In manche Gerichte möchte ich mich am liebsten hineinlegen, mit dem Kopf vorneweg, und dann satt und zufrieden darin untergehen. Mögen die anderen ruhig von Mousse au Chocolat gefüllten Badewannen träumen, ich ertrinke lieber in meinem frisch gekochten Cashew-Curry, die flatternde Korianderfahne in der Hand.

Was ich an Currys so liebe, ist die Fülle an Aromen, die die verschiedenen Kräuter, Samen und Blätter in eine simple Sauce aus Kokosmilch, Tomatenpassata oder Brühe zaubern. Jedes Curry ist anders, ein kleines Meisterwerk der Natur und je nach Zusammensetzung und Gewichtung der einzelnen Komponenten mal schwer und üppig, mal leicht und erfrischend.

Mit Zimt, Nelken und Fenchelsamen wird das Curry eher süßlich, Pfeffer, Chili und Senfkörner machen es scharf, Zitronengras und Kaffirlimettenblätter bringen Zitrusaromen ins Spiel, Koriander und Cumin eine erdige, holzige Note.

Ich habe der Gewürzmischung aus Babettes Kitchen bzw. Bernadette Wörndls unglaublich inspirierendem Kochbuch noch etwas Mohn beigefügt – der sorgt für Biss und sieht schön aus. Außerdem die Erdnüsse gegen Cashewnüsse ausgetauscht (beim nächsten Mal werde ich es aber mit peanuts versuchen). Wer keine frischen Curryblätter bekommt, kann übrigens auch getrocknete nehmen, die man vorher aber am besten im Mörser pulverisiert.

Zugegeben, so ein Curry ist kein 10-Minuten-Montagabend-Gericht. Außer, ja, außer man kocht die Sauce an einem ruhigen, entspannten Wochenende in doppelter und dreifacher Menge und friert einen Teil davon in Weckgläsern ein, die nach Bedarf dann aus den Untiefen des Tiefkühlers genommen und in eine wunderbare Henkersmahlzeit Feierabendbadewanne verwandelt werden können.

Und dann: Pure Seligkeit.

Cashew-Curry mit Gemüse, Hähnchen und Koriander

Zutaten für 2 Personen

  • 6 Schalotten
    5 Knoblauchzehen
    1 Stück Ingwer (3-4 cm)
    2 Zitronengrasstängel
    1-2 rote Chilischoten (je nach Schärfetoleranz mal mehr, mal weniger)
    etwas Öl zum Braten
    je 1 EL Koriander-, Kreuzkümmel- und Bockshornkleesamen
    1/2 TL Kardamomsamen
    1 TL Fenchelsamen
    1 Zimtstange
    1 TL Senfkörner
    1 EL Mohn
    2-3 Gewürznelken
    6 Curryblätter
    1 TL brauner Zucker
    3-4 Kaffirlimettenblätter
    abgeriebene Schale von 1 Bio-Limette
    500 ml Kokosmilch oder/und Tomatenpassata
    50 Cashewnüsse
    1 Handvoll Gemüse, z.B. Okraschoten, rote, gelbe und orangene Paprikaschoten, Frühlingszwiebeln, Zuckerschoten
    Zum Garnieren: Cashewnüsse
    frischer Koriander

Zubereitung

1. Vorbereiten: Schalotten, Knoblauch und Ingwer schälen und fein hacken. Zitronengras waschen und fein hacken. Chilischoten waschen, Samen und Scheidewände entfernen.

2. In einem Topf mit schwerem Boden etwas Öl erhitzen. Koriander-, Kreuzkümmel-, Bockshornklee-, Kardamom- und Fenchelsamen, Zimt, Senfkörner, Mohn, Nelken und die Curryblätter zusammen anrösten, bis die Senfkörner zu springen beginnen. Wer es etwas feiner mag, kann Koriander und Kreuzkümmel-, Kardamom- und Fenchelsamen vorher mörsern.

3. Schalotten, Knoblauch, Ingwer, Chili und Zitronengras dazugeben und 5 Minuten mitbraten. Dabei immer wieder umrühren, bis die Zwiebeln weich sind. Mit braunem Zucker karamellisieren. Limettenblätter und abgeriebene Limettenschale in den Topf geben, mit der Kokosmilch oder/ und Tomatenpassata ablöschen und 20 Minuten köcheln lassen. Cashewnüsse mit etwas Wasser pürieren, unterrühren und ca. 5 Minuten mitköcheln lassen.

