…weswegen ich gestern für drei Limetten eine halbe Stunde in der Feierabend-Supermakrtschlange stand. Einzig die Aussicht auf das Dessert konnte mich bei Laune halten.

Wäre in diesem Moment die gute Fee aus dem Märchenbuch vor meiner Tür gestanden, um mich nach meinen drei Wünschen zu fragen – ich hätte schwer mit mir gerungen, statt “Turbo-Stoffwechsel” oder “ewiger Jugend” einen privaten Limonenhain zu ordern (Platz 1 und 2 sind natürlich fest besetzt von “Weltfrieden” und “Zufriedenheit”).

Der Ärger über die Schusseligkeit verflog aber schon nach dem ersten Bissen. Soooooo verdammt gut !!!!


Dass letzte Mal, dass ich einen solchen Lime Pie gegessen habe, liegt ganze acht Jahre zurück (ich lass mir das mal zwischen zwei zart schmelzenden Bissen auf der Zunge zergehen. Acht Jahre??!!). Damals war ich gerade für ein halbes Jahr in Neuseeland, um vor der Kopfarbeit zu flüchten, für umgerechnet zweieurofünfzig Kiwis zu pflücken und bei Wind und Wetter im Zelt zu schlafen.

Manchmal waren wir auch tagelang schwer bepackt auf matschigen Trekkingtouren unterwegs, um danach völlig ausgehungert und angeekelt von Päckchennahrung wieder in der Zivilisation aufzuschlagen.


Die Begegnung mit meinem ersten Key Lime Pie fand irgendwo zwischen Taupo und Siberia Valley statt, in einem kleinen Bistro/Café, in das wir nach einer dieser Gewaltmärsche stürzten – in der festen Absicht, uns hier und jetzt mit Torte den Magen zu verderben, und zwar so viele verschiedene Sorten wie möglich. Ich kam allerdings nicht weit, weil ich am Key Lime Pie hängen blieb. Der knusprige Boden und dann darauf diese sahnig-säuerliche, zitrusaromatische Creme war für mich der Inbegriff der Glückseligkeit.

Wie konnte ich das nur so lange vergessen?

Key Lime Pie

Zutaten

  • Für den Boden:
  • 150 g Haferkekse
    3 TL Zucker
    35 g ungesalzene Butter, geschmolzen

    Für die Füllung:

    150 g gesüßte Kondensmilch
    100 g Doppelrahmfrischkäse
    100 g Qark (20%)
    4 Eigelb, Klasse L
    Schale einer Limette
    Saft von 4 Limetten
    30 g Zucker

Zubereitung

1. Den Backofen auf 180°C vorheizen. Die Haferkekse zerbröseln (geht gut, wenn man sie in eine Plastiktüte packt und dann mit dem Nudelholz darüber geht). Die Kekskrümel in einer Schüssel mit dem Zucker und der geschmolzenen Butter gut vermischen, bis die Krümel die Flüssigkeit aufgesogen haben. Die Keksmischung nun in eine Form geben und gut andrücken. Im vorgeheizten Backhofen ca. 15-20 Minuten backen, bis der Keksboden goldbraun ist. Aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen.

2. Währenddessen kann man in Ruhe die Füllung vorbereiten. Dazu verquirlt man in einer großen Schüssel die Eigelb mit dem Zucker, der gesüßten Kondensmilch, dem Frischkäse und dem Quark, bis eine schaumige Masse entsteht. Nun die Limettenschale und den Limettensaft dazugeben und alles gut miteinander vermischen. Die Mischung für ein paar Minuten beiseite stellen (dickt nach).

3. Wenn der Boden auf Zimmertemperatur abgekühlt ist, die Lime-Füllung darauf geben und alles nochmal für ca. 20 Minuten backen. Herausholen und auf einem Kuchengitter auskühlen lassen. Wenn der Kuchen einigermaßen ausgekühlt ist, kommt er in den Kühlschrank. Der Kuchen sollte mindestens 1-2 Stunden gekühlt werden.

Tipp: Schmeckt super mit frischen Beeren oder mit fein aufgeschnittener Mango. Oder pur.

