Der Winter wäre nur halb so schön, wenn die Erinnerung an den Sommer nicht wäre. Der ist natürlich schon längst vorbei und der Herbst nur noch eine verschwommene Erinnerung. Na gut, Mr. Frost, dann wollen wir mal unsere behandschuhten Hände schütteln und uns miteinander vertraut machen. Wir haben ja noch ein Weilchen miteinander zu tun.
 Wie wäre es denn mit einem gemütlichen Kennenlern-Dinner zum vorsichtigen Herantasten? Statt der vollen Dröhnung mit Braten, Knödel und Sauce gäbe es etwas Vegetarisches mit Wegträumgarantie. Ich bin mir sicher: Auch du lässt dich manchmal von den Verlockungen wärmerer Gefilde betören und für den Duft orientalischer Gewürze begeistern. Ohne die würde der Cousous, mit dem die roten Zwiebeln gefüllt werden, nicht so wunderbar nach Exotik, Souk und Wärme schmecken. Auch wenn ich dich ganz gern habe, Mr. Winter: Ich brauche das jetzt.

Ich weiß, du hast so deine Gewohnheiten, die du beharrlich unter deiner Schneedecke konservierst. Aber vielleicht guckst du auch mal über deinen Plätzchentellerrand hinaus! Statt der üblichen Walnüsse und der gewohnten Mandarinen gibt es heute mal geröstete Pinien- und saftige Granatapfelkerne auf, oder eher, unter die Mütze.

Die ist zwar nicht aus Wolle, wärmt aber von innen.

 

Gefüllte (rote) Zwiebeln mit Couscous, Pinienkernen und Granatapfeltopping

Zutaten

  • 4 ungeschälte große rote Zwiebeln
  • 2 EL Olivenöl plus etwas Öl zum Beträufeln
  • 30 g Butter
  • je ½ TL gemahlener Zimt, Koriander, Cumin
    je 1 Messerspitze Kardamom und Kubebenpfeffer
  • 3 EL Couscous
  • 300 ml Gemüsebrühe
  • Salz, Pfeffer
  • 2 EL Korinthen
  • 2 EL geröstete Pinienkerne
  • 1 EL fein geschnittener Koriander oder andere Kräuter
  • 4 EL frische Granatapfelkerne, ausgelöst

Zubereitung

1. Den Backofen auf 200° C vorheizen. Von den Zwiebeln einen Deckel abschneiden (die Deckel nicht wegwerfen). Den Wurzelansatz abschneiden, damit die Zwiebeln einen festen Stand haben. Dabei darauf achten, dass sie nicht auseinanderfallen. Die Zwiebeln in eine Auflaufform oder einen Schmortopf setzen, ein Weinglas Wasser hineingießen und die Zwiebeln mit etwas Olivenöl beträufeln. Den Deckel auflegen und ca. 1 Stunde in den Backofen schieben. Den Deckel abschließend abnehmen.
Die Zwiebeln etwas auskühlen lassen, dann in der Mitte mit einem kleinen Löffel aushöhlen. Das herausgelöste Fruchtfleisch grob hacken.

2. In einer Pfanne 2 EL Olivenöl mit der Hälfte der Butter erhitzen und das gehackte Zwiebelfruchtfleisch mit den Gewürzen sowie dem Couscous einige Minuten anbraten, bis der Couscous Farbe angenommen hat und die Küche vom Duft eines orientalischen Basars erfüllt ist. 100 ml Gemüsebrühe angießen, kräftig mit Salz und Pfeffer würzen und die Pfanne vom Herd nehmen. Den Couscous 5 Minuten ruhen lassen, danach die Korinthen, die Pinienkerne und den Koriander untermischen.

3. Die Zwiebeln mit der Couscousmischung füllen, die Deckel wieder aufsetzen und die restliche Brühe angießen. Mit der restlichen Butter besetzen und die Zwiebeln 25 Minuten im Backofen bräumen. Werden sie zu schnell braun, mit Alufolie abdecken oder den Topf mit einem Deckel verschließen.

4. Die fertig geschmorten Zwiebeln aus dem Ofen nehmen, mit den Granatapfelkernen und den frischen Kräutern bestreuen und z.B. mit einem frischen Joghurt-Dip servieren.

Quelle: Das Rezept stammt aus Yotam Ottolenghis Buch „Jerusalem“, ein paar Änderungen (Korinthen statt Aprikosen, Granatapfelkerne und Koriander dazu) ausgenommen.

Ein Kommentar zu “Winterfood mit Wegträumgarantie: Gefüllte Zwiebeln mit Couscous, Pinienkernen und Granatapfeltopping”

  1. Sabine

    Wunderschöne Fotos und ein tolles Rezept! An gefüllten Zwiebeln denke ich auch schon die ganze Zeit herum; mal sehen, wann es die bei mir zu sehen (und zu essen) gibt. Wunderschönes Winterweiß bei Euch …


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