Je weniger Schnee in der Adventszeit fällt, desto größer ist mein Arbeitspensum. Derzeit arbeite ich wie eine Maschine. Heute ist endlich Schnee gefallen.

Auch wenn eine kausale Beziehung zwischen den beiden Faktoren objektiv sicherlich nicht gegeben ist – ich glaube fest daran. So fest wie an die Macht der Kekse, die (seelen-)heilende Wirkung der Schokolade und die Göttlichkeit dieses Rezepts.

Das stammt von fleißigen Heinzelmännchen einer fleißigen schwäbischen Hausfrau, der Oma Hilde aus Ulm. Die Hilde ist Hannahs Großmutter. Hannah ist der Mensch, mit dem ich nachweislich die meiste Zeit verbringe. Leider sehen wir uns trotzdem kaum, denn zwei riesige iMacs versperren uns die Sicht. Deshalb machen wir von Zeit zu Zeit mit kräftigen Kaugeräuschen auf die Anwesenheit des anderen aufmerksam. Gerade in der Adventszeit muss man seinen Mitmenschen ja wichtige Botschaften senden. So was wie: Du bist nicht allein. Oder: Ich hab noch Kekse (sollten deine schon weg sein).

Meine waren leider viel zu schnell verschwunden: Ich habe sie kurz nach ihrer Entstehung in einer überaus anstrengenden Nachtschicht gekillt, ganz unromantisch und auf einen Schlag. Das hatte allerdings auch sein Gutes, denn so konnte ich das aus dem Schwabenland überlieferte und von mir letztes Jahr erstmalig erprobte Rezept in einem dritten Anlauf perfektionieren. Drin ist nun alles, was süchtig macht: Fluffiges Dinkelmehl, ein Hauch kerniges Vollkorn, knusprige Kakaobohnensplitter, duftende Orangenschale, wärmende Vanille und kardamomverfeinerte Zartbitterkuvertüre. Ich fürchte, ich muss nun ein Vorhängeschloss an meine Plätzchendose anbringen. Alle verschenken. Oder schneller backen.

So wie die Oma Hilde. Die, sagt Hannah, konnte backen wie eine Maschine.

Orangenzungen mit Kakaobohnensplittern

Zuaten

  • 150 g Dinkelmehl
    100 Vollkorndinkel- oder Vollkornweizenmehl
  • 1 TL Backpulver
  • 100 g Zucker
  • 1 Päckchen Vanillezucker
    4 EL gehackte Kakaobohnen (rohe Kakaobohnen gibt es z.B. in Biosupermärkten wie Basic)
  • geriebene Schaler 2er unbehandelter Orangen
  • 175 g Butter
  • Außerdem:
  • Zartbitterkuvertüre
    1/2 El gemahlener Kardamom

Zubereitung

1. Alle trockenen Zutaten in eine große Schüssel geben und gut miteinander vermischen. Die kalte Butter in Stücken dazugeben und alles gut durchkneten, bis man einen mürben Teig erhält. Der Teig kann sofort weiterverarbeitet werden und muss nicht extra gekühlt werden, dennoch sollte man zügig arbeiten.
Aus dem Teig nun entweder kleine Kugeln formen und diese platt drücken – so werden es runde Plätzchen. Oder Stäbchen formen – so werden die Plätzchen länglich (sie werden platt beim Backen). Oder aber man kann sich nicht entscheiden – dann werden es runde Zungen, so wie meine.

2. Ofen auf 160 °C vorheizen und ca. 15 min backen. Die Pätzchen sind fertig, wenn sie leicht braun sind. Aber Vorsicht: Sie werden erst beim Abkühlen hart, also nicht täuschen lassen.

3. Plätzchen auf einem Gitter abkühlen lassen.

4. Die Kuvertüre im Wasserbad schmelzen, etwas abkühlen lassen, dann nochmal kurz erhitzen. Koriandersamen im Mörser fein mahlen, unter die Kuvertüre mischen. Plätzchen eines nach dem anderen zur Hälfte in die Schokoglasur tunken.

Zubereitungszeit: 45 Minuten (plus Backzeit)

Leider viel zu gut: ★★★★★

4 Kommentare zu “Endlich Schnee!!! Orangenplätzchen mit Kakaobohnensplittern und Kardamomschokolade”

  1. Christina

    Hell yeah, Oma Hilde is THE Back-machine! Davon bin ich jetzt überzeugt. :-))

  2. georg

    verdammt, die ganze weihnachtsbäckerei hab ich jetzt schon hinter mir. kannst du uns nächstes jahr noch mal dran erinnern?
    danke

  3. georg

    kardamon in die schokolade, nicht koriander, richtig? allerdings….
    und nimm eine gscheite schokolade zum reintunken, nicht den kuvertürenkram. schmeckt doch viel feiner.
    schönes fest.

  4. nata

    Ich glaube, die werde ich nach Weihnachten noch backen…


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