Die Erdbeersaison hält dieses Jahr ungewöhnlich lange an und kitzelt ein höchst seltsames Einkaufsverhalten aus mir heraus. Normalerweise bin ich Ende August schon auf Frühherbst programmiert und die Werkseinstellung hat im Kopf bereits Pflaumen, Birnen und Äpfel angelegt. An den üppigen roten Früchten aber kommt mein Bauch nicht vorbei und erhebt Einspruch. Er möchte noch einmal im Sommer schwelgen und den Warenkorb mit Sonnenstrahlen fluten. Kann ich ihm das verwehren?


Gehorsam krame ich also aus der zerebralen Ablage noch einmal die Bauanleitung für den Asia-Salat hervor, den ich Ende Mai zubereitet habe – damals, in Brüssel, als ich in einer Schnellschußaktion Sarah von My Mood Food besucht habe. Wettertechnisch war der Besuch nicht unbedingt ein Erfolg und auch sonst vielleicht etwas kopflos. Aber Erdbeeren gab es schon und die Bioläden meines Viertels zeigten sich sensationell bestückt.

Wer das auch von seinem Bioladen/Gemüsemann des Vertrauens behaupten kann bzw. gute Connections nach Asien hat, sollte sich kurz vom Zwetschgendatschi lösen und noch einmal die verlängerte Erbeersaison hochleben lassen. Es wäre einfach zu schade um eine wirklich gelungene Kombination.

Bevor es zum Rezept geht, hier noch ein kurzer Abstecher in die Rubrik
„Was ist das und wie schmeckt das?“

Mizuna ist ein japanischer Salat, der ähnlich wie Rucola eine leichte Senfschärfe aufweist. Er ist allerdings etwas milder im Geschmack und – by the way – auch deutlich attraktiver. Seltener ist er natürlich auch. Daher immer zugreifen, wenn ihr ihn entdeckt.
Blattsenf (Feuille de Moutarde) kennt der Gemüsehändler des Vertrauens vielleicht auch unter dem Begriff Senfspinat. Sowohl die grüne als auch die rote Variante sind bildhübsch und daher kaum zu übersehen, sein leichtes Meerretticharoma ist eine Wucht zu fruchtigen Tomaten, erfrischender Gurke oder – als Kontrast – vollreifen, süßen Erdbeeren. Beide Senfblattarten werden ab dem Frühjahr bis in die ersten Herbstwochen hinein angeboten. Was man dieses Jahr auch von den Erdbeeren behaupten kann.
Alles andere fragt ihr bitte euer Lebensmittellexikon oder den hübschen Asiaten.

Mehr Brüssel? Folgt in Kürze.

Feuille de Moutarde-Mizuna-Salat
mit Erdbeeren, Mandeln und Tomme Fleurette

Zutaten

  • 1 Handvoll Asia-Salate (Mizuna, Feuille de Moutarde/Blattsenf, Perilla); alternativ: Babyspinat, Rucola, Kopfsalat
  • 120 g Erdbeeren
  • 50 g Mandeln
  • Für das Dressing:
  • 2 EL Haselnussöl
  • 2 EL Himbeeressig
  • 1 TL Dijonsenf
  • 1 TL Akazienhonig
  • Salz, frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • dazu passt:
  • ein milder, cremiger Weichkäse, z. B. Tomme Fleurette oder Chevrette
  • alternativ: Ziegenfrischkäse

Zubereitung

1. Die Salate gut waschen, putzen und trocken schütteln. Erdbeeren ebenfalls waschen, putzen und vorsichtig trocken tupfen. Die Mandeln im Ofen bei 180 °C rösten, bis sie zu duften beginnen. Herausnehmen und abkühlen lassen.

2. Für das Dressing den Himbeeressig mit dem Senf und dem Akazienhonig vermischen. Das Haselnussöl mit dem Schneebesen unterschlagen, bis eine sämige, gut gebundene Vinaigrette entstanden ist. Mit Salz und viel schwarzem Pfeffer abschmecken.

3. Die Salate in eine Schüssel geben und das Dressing darüber gießen. Alles behutsam miteinander vermischen, bis die Salatblätter leicht mit dem Dressing überzogen sind. Dann den Salat auf Teller verteilen und die gerösteten (halbierten) Mandeln darüber streuen.

Den Käse in Ecken schneiden (bei Ziegenfrischkäse Nocken abstechen) und zum Salat servieren.

Zubereitungszeit: 20-30 Minuten


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