Ich bin ein großer Fan von Quark. In Florenz bin ich einmal wegen eines partout nicht mehr zu unterdrückenden Appetits auf Käsekuchen einen halben Tag durch die Straßen gelaufen, auf der Suche nach Quark (oder Topfen, wie die Österreicher sagen würden). Als ich dann endlich in einer kleinen Seitengasse einen Bioladen mit Berchtesgadener Milchprodukten gefunden hatte, war die Lust so groß, dass ich den Quark einfach so aus dem Becher gelöffelt habe.

Inzwischen lebe ich seit geraumer Zeit wieder in Deutschland, wo der Quark ja bekanntlich auf Bäumen wächst und man keine kilometerlangen Strecken dafür zurücklegen muss. Tut meiner Liebe zu ihm allerdings keinen Abbruch. Meist gibt es ihn bei mir zum Frühstück,  mit etwas Honig und Nüssen. Oder ich rühre ihn mir mit etwas Leinöl und Kefir cremig, gebe einen guten Schuss Ahornsirup dazu und esse ihn dann mit den wunderbarsten Gaben, die Mutter Natur zu bieten hat: Himbeeren, Brombeeren, Blau- und Johannisbeeren. Manchmal auch Kirschen, manchmal Erdbeeren.


Letzte Woche hatte ich allerdings unbändige Lust auf frische Hefehörnchen zum Frühstück, die meinen Leinöl-Beeren-Quark komplettieren sollten. Ich wollte dem Dinkel, der mich beim letzten Mal ganz schon brüskiert hat, eine zweite Chance geben. Und siehe da: Er hat sich diesmal ganz ordentlich benommen.

Schnell gehen die Hörnchen wohl nur mit etwas Übung, der Teig ist nämlich durch Quark und Kefir etwas klebrig und lässt sich nicht so einfach in Form ziehen wie gedacht. Dafür bekommt man aber wunderbare, locker-leichte UND gesunde Frühstückshörnchen.

Eins gabs noch vor dem ersten Foto, warm und mit Butter, das zweite dann mit Ziegenfrischkäse und Mutterns selbstgemachter Hollermarmelade. Mhhhhhhhhhh!

Dinkelige Quarkhörnchen

Zutaten

  • 250g Mehl, davon 150g Weizenmehl Typ 450 und 100 g Dinkelmehl (plus etwa 100g zum Ausrollen)
    1/2 Pck. Backhefe
    50 g (Rohrohr-) Zucker
    250 ml Kefir
    1 EL weiche Butter
    150 g Magerquark
    1 TL Salz 1 Ei

    Zum Bestreichen:
    2 EL Honig
    1 TL weiche Butter

Zubereitung

1. Alle Zutaten mit dem Handrührgerät oder in der der Küchenmaschine gut verkneten (dauert ein paar Minuten). Den Teig zugedeckt gut eine Stunde an einem warmen Ort (z.B. im vorgeheizten und ausgeschalteten Backofen) gehen lassen.

2. Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche durchkneten (dabei etwas Mehl zugeben, da der Teig sehr klebrig ist). In gleich große Stücke teilen und zu kleinen Quadraten ziehen (was aufgrund der Konsistenz zugegeben etwas schwierig ist). Die Teigecken von einem Ende her zu Hörnchen aufrollen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen. Nochmal 15 Minuten gehen lassen.

3. Den Ofen auf 180 °C vorheizen und die Hörnchen ca. 10 Minuten backen.

4. In der Zwischenzeit den Honig mit der weichen Butter verrühren und die Hörnchen damit bestreichen. Nochmal für 10 Minuten in den Ofen geben.

5. Herausnehmen und auskühlen lassen. Oder eins vom Blech mopsen und warm zum Milchkaffee genießen.

Zubereitungszeit: ca. 1:40 Minuten (inkl. Ruhe- und Backzeit)

Bewertung: 4 Sterne: ★★★★☆

10 Kommentare zu “Doppelt hält besser: Quarkhörnchen mit Hollermarmelade und Beerenquark mit Leinöl”

  1. Barbara

    Ich bin auch ein Riesen-Fan von Quark und vermisse ihn, wenn ich mal ein paar Monate weg von Deutschland bin.

    Spontan fiel mir bei Deinem Titel ein, dass ich mal Quarkbrötchen mit Holunderaufstrich gemacht hatte, das war auch super lecker. Deine Dinkelhörnchen klingen richtig gut.

