Die Woche beginnt mit einem Rezept, das ich seit Herbstbeginn ungefähr 15 Mal getestet habe. Irgendwie musste ich vor mir und meinem Gewissen ja rechtfertigen, dass es schon wieder Flammkuchen gibt. Mit Speck! Und Schmand!! Und Federweisser!!! Es waren nicht die schlechtesten Versuchsreihen, oh nein. Aber immer bestand nach erfolgreich absolvierter Eliminierung des Versuchsobjekts bei der anschließenden Evaluation unter Federweissereinwirkung noch ein flammkuchenteigdünner Restoptimierungsbedarf. Das schlussendliche Ergebnis des Forschungsprojekts wird meine Ausgaben für Walnussmehl und Strom ordentlich in die Höhe treiben. So lange es noch geht außerdem auch jene für Steinpilze, Pfifferlinge und Co. Aber wer braucht schon einen vollen Geldbeutel, wenn er ein volles Herz und einen vollen Magen haben kann?

Apropos Her[d|z]: Für die ersten Gehversuche habe ich mir ein wenig Inspiration von einem alten Flammkuchenhasen geholt. Oder sagen wir besser: Flammkuchenhansen. Der Cheffe und ich, wir haben einfach den gleichen Geschmack. Beim Teig habe ich allerdings angefangen, herumzuexperimentieren und herumzutüfteln bis die Walnuss kracht. Er ist jetzt nussiger, dunkler und vor allem vollgepackt mit pflanzlichem Eiweiß, Ballaststoffen und anderem gesundem Gedöns.


 

Walnussmehl-Flammkuchen mit gemischten Pilzen, roten Zwiebeln & Speck  

Walnussmehl entsteht bei der Gewinnung von Walnussöl durch die Pressung von ungerösteten Walnüssen. Das was übrig bleibt, der entölte Presskuchen, wird fein vermahlen und anderen Mehlen bei der Herstellung von (Flamm)Kuchen, Broten und Gebäck beigemengt. Zum Ausrollen legt man den Teig am Besten zwischen zwei Lagen Backpapier und holt beherzt mit dem Nudelholz aus. Ein mit Walnussmehl angereicherter Teig ist etwas zickig bei der Bearbeitung, aber Geschmack und Nährstoffprofil reißen das allemal raus.

Zutaten: 

250 g Mehl: 100 g Vollkorndinkelmehl, 100 g Weizenmehl, 50 g Walnussmehl
125g Wasser
2 EL Öl
1 TL Salz
1 Becher Crème fraîche
Salz, frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
1 Prise frisch gemahlene Muskatnuss
150 g Speck
2 rote Zwiebeln
2 Handvoll Pilze (Champignons, Steinpilze, Pfifferlinge, Shiitake und/oder Austernpilze) 

 

Zubereitung: 

1. Die Pilze mit Küchenkrepp oder einem Pilzpinsel vorsichtig säubern, dunkle Stellen eventuell mit einem kleinen Messer wegschneiden. In mundgerechte Stücke schneiden. Den Ofen auf höchste Temperatur vorheizen.

2. Aus den Mehlsorten, Wasser, Öl und Salz einen glatten Teig kneten. Gut in Folie wickeln und für mind. 30 Minuten in den Kühlschrank legen.

3. Crème fraîche glattrühren, mit Pfeffer, Salz und Muskatnuss abschmecken. Den Bauchspeck in Streifen, die Zwiebeln in Ringe schneiden.

4. Mit einem Nudelholz den Teig so dünn wie möglich ausrollen – da der Teig durch das Walnussmehl poröser und empfindlicher als gewohnt ist, macht man das am besten zwischen zwei Lagen Backpapier. Auf das Backblech oder den Schamottstein legen und ca. 3-4 Minuten vorbacken. 

5. Den Flammkuchenteig aus dem Ofen holen und kurz abkühlen lassen. Dann die Crème fraîche darauf verstreichen. Speck, Pilze und Zwiebeln auf dem Teig verteilen und in ca. 10 Minuten fertig backen, bis die Zwiebeln Farbe angenommen haben und Pilze und Speck schön knusprig sind.

 

Ein Kommentar zu “Forschungsprojekt Flammkuchen: Walnussiger Flammkuchen mit gemischten Pilzen, roten Zwiebeln & Speck”

  1. Ti saluto Ticino

    Wahrhaft heldinnenhaft im Dienste des Blogs, deine Versuchsreihe. Wenn man bedenkt, dass Herbstbeginn vor rd. 4 Wochen war, dann musst du jeden 2. Tag Flammkuchen gegessen haben ;-) Aber offensichtlich hat es sich gelohnt und das Ergebnis kann sich sehen lassen.


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