Kurz vor dem Servieren:
4. Gemüse putzen und in mundgerecht zuschneiden. Okraschoten z.B. sehen toll aus, wenn man sie in schräge Stücke schneidet, Paprika mag ich in Streifen und Zuckerschoten kann man ganz lassen. Wer das Curry etwas gehaltvoller mag, gibt fein geschnittenes Hähnchenfleisch, Garnelen oder etwas Rinderfilet dazu – schmeckt alles toll! Je nach Garzeit der Gemüsesorten bzw. von Fleisch oder Fisch alles in der Currysauce garen.

5. Eigentlich muss man dann nur noch das Curry auf tiefe Teller verteilen, mit den Nüssen und dem frischen Koriander bestreuen und einen großen Löffel in die Hand nehmen.

Zubereitungszeit: 30-40 Minuten

Cosy Curry: ★★★★★

Quelle: Bernadette Wörndl, Jetzt können die Gäste kommen: 24 raffinierte Menüs für entspannte Gastgeber

Bis die Rezension online geht, werden sicherlich noch ein paar Tage vergehen, aber ich verspreche euch: Sie kommt!

8 Kommentare zu “Death by spice: Cashew-Curry mit Gemüse, Hähnchen und Koriander”

  1. Lucie

    Liebe Sophie – bitte entschuldige die Frage, ich stehe bestimmt auf dem Schlauch oder habe es überlesen – die Mengenangaben gelten immer für 1 Person?

  2. Sophie

    Hallo Lucie! Gut, dass du nachhakst, das ist natürlich nicht ersichtlich, sorry. Von dem Curry werden mit diesen Mengenangaben locker 2 Personen satt, Gemüse und Fleisch dann nach Hunger und Augenmaß dazu„schmeißen“. ;-)

  3. Micha

    Das ist ja ein besonders schönes Food-Foto! Gefällt mir super!

  4. Sarah

    Hallo Sophie,

    ich bin immer hin und weg von deinen nett geschriebenen und sprachgewandten Beiträgen!

    Und du hast mich überzeugt, endlich das Buch von Frau Wörndl anzuschaffen, ich liebäugeln nämlich schon eine ganze Weile damit :)

    Herzliche Grüße,
    Sarah

  5. Minusch

    Danke für das leckere Rezept. Hat mich daran erinnert, dass ich es auch noch nachkochen wollte. Es schmeckt wirklich unglaublich gut.
    Das Buch von Wörndl hab ich mir auch kürzlich gekauft, und es ist tatsächlich sehr inspirierend. Freu mich schon auf deine Rezension und darauf, dass das man das ein oder andere Rezept hier wiederfindet. Ich möchte als nächstes die Matcha-Tee-Creme mit Kumquat-Kompott ausprobieren. Bin ganz neugierig darauf, weil ich sowas bislang noch nicht gegessen habe. ;)

    Und weil ich vorher noch keinen Kommentar bei dir hinterlassen habe, ein allgemeines Kompliment: Dein Koch-Blog gehört zu meinen liebsten Food-Blogs. Warum? Ganz einfach: Erstens hast du einen ganz ähnlichen Geschmack wie ich, ;) machst wunderbare Fotos und schreibst tolle Texte. Also: Danke dafür!! Ich komme immer wieder gerne hierher:))

  6. Sophie

    Hallo Minusch. DU im Gegenzug hast mich daran erinnert, dass ich da ja noch eine (ein paar!) Rezension in der Warteschleife habe! Du hast Recht, es wird Zeit für einen Rundumschlag – ist tatsächlich ein tolles Buch!
    Und vielen Dank für deine lieben Worte! :-)

  7. Michaela

    Hallo Sophie,

    war schön, Dich in Köln kennenzulernen und ich freu mich schon auf San Sebastian!

    Das Curry muss ich unbedingt nachkochen! Mir geht es ähnlich – ich komme locker an jedem Kuchen vorbei – aber nicht an Zwiebelkuchen ;-)

    Bis bald, liebe Grüße

    Michaela

  8. Lea

    Hallo Sophie,

    heute bin ich auf Deinen Blog gestoßen und sehr!!! begeistert :)

    Nun hätte ich auch direkt mal eine Frage: Isst man dieses Curry tatsächlich wie eine Suppe z.B. mit einem Stück Naan (ich schließe das aus Deinen Worten “das Curry auf tiefe Teller verteilen, mit den Nüssen und dem frischen Koriander bestreuen und einen großen Löffel in die Hand nehmen”), oder eignet es sich auch zum Zusammengenießen mit Reis?

    Liebe Grüße und weiter so,
    Lea


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