Zubereitungszeit: 30 Minuten (plus 30 MInuten Back- und 2 Stunden Kühlzeit)

Definitiv ein Knaller: 5 Sterne: ★★★★★

14 Kommentare zu “Eine Limette macht noch keinen Key Lime Pie…..”

  1. nata

    Weltfrieden ist ganz weit vorn, klar! Aber Deine Fotos sind auch klasse. Ganz zu schweigen von den aufregenden Erinnerungen, die mit diesem Kuchen verbunden sind.

  2. BerlinKitchen

    Kondensmilch?! Pfui Spinne……..

    Wirklich??? :)

  3. Su

    oh ja. hier bitte eine kurze bestätigung, dass kondensmilch wesensbestimmend für dieses rezept ist… wüsste nicht, wo ich den rest sonst einsetzen sollte außer einem 2. key lime pie :)

  4. Su

    ps: tolle geschichte! meist ist’s ja so, dass später nachgemachtes nie so gut schmeckt wie die urlaubserinnerung. um so besser, wenn es auch noch gelingt.

  5. Evi

    Ich nehme den Turbostoffwechsel. Und Kondensmilch muss sein, befürchte ich. Man kann ja mal einen Amerikaner seiner Wahl fragen, was der dazu zu sagen hat. ;)

    Ähnliche Neuseeland-Geschichten kenne ich übrigens von einem Bekannten. Er hat die Käsepreise da unten nie verwunden, sonst hätte er, denke ich, längst sein eigenes Hostel. ;)

  6. missboulette

    Wie kommt es, dass ich noch nie einen solchen Lime Pie probieren durfte? Wird definitiv und unbedingt nachgebacken!! Aber ich werde auch versuchen die Kondensmilch zu umgehen ;-)

  7. Christina

    Boah, allein schon der Boden sieht saulecker aus!

  8. Christina

    Nachtrag: Ich habe mich gerade VERRECHNET!! Muss ich mir Sorgen machen? Aber siehste, hat doch der Kuchen meine ganze Aufmerksamkeit gestohlen… ;-)

  9. Foodfreak

    Sieht toll aus, klingt toll.. vielleicht versuche ich mich doch noch mal dran (nach einer eher mässigen Lemon Pie / Tarte au citron bin ich da tendenziell skeptisch).

    Was die Kondensmilch angeht: gezuckerte Kondensmilch aus der Dose hat mit der normalen Kondensmilch in Kaffee nicht mehr viel Ähnlichkeit; es ist halt eine dicklich süsse weisse Masse, und ja, sie ist hier für den Geschmack esssentiell. Ich hasse normale Kondensmilch und ihren Geschmack, aber sweetened condensed milk mag ich, also BerlinKitchen, trau dich :-)

  10. Alex

    Ich will einen Superturbo-Stoffwechsel, das scheint mir nicht gegönnt zu sein. Ich würde dann in dieser Füllung baden! Was ist an Kondensmilch so schlecht? Nichts besseres als eine Dose Kondensmilch lange in Wasser zu kochen und man hat bestes Karamell. Ach, ich sollte lieber an meinen Stoffwechsel denken. Der ist nämlich halbtot.

  11. Barbara

    Wow!

    Ich nehme alle Wünsche und zwei Portionen von dem Key Lime Pie – der sieht göttlich aus. Wollte ich auch schon ewig mal wieder machen, gerade im Winter hat das was – bringt einen zum Träumen! :-)

  12. anie's delight

    Und gleich hat es mich nach Key West katapultiert, wo ich schon mehrfach war und auch immer wieder Key Lime Pie mir gönnen musste.

    Es war die Sünde wert. Da ich eigentlich keine Kuhmilch vertrage… Aber ich habe mir dann kurzerhand eingeredet in Kondensmilch kann ja nicht mehr viel sein, oder?

  13. tobias kocht!

    Sieht mir schwer nach einem Knaller aus. Wird sicher ausprobiert.

  14. Mestolo

    Ui, Hüftgold. Aber vom feinsten. :)


Schreibe einen Kommentar: