Geteiltes Mahl ist doppeltes Leid


H. ist für eine ganze Woche zu Besuch in Hamburg. Das ist ganz großartig, weil wir endlich mal wieder zusammen Abend essen können, uns dabei eine Flasche Wein teilen (gestern musste er allerdings noch sein Dosenbier vom Melt! auftrinken hat er mir allerdings den Löwenanteil vom Riesling überlassen) und dann bis spät nachts auf dem Mini-Balkon diskutieren, bis die Nachbarn böse werden. Wir schlafen Arm in Arm ein, am nächsten Morgen gehe ich in die Arbeit und H. kauft mir einen Chilistrauch statt Blumen (was bedeutet, dass er mich tatsächlich zu verstehen beginnt) und hängt die Wäsche auf.

Die Welt wäre also himbeerbrauserosarot, wenn H. nicht danach für 2 Monate nach N.Y. gehen würde. Ohne mich, denn ich bleibe hier in H.H. Und nun müssen diese Hand voll Abende, die wir gerade miteinander haben, für 66 Tage reichen. Nähe tanken. Kuscheln auf Vorrat.

Deshalb bin ich gleichzeitig auch sehr traurig.
Aber: Alles wird gut.

Die Ente, die wir gestern hatten, die war übrigens auch gut. Allerdings deutlich zu mickrig, ich hatte mich in der Größe etwas verschätzt und die Single-TK barg auch kein zweites Stück mehr.

In der Hoffnung, H.’s Hunger mit etwas Alkohol betäuben zu können, habe ich etwas Vodka unter das Dressing für den Melonen-Feldsalat gemischt. Das war zwar geschmacklich ein Volltreffer, erzielte aber nicht die beabsichtigte Wirkung. Und auch die Chilis vom neuen Strauch, die mit in den Salat wanderten, wirkten eher appetitanregend als -betäubend.


Tja, blöd.
Es gab dann zu späterer Stunde noch einen provisorischen Käseteller mit Birne, Peccorino und Feigensenf.
Auch gut. Ihr wisst doch, En(t)e gut, alles gut.

Rezept:

Zutaten für 2 Personen:

2 (!) Barbarie-Entenbrüste mit Haut
ein paar Stängel frischen Estragon

1/2 Cuantaloupe- oder Galiamelone
zwei Hand voll gemischte Sprossen
Feldsalat, Menge nach Belieben
eine Frühlingszwiebel
2 EL Walnussöl
2 EL Zitronensaft
einen Schuss Vodka
Salz, Pfeffer, etwas Agavendicksaft zum Abschmecken


Zubereitung:

Die Entenbrüste vorsichtig abbrausen, abtrocknen und die Haut mit einem scharfen Messer rautenförmig einritzen.
Mit der Hautseite nach unten ohne Zugabe von Öl in eine heiße Pfanne legen und anbraten, bis die Haut schön braun ist. Umdrehen und von der anderen Seite braun braten. Nach ca. 5 Minuten in Alufolie wickeln und im vorgeheizten Backofen bei 150 °C ca. 5 Minuten garen, bis sie gar, aber innen noch schön rosa ist. Wer mag, kann danach nochmal die Hautseite knusprig nachbraten.

Für den Salat die Melone in Stücke schneiden. Den Feldsalat waschen und trocken schleudern, die Frühlingszwiebel in Ringe schneiden. Alles zusammen mit den Sprossen in eine große Schüssel geben. Aus dem Öl, dem Zitronensaft und dem Vodka ein Dressing rühren, mit Salz, Pfeffer und Agavendicksaft abschmecken. Das Dressing kurz vor dem Servieren unter den Salat heben.

5 Kommentare zu “Geteiltes Mahl ist doppeltes Leid”

  1. Toni

    Och menno, Du Arme. Du musst einfach viiiiiel neue Rezepte ausprobieren, dann geht die Zeit ganz schnell rum.

  2. Suse

    Oh wie rührend. Hast du H. denn nach den zwei Monaten etwas länger für dich?

  3. BHS

    Oh nee, das ist ja traurig. Aber vielleicht bekommst Du jeden Tag eine Postkarte aus New York. Und bald ist dann wieder da, passend zu den leckeren Herbst- und Wintergerichten.

  4. Sophie

    @ Toni: Ja, das werd ich wohl machen, der Nachkochstapel türmt sich auch schon gen Himmel. Nur muss ich dann ja alles alleine essen …
    @ Suse: Erstmal ja, und dann heißt es halt wieder zwischen München und Hamburg pendeln.
    @ BHS: Jeden Tag *lach* nee, stimmt schon, das geht ganz schnell vorbei. Ganz sicher. vielleicht.

  5. Sophia

    oh je…du arme, ich kenn das. pendelei und distanz kann schon was ganz schön ätzendes sein, da genießt man jede minute miteinander. und die strecke münchen – hamburg ist ja auch nicht zu verachten. ich drück die daumen, dass die zeit schnell um geht.


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