Schnürlregen? Hagelschauer? Weltuntergangszenarien? Macht mir doch nichts! Ich habe eine Kapuze an meinem Parka, schlagfeste Boots an den Füßen und einen Suppentopf auf dem Herd, randvoll mit leuchtend rotem Magenwärmer. Wenn ich jetzt noch trocken nach Hause käme, der Herd sich von alleine einschalten würde und die Schüssel Beine hätte, wäre alles in Butter.

Auf der anderen Seite: Was ist aus unseren Grillplänen geworden? Rauchige Steaks, saftige Maiskolben und röstaromenliebkoste Auberginen? Vielleicht kann man den Sommer ja hinter dem Ofen hervorholen, indem man die richtigen Gewürze einsetzt. Pimentón de la Vera macht sich schließlich nicht nur gut als rauchige Würze in Fleischmarinaden oder der Chorizo, sondern auch ganz großartig in einer Suppe aus ofengerösteten Paprika, Kichererbsen und Thymian.

Wetten, dass wir dem Sommer so ordentlich Feuer unterm Hinter machen?

Das rostrote Pulver aus über Eichenholzrauch geräucherten, spanischen Paprikaschoten ist inzwischen auch bei uns relativ einfach zu bekommen, allerdings sollte man auf die Herkunftsbezeichnung Denominación de Origen und eine aromaschützende Verpackung achten. Auf der sicheren Seite ist man mit den typischen Blechdosen, deren nostalgische Aufmachung ich mal schauderlich kitschig, mal folklorig schön finde. Aber an Regentagen wie diesen kann ein wenig farbenfroher Kitsch nicht schaden.

 

Röstpaprikasuppe mit Kichererbsen, Oliven und Thymian

Zutaten

  • 3 rote Paprikaschoten
    3 EL Olivenöl
    1 Zwiebel, fein gehackt
    1 große Knoblauchzehe, fein gehackt
    2 EL Thymian
    1 Dose Kichererbsen (400 g)
    1 TL gemahlener Kreuzkümmel
    1 TL gemahlener Zimt
    1 TL rosenscharfes Paprikapulver
    1/2 TL Pimentón de la Vera, je nach Geschmack mild (dulce) oder scharf (picante)
    1/2 TL geriebener Ingwer
    750 ml Gemüse- oder Hühnerbrühe
    1 EL Tahini-Paste
    1 TL flüssiger Honig
    Meersalz, frisch gemahlener Pfeffer
    2 EL schwarze Oliven ohne Stein, gehackt

Zubereitung

1. Den Backofen auf 200 °C vorheizen. Die Paprikaschoten auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech oder Gitter legen und 25-30 Minuten garen, bis die Haut schwarz ist und Blasen wirft. Aus dem Ofen holen und abkühlen lassen (die Gefrierbeutelmethode ist mir zu doof, geht auch so!). Enthäuten, Samen und Scheidewände entfernen und grob hacken.

2. Olivenöl in einem großen Topf erhitzen. Zwiebel und Knoblauch darin anschwitzen. Die Paprikaschoten, die Hälfte des Thymians, Kichererbsen und Gewürze zugeben. Kurz anrösten, dann mit der Brühe aufgießen. Honig und Tahini dazugeben und alles zum Kochen bringen. Auf kleiner Flamme ca. eine halbe Stunde sanft köcheln lassen.

3. Die Suppe fein pürieren (wer mag, streicht sie durch ein feines Sieb) und anschließend nochmals erhitzen. Mit Meersalz, frisch gemahlenem Pfeffer und evtl. noch etwas Pimentón abschmecken. Die Suppe portionsweise in Suppenschüsseln füllen, etwas Olivenöl darüber träufeln und mit Oliven und Thymianblättchen bestreuen.

Zubereitungszeit: 30 Minuten (plus ca. 30 Minuten Garzeit)

Röstaromen pur: ★★★★★

 

3 Kommentare zu “Geschmackssicher & wetterfest: Röstpaprikasuppe mit Kichererbsen, Oliven und Thymian”

  1. zorra

    Lecker! Noch ein Tipp, damit man das echte Pulver erwischt. Auf der Dose muss das Logo (sieht man hier auf im Banner rechts – http://www.pimentonvera-origen.com/index.php?option=com_content&view=article&id=47&Itemid=74&lang=en) sein, sonst ist es kein echter Pimentón de la Vera.

  2. Gargantua

    Schöne Suppe. Und Klasse, wenn man bei diesem Wetter den Kopf so fröhlich hochhalten kann.

  3. voni

    Ja, liebe Sophie, das mit der gerösteten Paprika bei so einem Wetter kenn ich. Da braucht die Seele was. Hab ich neulich auch gemacht (hier mein Rezept: http://meineliebedasessen.blogspot.de/2012/05/gerostete-paprika-brot-suppe.html)
    Warmen Gruß und trockene Füsse,
    Vroni


Schreibe einen Kommentar: