Ich hau mal rasch ein Rezept heraus, das mein Herz im Sturm erobert hat. Akuter Anlass ist, ganz unromantisch, mein Beitrag mit Interview und Geflügelleberterrinenbild bei Sternekocher: einem Podium für deutschsprachige Foodblogger, welches mein geschätzter Kollege Steffen Sinzinger ins Leben gerufen hat und an dem ich mich in Zukunft auch ein wenig als Autorin beteiligen werde. Mir imponiert das (ehrenamtliche) Engagement von Steffen ungemein, der es augenscheinlich schafft, dem Universum täglich ein paar Stunden mehr abzuringen oder aber sich bei terminlichen Engpässen temporär duplizieren kann. Das will ich auch können! Irgendeine kleine Lücke zwischen Job, Nebenjob, Blog und Fernbeziehung werde ich schon noch finden.

So viel zum Organisatorischen. Kommen wir jetzt zum romantischen Teil, ist ja bald Valentinstag. Diese Terrine war der erste Gang eines weihnachtlichen Candle Light Dinners, den ich bislang noch nicht verbloggt habe. Das ist kolossal sträflich, denn dieses Gericht ist prädestiniert dazu, weiche Knie zu zaubern und Herzen schmelzen zu lassen – auch und besonders am Tag der Liebenden. Selbst dann, wenn man (so wie ich) wenig auf Kitsch und Romantikzwang steht.

Das Ding bei dieser Terrine ist nur: Es funktioniert. Selbst ein, zwei kritische Streitmomente in der winzigen Kölner Küche konnten nicht verhindern, dass wir uns an diesem Abend nochmal neu verknallten: Erst in uns und dann in dieses absolut sinnliche, garantiert sündige Zeug.

Eventuell ist es auch der Granatapfel gewesen, der ja angeblich aphrodisierende Superkräfte hat und so schön ‘at geprickelt in meine Bauchnabel. Wie auch immer: Das hier wird definitiv wiederholt!

Aber nur, wenn der Mann wieder die Leber putzt und danach den Abwasch macht.

 

Geflügelleberterrine mit Quatre Épices, Pinien- und Granatapfelkernen

Zutaten für 12 Personen:

500 g Geflügelleber
3 EL Butter
¼ TL Gewürzmischung Quatre Épices (Zimt, Nelke, schwarzer Pfeffer und Macis) (ich habe außerdem auch etwas gemörserten Sternanis, Koriander und Kakao dazugegeben)
2 cl Cognac
70 ml Portwein
200 ml Sahne (bei mir waren es etwas weniger, siehe Zubereitungsanleitung)
350 g zimmerwarme Butter (bei mir hat dagegen ein Päckchen eindeutig gereicht!)
Salz
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
frische Kräuter (gut passen Oregano oder Kerbel)
4-5 EL Pinienkerne
½ Granatapfel

Zubereitung:  

1. Die Geflügelleber von Häutchen und Fettresten befreien, kalt abbrausen und trocken tupfen. 3 EL Butter in einer großen Pfanne aufschäumen und die Leber darin bei mittlerer Temperatur von allen Seiten anbraten. Die gemahlenen (besser: frisch gemörserten) Gewürze hinzufügen, Cognac und Portwein angießen und die Flüssigkeit fast vollständig einkochen lassen.

2. Die Sahne in einem kleinen Topf erhitzen. Die Leber in einem Mixer oder mit dem Pürierstab pürieren, dabei die Butter portionsweise dazugeben. Wenn die Butter vollständig untergemischt ist, die Sahne hinzufügen, und zwar genau so viel, dass die Lebercreme eine sämige, streichfähige, nicht zu flüssige Konsistenz hat. Bei mir waren das weniger als die im Originalrezept angegebenen 350 ml Butter, ich würde daher bei der Butterzufuhr etwas vorsichtig sein und auch bei der Sahne nach Augenmaß gehen.

Mit Salz, Pfeffer und etwas Kakao abschmecken.

3. Die Lebermasse durch ein feines Sieb streichen. Eine Terrinenform oder alternativ längliche Kastenform mit Klarsichtfolie auslegen. Die Masse in die Form gießen, mit Frischhaltefolie abdecken und über Nacht kühl stellen.

5. Den Granatapfel halbieren und die Granatapfelkerne der einen Hälfte auslösen (die zweite Hälfte für ein anderes Gericht verwenden). Die Pinienkerne in einer Pfanne ohne Fett rösten. Kräuter waschen und trocken schütteln, die Blättchen von den Stielen zupfen.

6. Zum Servieren die Geflügelleberterrine aus der Form lösen (einfach umgedreht auf eine Servierplatte oder einen länglichen Teller stürzen). Die Brotscheiben im Ofen oder im Toaster rösten, die Terrine in Scheiben schneiden und darauf legen. Oder aber die Brotscheiben damit bestreichen. Oder aber pur (ähm, klar geht das).

Mit Pinien- und Granatapfelkernen bestreuen und mit den Kräutern garniert servieren.

Schmeckt noch besser: mit ein wenig Vanillesalz on top.
Und dazu: Haben wir eine Flasche Franciacorta Rosé aufgemacht.

Zubereitungszeit: 30 Minuten (plus Kühlzeit über Nacht)

Quelle: Das Originalrezept ist aus der Essen & Trinken Ausgabe sagicheuchgleichnoch.

3 Kommentare zu “Was wäre das Leben ohne Romantik? Geflügelleberterrine mit Quatre Épices, Pinien- und Granatapfelkernen”

  1. Theresa

    ich muss gestehen, dass ich um alles, was nur annähernd in Verbindung zu Leber steht, eigentlich einen riesengroßen Bogen mache… aber deine Terrine sieht auf diesen wunderschönen Fotos so fantastisch aus… ob ich vielleicht doch mal über meinen Schatten springen sollte?! Fragt sich nur, wen ich zum Leber putzen überreden kann ;) Liebe Grüße!

  2. Toettchen

    Das sieht lecker aus, aber ist das nicht etwas wenig Butter?

  3. Alexandra

    Wow! Ein wirklich tolles Rezept! Während der Valentinszeit läuft bei HeimGourmet ein “Recipes4Two-Contest“! Falls Du Lust hast reinzuschauen und teilzunehmen: http://www.heimgourmet.com/wettbewerb-6-recipes4two.htm

    Viele Grüße
    Alexandra


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