Gebackener Kricketball-Kürbis….

…oder: “Da muss was Leckeres in’s Runde”!

Beim Schreiben dieses Posts fiel mir auf, dass ich einen ausgeprägten Hang zu Untertiteln und Doppelpunkten habe. Außerdem eine Schwäche für Jamie Oliver-Rezepte. Und für Kürbisse.

Als ich neulich in einem Münchner Bioladen auf Rondini stieß, dachte ich daher sofort an Jamies Kricketball-Kürbis-Rezept, das seinen Bookmark schon seit zwei Jahren trägt, ungekocht. Das Ergebnis war allerdings etwas enttäuschend, es schmeckte ….hm, sagen wir “nett”. Nach Kürbis. Aber dafür brauche ich keine extravaganten Exemplare. Außerdem war die ganze Chose eine recht trockene Angelegenheit und musste daher in einer ungehörigen Portion Créme fraîche ertrinken.

Der Haken lag also eindeutig nicht am Kürbis, sondern am Innenleben. Ich hätte mir eine befriedigendere Füllung gewünscht als nur ein paar schnöde getrocknete Tomaten. Hackfleisch von mir aus. Oder Roberts Parmesanschaum. Oder gebratene Pilze. Hauptsache was Ordentliches auf dem Löffel.

Gut, dass ich noch ein paar von den Dingern in petto hatte. Hamstern zahlt sich eben doch aus.
Aber was kam rein in Runde II ?

Bei Rezeptideen halte ich es wie Schriftsteller oder Regisseure – auf meinem Nachttisch liegen immer Zettel und Stift. Könnte ja sein, dass im Schlaf die zündende Idee kommt.
Naja, Bestsellerautorin werde ich in diesem Leben wohl nicht mehr.

Aber diesmal kam er tatsächlich, der Funke.

Linsencreme!

Die Gewürze aus dem Originalrezept – Koriander, Chili, Zimt – habe ich um Kreuzkümmel erweitert, die getrockneten Tomaten landeten in der Linsencreme und die gebratenen Pilze spielten zumindest eine Nebenrolle.

Das Ganze war eher ein Experiment (was nicht heisst, dass ich nicht wusste, was ich tat). Umso überraschter war ich, wie höllisch lecker diese Linsencreme wurde.


Ich bin mir sicher, Jamie würde sie sofort adaptieren!

P.S.: Die Linsencreme schmeckt übrigens auch pur köstlich!! Vielleicht fülle ich damit mal Ravioli oder packe sie auf eine Mezze-Platte?!
P.P.S.: Oder Auberginenröllchen damit füllen? Zucchini? Als Dip zu gebackenen Zitronenkartoffeln?

Gebackener Kricketball-Kürbis

Zutaten

  • 4 Rondini
    1 TL Kreuzkümmel
    1 gestrichener TL Koriandersamen
    1-2 getrocknete, rote Chilischoten, gehackt
    1 Prise gemahlener Zimt

    Jetzt die Füllung:
    80 g rote Linsen
    1 TL Koriandersamen (ja, noch mal)
    4 Nelken
    1 Schluck Weißwein
    Gemüse- oder Hühnerbrühe
    8 sonnengetrocknete Tomaten in Öl
    1 TL Harissa
    1 TL Tomatenmark
    eine Hand voll Cocktailtomaten, gehäutet
    40 g Parmesan oder Pecorino, gerieben
    Meersalz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

    Für die sautierten Champignons:
    etwas Olivenöl
    150 g Champignons
    2 Frühlingszwiebeln
    Schale von 1/2 Bio-Zitrone
    1 Schluck Weißwein
    frischer Thymian

Zubereitung

1. Den Backofen auf 180°C vorheizen. Am Stielansastz eine Scheibe von den Kürbissen abschneiden (als ob man ein Ei köpfen würde) – das ist der Deckel!
Mit einem Löffel die Kerne herauskratzen.

2. Koriandersamen und Kreuzkümmel in einer Pfanne ohne Fett rösten. Mit der Chili und dem Zimt im Mörser zu einem Pulver zerreiben. Die Tomaten abtropfen lassen, das Öl dabei auffangen. In jeden Kürbis etwas von dem Öl träufeln und mit den Fingern auf den Innenwänden verteilen. Die Kürbisse nun innen salzen und pfeffern und mit der Würzmischung würzen.

3. Die getrockneten Tomaten fein hacken. In einem kleinen Topf etwas Gemüse- oder Hühnerbrühe erhitzen, ganze Koriandersamen und Nelken dazugeben. Erst die Linsen, dann die getrockneten Tomaten dazugeben und kurz aufkochen. Linsen garen, bis sie weich sind. Kurz vor Ende der Garzeit den Parmesan unterheben. Mit Harissa, Tomatenmark, etwas Weisswein, Salz und Pfeffer abschmecken.

4. Wenn die Linsen weich sind, die Mischung in ein hohes Gefäß geben und pürieren. Linsencreme durch ein feines Sieb streichen (ist unbedingt nötig, außer man mag gern auf Korianderspelzen herumkauen!).

5. Die Cocktailtomaten mit heißem Wasser überbrühen, Haut abziehen, vierteln. Die Linsencreme nun abwechselnd mit den Tomatenvierteln in die Kürbisse füllen. Zum Schluss etwas Parmesan auf die Creme setzen und nun: Deckel druff.

6. Die Kürbisse auf ein Backblech setzen und im vorgeheizten Backhofen ca. 45-60 Minuten garen (je nach Größe).

7. Währenddessen die Pilze putzen und in nicht zu dünne Scheiben schneiden. Frühlingszwiebeln putzen, in Ringe schneiden. Zitronenschale abreiben. In einer Pfanne etwas Öl erhitzen und die Pilze mit den Frühlingszwiebeln unter Rühren anschwitzen. Zitronenschale und Thymian dazugeben und mit Weißwein ablöschen. Ich habe außerdem noch eine Prise von der für die Kürbisse verwendeten Gewürzmischung zu den Pilzen gegeben.

8. Die Kürbisse aus dem Backofen nehmen. Kurz abkühlen lassen. Mit den sautierten Pilzen und einem Löffel zum Auslöffeln servieren.

Zubereitungszeit: 30-40 Minuten (plus 45 Minuten Backzeit!)

Klein, aber oho: 5 Sterne: ★★★★★

4 Kommentare zu “Gebackener Kricketball-Kürbis….”

  1. Arthurs Tochter

    Experiment gelungen! Auf ganze Linie!
    Und Deine Bilder sind wieder wunderschön!

  2. Frau Kampi

    Ich finde die Kombi Linse/Kürbis auch sehr reizvoll! Hatte mal Linsensalat fruchtig-scharf mit dem gen gebackenen Kürbisscheiben a la Jamie(mit Chili, Koriander- und Fenchelsaat, Knoblauch) und dazu Ziegenfrischkäse. War ne leckre Angelegenheit :-)
    Liebe Grüße, Sandra

  3. Christina

    Die Schwäche für Doppelpunkte teilen wir definitiv, bei mir kommen noch Gedankenstriche dazu. Einmal angewöhnt bekommt man die Dinger nicht mehr los ;-). Und schicke Hülle mit feiner Fülle!

  4. lamiacucina

    Gibts ja auch in Minivarianten, wie ich kürzlich gesehen habe. Kürbisse sind aber nicht so meins, aber mit dieser rassigen Füllung…


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