Meine Woche fängt mit Vogelgezwitscher und Frühlingsgefühlen an. Mit diesem mehr als lieb gewonnenen Kaffee-ans-Bett-Ritual, einem noch sehr frischen, daher noch nicht ritualisierten Home-Office-Programm samt spontaner Arbeitsplatzverlagerung ins Café um die Ecke. Und den Qualen Freuden des Kochens in einer Kombüse. In den letzten Wochen ist die Kölner Kombüse des Kerls zu meinem natürlichen Küchenhabitus geworden, auch wenn ich mich hier und da schwer mit der suboptimalen Ausstattung tue. Also gibt es Suppe. Grüne Zwiebelrahmsuppe oder: sahnig-samtiges Frühlingszwiebelsüppchen. Mit Kresse und Croutons und nach einem Rezept eines alten Bekannten, Sebastian Dickhaut, der schon zu Basic Cooking-Zeiten so manches Mittag- wie Abendessen gerettet hat.


„Jetzt Gemüse“dachte ich mir also, als ich Ende März mitten im Umzug steckte, zwischen Pizza und belegten Broten, und sein neuestes Kochbuch in die High-Priority-Kiste packte. Jene Kiste, die später nicht im dunklen, walfischgroßen Bauch der Lagerbox verschwand. Tatsächlich gelingt diese Suppe auch mit weniger hochtechnologischem Equipment, wie man es als passionierte(r) Koch/Köchin und Equipmentjunkie aus der auf die eigenen Koch- und Essbedürfnisse zugeschnittenen Küche gewohnt ist. Und auch die anderen Rezepte sind schlicht mit Pfiff bis raffiniert mit etwas Zeitaufwand, niemals aber so kompliziert, dass man an ihrer Stelle doch lieber ein Minuten-Steak in die Pfanne haut. 

Der Nullachtfuffzehn-Pürierstab des Kerls hat jedenfalls alles gegeben, am Ende habe ich die Suppe noch durch ein Sieb gestrichen – wirklich fein! Schnell gemacht ist sie auch, und ein perfektes Feierabenddinner für Frühlingszwiebelliebhaber und Frühlingsanbeter und (auch nicht so frisch) Verliebte. Jetzt Gemüse? Gemüse geht immer. Auch wenn es in einer bis zur Decke vollgestellten, schuhschachtelgroßen Wohnung mit asthmatischem Herd zubereitet wird.



Grüne Zwiebelrahmsuppe (mit Kresse und Croutons)


Zutaten:

2 Bund Lauchzwiebeln
50 g Butter
500 ml Gemüsebrühe
100 ml trockener Weißwein
250 g Sahne
Salz, weißer Pfeffer
2 Scheiben Toastbrot
2 Eigelb
hier (nicht im O-Rezept): Kresse oder Sprossen nach Wahl  

Zutaten:

1. Die Lauchwziebeln waschen und putzen, dabei das sehr dunkle Grün wie auch die Würzeln entfernen. Lauchwziebeln in Ringe schneiden.

2. 2 EL Butter in einem Topf zerlassen und die Lauchzwiebeln bei kleiner Hitze darin 2-3 Minuten zugedeckt andünsten.

3. Gemüsebrühe, Wein und 200 g Sahne zugießen. Alles unter Rühren bei mittlerer Hitze aufkochen lassen. Die Suppe mit Salz und Pfeffer abschmecken und 10 Minuten kochen lassen, bis die Lauchzwiebeln weich sind.

4. Währenddessen die Toastscheiben entrinden und würfeln (ich mag meine Croutons auch gern aus Sauerteigbaguette samt Rinde). Die übrige Butter in einer kleinen Pfanne aufschäumen lassen, die Toastwürfel zugeben. Die Croutons unter Rühren goldbraun rösten.

5. Die Suppe vom Herd ziehen, mit dem Stabmixer pürieren und nach Gusto abschmecken. Übrige Sahne (50 g) mit den Eigelben in einer Schüssel verquirlen, dann 2 Schöpfer der Suppe hinzufügen und gut vermischen. Zur heißen Suppe in den Topf geben, um die Suppe zu legieren.

6. Die Suppe auf Schalen oder Teller verteilen und mit Croutons und Kresse bestreut servieren.

 

Ein Kommentar zu “JETZT! Gemüse: Grüne Zwiebelrahmsuppe (mit Kresse und Croutons)”

  1. Micha

    Hmmm, schöne Idee von Sebastian – das Süppchen merke ich mir vor!


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