  2. Frau Kampi

    Ich liebe Leinöl. Aber bis jetzt habe ich es nur herzhaft mit Quark und Kartoffeln gegessen. Bei uns in der Oberlausitz ist das Öl ja quasi schon Nationalgericht. Gibt es bei euch auch Leinöl?
    Ich muss demnächst auch mal andere Sachen damit ausprobieren, da ich es so mag.

  3. Jutta Lorbeerkrone

    Ich bin ja staendig ausserhalb von Topfen bzw. Quargegenden und kann mir deine Suche gut vorstellen. Zur Not verquirle ich manchmal Kuchmilchricotta mit griechischem Joghurt…

  4. Arthurs Tochter

    Du hast in Florenz Berchtesgardener Milchprodukte entdeckt???

    Mit Leinöl habe ich vor 18 Jahren angefangen zu kochen, als ich anfing die Gemüsebreie für meine Tochter selbst herzustellen. Da kam immer ein Teelöffel dieses Öls hinein. Ich mag noch heute den würzigen Geschmack einfach über Pellkartoffeln geträufelt sehr.

  5. Sophie

    @ Barbara: Fast identisch!! Na, wenn das kein eindeutiges Zeichen für frisches Quarkgebäck ist. Und ob nun Brötchen-oder Hörnchenform, is schnuppe.
    @ Frau Kampi: Mein Leinöl ist aus dem Bioladen, ich dachte, das bekommt man überall?? Schmeckt auch gut im Linsensalat oder zu Gemüsepfannen….
    @ Jutta L.: Ja, so in etwa sah damals auch mein “Standard”-Ersatz aus. Aber so lecker Ricotta auch ist (hmmmm!) – so ganz kommt es halt nicht ans Original ran.
    @ AT: Florenz ist fest in der Hand von Touristen, da ist das Angebot auch auf deren Geschmäcker ausgerichtet. Es wundert mich jetzt aber schon ein bisschen, dass hier so ein Hohelied auf das Leinöl gesungen wird – ich kenn ganz viele, die es einfach nur “ranzig” finden. Unbegreiflich, oder?

  6. Frau Kampi

    Das Öl wird bei uns hergestellt, da hier Lein- und Flachsgegend ist. Man bekommt es bei uns in ordentlicher Qualität fast in jedem Supermarkt zu einem guten Preis. Das viele es als ranzig empfinden, liegt daran, das es wirklich nicht sehr lange haltbar ist. Das wissen die meisten nicht, man muss hier unbedingt auf das Verfallsdatum achten. Wenn es länger als, glaub ich, 8 Wochen haltbar ist, ist es wahrscheinlich behandelt. Bei uns gibt es das in 100ml oder 250ml Flaschen.

  7. Eline

    Leinöl gehört bei uns auch zur Tradition. des Flachsanbaugebietes Mühlviertel (Leinölerdäpfel). In Kombi mit Süsse und Frucht kenne ich es nicht.

  8. Birgit

    Lustig, Topfen mit Leinöl hatte ich vor ewigen Zeiten das letzte Mal und seit ein paar Wochen ist es genauso, mit Beeren, Leinsamen etwas Vanille und Honig mein sommerliches Lieblingsfrühstück geworden…

  9. MKR

    quarkhörnchen!!! hab’ ich ewigkeiten nicht mehr gegessen!!! nun, das wochenende ist nah … besten dank für das rezept – wird gleich am samstag getestet!!!

  10. Sophie

    @ Frau Kampi: Das mit dem sehr begrenzten Haltbarkeitsdatum war mir bekannt. Ich lagere das Leinöl daher immer im Kühlschrank und kaufe es in sehr kleinen Flaschen, 100 ml sind das glaub ich auch bei mir.
    @ Eline: Mit Quark und Kartoffeln (Erdäpfeln) ist es natürlich sehr klassisch, aber es schmeckt auch süß wirklich verblüffend gut. Man darf nur nicht zu viel nehmen und mit gutem Honig oder Sirup ausbalancieren, sonst ist’s etwas aufdringlich.
    @ Birgit: Na dann, willkommen im Club. ;-) Schön, wenn jemand den gleichen Geschmack hat.
    @ MKR: Na, Zeit gefunden zum Backen? War’s lecker? Das Wetter bot sich ja an für sowas.


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