Manchmal frage ich mich, ob ich statt des 10er-Tickets für den Rollercoaster nicht doch besser eine Dauerkarte für das Bierzelt hätte wählen sollen. Ein bisschen schunkeln, ein bisschen anstoßen, ein bisschen sich das Leben schön trinken und dann, wenn die Zelte schließen, im weichen Gras den Rausch ausschlafen. Das Leben könnte so herrlich unbekümmert sein und obendrein ist man so gut wie nie allein.
Bei mir allerdings, fürchte ich, sind Hopfen und Malz verloren. Meine Wahl fällt eigentlich immer auf die Achterbahn.

Am Anfang macht das natürlich immensen Spaß. Hoch und runter, Zeit- und Raumverlust, dann linke Kurve, rechts herum und wenn es gar zu wild wird, schreit man halt ein bisschen. Hört doch keiner, die meisten schreien ja genau so laut. So in der Mitte, bei gutem Training auch erst im letzten Drittel, setzt dann die Übelkeit ein, die Knie zittern und man will eigentlich nur noch raus. Aber, ha, Notbremse gibbet nicht, mitgehangen, mitgefangen, und die Geschwindigkeit drosseln würde nur die Räder blockieren und mit Sicherheit zum absoluten Zusammenbruch des Systems führen.


Das Schöne an der ganzen Sache ist die Gewissheit, dass nach jeder Talfahrt auch immer eine Gipfelstürmung folgt. Die mag einem zwar mitunter auch den Atem rauben, aber wenigstens ist es keine Geisterbahn.

 

Salat aus weißen Bohnen, Sellerie, schwarzen Oliven und Minze

Zutaten

  • 200 g getrocknete weiße Bohnenkerne
  • 2 Knoblauchzehen
  • 6 Stangen Staudensellerie
  • 1 Lorbeerblatt
  • 120 g schwarze Oliven mit Stein
  • 1 grüne Chilischote
  • Salz, schwarzer Pfeffer
  • 2 TL Akazienhonig
  • 2 EL Sherryessig
  • 4-5 EL Olivenöl
  • 1 Bund Minze

Zubereitung

1. Die Bohnenkerne in eine Schüssel geben und mit reichlich kaltem Wasser bedecken. Zugedeckt über Nacht quellen lassen.

2. Die Bohnen in ein Sieb schütten, kalt abspülen und in einen Topf geben. Den Knoblauch schälen. Den Sellerie waschen, putzen und entfädeln. Die grobfaserigen Endstücke mit dem Knoblauch und dem Lorbeer zu den Bohnen geben. So viel kaltes Wasser dazugießen, dass es etwa 3 cm über dem Boden steht. Das Wasser zum Kochen bringen und den dabei entstehenden Schaum abschöpfen.

Deckel auflegen und die Bohnen bei mittlerer Hitze ca. 40-50 min. garden. Sie wollten weich, aber noch bissfest sein.

3. Inzwischen den geputzten Sellerie in Halbmonde schneiden, evtl. auch das Selleriegrün klein schneiden. Die Oliven vom Stein befreien und klein hacken. Die Chilischote halbieren, waschen, entkernen und fein hacken.

4. Die fertigen Bohnen vom Herd nehmen, im Sud etwas abkühlen lassen. Lorbeerblatt, Knoblauch und Selleriestücke entfernen. Die Bohnen in ein Sieb gießen und abtropfen lassen, dabei den Sud auffangen. Sud etwas einkochen lassen. Dann die Bohnen wieder mit dem reduzierten Sud mischen, salzen und pfeffern.

5. Für das Dressing den Honig mit Salz, Pfeffer und Essig verrühren, das Öl nach und nach unterschlagen. Die Bohnen mit dem Sellerie, Oliven und Chili mischen und mit der Vinaigrette begießen. Alles vorsichtig miteinander vermischen. Am besten schmeckt der Salat, wenn man ihn ca. 2 Stunden vor dem Verzehr durchziehen lässt.

6. Vor dem Servieren die Minze abbrausen und trocken tupfen. Ein paar Blättchen ganz lassen, den Rest in Streifen schneiden und unter den Salat heben.
Den Salat mit den ganzen Minzblättchen garnieren und servieren.

Schmeckt grandios nach Sommer mit etwas zerbröseltem Feta, geröstetem Weißbrot oder zu gegrilltem Pulpo.

Quelle ist übrigens mal wieder eines meiner Lieblingskochbücher:
Bernadette Wörndl, Jetzt können die Gäste kommen.

4 Kommentare zu “Höhen und Tiefen: Salat aus weißen Bohnen, schwarzen Oliven, Sellerie und Minze”

  1. Herr Grün

    Liebe Sophie!

    Sehr ästhetisch. Schönes Konzept. Und ganz viel Lob.)

    Viele Grüße von Herrn Grün

  2. Ela

    Superschöner Blogpost, sieht lecker aus.. Die Photos sind echt toll geworden, großes Kompliment!

    LG
    Ela

  3. Sarah

    Da hast du sehr schöne Worte für den Lauf des Lebens gefunden. Ich finde mich ja eindeutig im Bierzelt wieder, denn ich geniesse die Kontinuität in meinem Leben derzeit sehr (die Achterbahnfahrten aus den Jahren davor sind mir aber noch sehr gut in Erinnerung ;-)).
    Und ein Anstoss, selbst weisse Bohnen zuzubereiten ist dein Beitrag dazu auch noch!
    Grüsse,
    Sarah

  4. Ariane

    Ich fühl´ mich grad so angesprochen, liebe Sophie ;) Die Bierzelt-Zeiten sind vorbei, lass uns zusammen die Achterbahn genießen!


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