Warum muss ein Käsekuchen eigentlich immer süß sein? Diese salzige Variante mit knallgrünen Erbsen, aromatischen Kräutern und essbaren Blüten ist ein echter Eyecatcher (nicht nur, aber auch auf der Ostertafel) und schmeckt sowohl als Auftakt eines feinen Menüs als auch zum Brunch. Die Basis ist ein Boden aus Haselnüssen und pikanten Crackern, die wie beim klassischen New York Cheesecake zerkleinert und in die Springform gedrückt werden. Darüber kommt eine sämige Ricottamasse und ganz zum Schluss eine üppige Schicht knackiges Grün. Wilder Fenchel, Borretsch, Spitzwegerich, Brennessel, Malve, Klee- und andere Blüten sind meine Favoriten, aber man kann natürlich auch andere Wildkräuter und essbare Blumen verwenden. Wer keine blühenden Landschaften vor der Haustür hat oder sich nicht so recht an die Staßenrandbepflanzung herantraut, freundet sich am besten noch schnell mit dem netten Gemüsehändler auf dem Wochenmarkt an. Der hat im Zweifelsfall auch die dicksten Erbsen. Frisch aus der Schote snacken macht am meisten Spaß.

 

 

Ein bisschen geschummelt habe ich allerdings, die Bilder und die Idee zu dieser pikanten Blütentarte stammen vom letzten Jahr – dieses Jahr ist mir nach dem umzugsbedingten Eiertanz der letzten Tage nur noch nach Beine hochlegen und Fünfe gerade sein lassen. Meine Bloggerehre lässt natürlich trotzdem keine leere Timeline zu. Ohnehin ist dieser Cheesecake nichts für Erbsenzähler: Am besten man kauft einen großen Sack frischer Schoten auf dem Wochenmarkt, pult mit einem Glas Wein in Greifweite, zusammen mit Freunden, und schöpft dann später beim Belegen aus dem Vollen. Die Guten ins Töpfchen. Und ins Kröpfchen. Rohe, frisch gepulte Erbsen sind ein märchenhafter, Kindheitserinnerungen weckender Genuss.

 

 

The Cilento CookBook Experience:

Anfang April 2014 habe ich zusammen mit ein paar inspirierenden und lieben Menschen im Cilento gekocht, gebacken, gelebt, getrunken, geschrieben und geshootet. Herausgekommen ist ein wunderschönes Kochbuch, eine Sammlung von Rezepten und Anekdoten rund um diese noch relativ unbekannte Region. Auch dieser Ricotta Cheesecake mit „Peas & Greens“ findet sich darin. In meiner Fantasie habe ich ihn heute morgen noch einmal gebacken, mit frisch gepulten, knackigen kleinen „piselli“ (Erbsen) und in den frühen Morgenstunden gesammelten Wildkräutern und Blüten bestreut. Und dann auf meiner Zunge den knusprig-mürben Haselnussboden mit der dichten, aromatischen Ricottadecke verschmelzen lassen.

Mehr Geschichten zum und Rezepte aus dem Kochbuch (und wie man es kaufen kann): 

http://www.cilento-experience.de
http://cucinapiccina.de/shrimp-cocktail-alla-cilentese-mit-cedri-sellerie-und-vanille/
http://cucinapiccina.de/fish-n-chips-cilento-style/
http://cucinapiccina.de/cilento-flashback-or-how-to-write-a-cookbook-in-five-days/

 

 

Ricotta Cheesecake mit Haselnüssen, frischen Erbsen und Wildkräutern

 

Zutaten:

(12 Stück)

1 kg Ricotta
100 g Parmesan oder Pecorino
1 Ei
Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
200 g pikantes Gebäck oder Cracker
150 g Haselnüsse
170 g weiche Butter
400 g frische Erbsen, aus der Schote gepult
etwas natives Olivenöl extra
abgeriebene Schale einer Bio-Zitrone
frische Kräutern und essbare Blumen wie z.B. wilder Fenchel, Borretsch, Spitzwegerich, Brennnessel, Malve, Kleeblüten, Gänseblümchen

 

Zubereitung:

1. Die Haselnüsse und die Cracker in der Küchenmaschine grob zerkleinern. Man kann auch beides in einen Gefrierbeutel geben und mit dem Nudelholz zerbröseln. Cracker und Nüsse mit der Butter vermengen, bis eine Art krümeliger Teig entstanden ist. Die Masse gleichmäßig auf den Boden einer Springform verteilen, gut andrücken und im Gefrierschrank ca. 1 Stunde lang gut durchkühlen lassen.

2. Bei 180° im vorgeheizten Backofen (Ober-/Unterhitze) ca. 10 Minuten lang blind backen. Herausnehmen und kurz auskühlen lassen.

3. In der Zwischenzeit den Ricotta in ein Mull- oder Käsetuch geben und gut ausdrücken. Zusammen mit dem geriebenen Parmesan und dem Ei in eine große Schüssel geben und alles gut miteinander vermengen. Mit Salz, Peffer und etwas Zitronenabrieb abschmecken. Die Masse gleichmäßig auf dem Boden verteilen. (Tipp: Den Rand der Springform leicht einfetten, damit sich der Cheesecake nachher besser aus der Springform lösen lässt).

4. Den Kuchen bei 180° weitere 40 Minunten backen. Herausnehmen und vollständig abkühlen lassen, dann vorsichtig aus der Springform holen.

5. Die Erbsen entweder kurz blanchieren oder roh zusammen mit ein paar Spritzern Olivenöl und dem restlichen Zitronenabrieb in eine Schüssel geben. Die Wildkräuter und Blüten vorsichtig waschen und trocken tupfen. Den Ricottakuchen erst mit den Erbsen belegen, dann die Kräuter und Blüten darauf verteilen.

 

4 Kommentare zu “Eine Frage der Erbse: Pikanter Ricotta Cheesecake „Peas & Greens“”

  1. martinaschätzchen

    Der Kuchen sieht wunderschön aus!

  2. Sabine

    Tolle Idee! Da strahlt das Erbsenaroma bestimmt besonders schön. Und jetzt gehe ich mir mal das Kochbuch anschauen …

  3. Kochschlaeger

    Tolles Rezept, werd ich auch mal so nachkochen.

  4. Hanna

    Die Bilder sehen so hübsch aus! Hätte jetzt auch total Lust auf ein Stück “Kuchen” und es ist noch nichtmal neun. :D Ich habe auch schon häufiger Quiches und herzhafte Kuchen gebacken, aber dieser hier klingt wirklich fantastisch! Stelle mir auch die Kombination aus Erbsen und Haselnüssen großartig vor.


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