Eigentlich wurden die Uhren letzte Nacht ja vorgestellt. Mein Biorhythmus aber fühlt sich eher zurückgeworfen. Wie – ist schon wieder Herbst? Der Temperatursturz am Wochenende (oder doch die Zeitumstellung?)! hat mein natürliches Gleichgewicht völlig durcheinandergebracht und den Appetit auf wärmendes, solides Essen wiederbelebt. Dabei hatte ich im letzten Post doch noch von grünem Spargel und leichter Kost erzählt. Pffff – leichte Kost, von wegen. Bei 7°C und Nieselregen muss was Ordentliches her.

Wie gut, dass mein marokkanischer Gemüsemann nebst Erdbeeren und Melone auch noch Kürbisse anbietet. Was könnte es Herbstlicheres geben als Kürbisse?
In diesem Fall war es ein „Butternut“ (Butternuss), der als Basis für das wunderbar sämige Kürbisragout fungierte.

Für die Schärfe sorgte ½ Habanera-Chili (schweisstreibend!), für die Frische etwas Crème fraîche und für den Biss knackige Cashewkerne (der Rest der Schmuggelware aus dem letzten Thailandurlaub). Den absoluten Geschmacksgipfel aber erreicht dieses Gericht durch den frischen Koriander, der kurz vor dem Servieren reichlich über das Ragout gestreut wird.

Orientalisches Kürbisragout für 2 durchfrorene Spaziergänger:

½ Butternusskürbis
1 große rote Zwiebel
1/2 Habanera-Chili, fein gehackt
1 EL Olivenöl
1 guter Schluck Weißwein zum Ablöschen
300 ml Geflügelbrühe
1 Strauch frische Tomaten
½ Dose Tomaten mit Saft oder Passata di pomodoro (passierte Tomaten)
Schale einer (unbehandelten) Zitrone
3 Stängel frische Minze, die Blätter fein gehackt
2 TL orientalische Gewürzmischung (Kardamom, Koriander, Nelken, schwarzer Pfeffer, Zimt, Kümmel, Muskat), Salz
2 Hand voll Cashewkerne (evtl. geröstet)
4 EL Crème fraîche
1 großer Bund frischer Koriander

Den Kürbis schälen, das Kerngehäuse entfernen und in feine Spalten schneiden. Die rote Zwiebel ebenfalls schälen und in Spalten schneiden. In einer Pfanne die Zwiebel in heißem Öl andünsten, dann das Kürbisfleisch dazugeben. Kurz anbraten und mit Weißwein und (ca. 100 ml) Gemüsebrühe ablöschen. Das Gemüse unter Rühren auf kleiner Flamme schmoren lassen, dabei immer wieder etwas Flüssigkeit nachgiessen, bis diese verdampft.

Die Tomaten mit heissem Wasser überbrühen und die Haut abziehen. Halbieren und das Kerngehäuse entfernen (ich mache das eher selten, da mich die Kerne persönlich nicht stören). Die frischen Tomaten zusammen mit den (kleingehackten) Dosentomaten bzw. den passierten Tomaten zum Kürbis-Zwiebel-Gemüse in die Pfanne geben und weitere 10 min. köcheln lassen. Das Ragout sollte nach und nach eine sämig-samtige Konsistenz annehmen.

Wenn der Kürbis zerfallen ist, die Zitronenschale sowie die kleingehackte Minze und die Gewürze dazugeben. Nochmal kurz 1 min. köcheln lassen (damit das Aroma der Gewürze sich entfalten kann).

Zum Servieren je 2 EL Crème fraîche auf das Ragout setzen und großzügig mit Cashewkernen und Koriander bestreuen. Ich garniere das Ganze immer noch mit ein paar feinen Streifen Zitronenschale.


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