Wäre doch alles nur so einfach wie ein Pilzpäckchen: Man zieht an einer Schnur und innerhalb von Sekunden erfüllen sich alle Wünsche. Ok, ALLE Wünsche wäre vielleicht ein bisschen viel verlangt und wir leben hier ja auch nicht hinter den sieben Bergen bei den sieben Zwergen.
Beschränken wir uns also auf die wichtigsten Sehnsüchte wie z.B. „ewige Jugend“, „kulinarische Ekstase“ und „vollkommene Selbstvergessenheit“. Das kriegt man mit einem Pilzpäckchen locker hin.

Das Reizende an diesen Päckchen ist ihre ausgemachte Selbstständigkeit: Sie machen sich quasi von allein. Ein wenig Hilfestellung beim Dreck abschütteln ist von Nöten, auch die Liaison mit den Kartoffeln muss in die Wege geleitet werden. Einmal hübsch verpackt, verbinden sie sich aber wie von Zauberhand mit Gewürzen, Kräutern und Crème fraîche.

Heraus kommt eine Wundertüte voller Waldaromen, die Rotkäppchens Korb eindeutig in den Schatten stellt.

Jetzt bräuchte man nur noch ein Tischlein deck dich…

Zauberwaldpilze im Pergamentpäckchen

Zutaten

  • 300 gemischte Waldpilze (Steinpilze, Pfifferlinge, Maronen oder was geübte Sammler noch so entdecken)
    300 g Champignons
    200 g gegarte kleine Kartoffeln
    4 Knoblauchzehen, zerdrückt
    8 EL gehackter Kerbel
    4 EL fein gehackter Thymian
    4 EL Olivenöl
    8 EL Sahne oder ein Becher Creme fraîche/ légère
    2 EL Pernod (ein Sherry tut’s auch)
    Salz, frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
    1/2 TL Pilzgewürz (gibt es z.B. auf Wochenmärkten am Gewürzstand)

Zubereitung

1. Den Backofen auf 200 °C vorheizen. Aus Backpapier vier gleich große Quadrate zuschneiden (ich mag cm-Größenangaben bei solchen Rezepten nicht: einfach nach Augenmaß zuschneiden,man kann sich ja vorstellen, was dann in das Päckchen reingeht).

2. Die Pilze putzen: Pilzmesserbesitzer dürfen ein bisschen posen, alle anderen nehmen Küchenkrepp. Je nach Größe die Pilze ganz lassen oder in Stücke schneiden. Die (vorgegarten!) Kartoffeln in 1 cm dicke Stücke schneiden. Schön sehen übrigens auch violette Kartoffeln aus.

3. Alle Zutaten (also Pilze, Kartoffeln, Knoblauch, Kräuter und Creme fraîche/légère/Sahne plus Pernot/ Sherry in einer großen Schüssel behutsam miteinander vermischen. Die Pilze sollten nicht unbedingt brechen. Unbedingt probekosten (das schmeckt tatsächlich, vor allem wegen des rohen Knoblauchs, hmmmm!!!), mit Salz, Pfeffer und Pilzgewürz abschmecken (jetzt schmeckt’s gleich nochmal so gut, hmmmmmmmmmmmm!!!).

4. Die Mischung gleichmäßig auf die vier Papierstücke verteilen. Dann die Ecken anheben, mittig über der Füllung zusammendrücken und mit Küchengarn oder – so wie ich ganz unorthodox – Nähgarn verschnüren. Die Päckchen auf ein Backblech setzen.

5. Die Päckchen im Ofen 17 Minuten backen, dann herausnehmen und 1 Minute ruhen lassen.

Schmecken zum Niederknien gut mit einem frischen Blattsalat und einem schönen Weißwein.

Zubereitungszeit: 40 Minuten (höchstens)

Märchenhaft: ★★★★★

Quelle: Das Rezept ist angelehnt an Yotam Ottolenghis Pilzpäckchen, wie immer mit kleinen Änderungen.

5 Kommentare zu “Des Waldes fette Beute: (Zauber-)Waldpilze im Pergamentpäckchen”

  1. Foodafok

    Amazing. Sehr gutes Rezept.

  2. voni

    ahhhh,
    das wird sofort probiert, sobald meine Schnupfnase wieder frei ist.
    Klingt herrlich!

  3. Julia

    was versteckt sich denn hinter “pilzgewürz”? irgendeine idee? ich bin mir nicht sicher, ob ich das schon mal am pilz-standl gesehen hab u. stehe gewürzmischungen eh ein bissl skeptisch gegenüber. any idea? würde das päckchen nämlich gerne mal schnüren…

  4. Sophie

    @ Foodafok: Easy Rezept vor allem!
    @ Voni: Schmeckt auch so und ist außerdem ein absolutes Geheimmittel gegen Schnupfen ;-)
    @ Julia: I know what you mean! Bin ich eigentlich auch. In meinem GARANTIERT ;-) gluten- und zusatzstofffreien Pilzgewürz befinden sich in gemahlener Form: Bohnenkraut, Petersilie, Ingwer, Knoblauch, Koriander, Kümmel, Muskatnuss, Paprika edelsüß, Zwiebeln und getrocknete Steinpilze. Und ja, das könnte ich auch selbst zusammenmischen. Aber manchmal bin auch ich schlichtweg … zu faul!

  5. kochessenz

    Sehr schick! Wir nachgekocht!


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