico gefügig machen, um sie dann mit Spargel zu verkuppeln. Vanilleeis und Limetten-Semifreddo die beerige Krone aufsetzen. Der Panna Cotta den Erdbeerspiegel vorhalten. Mir den Kopf von [...]


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