Ich bin kein Sommerkind. Für mich ist die schönste Jahreszeit immer noch der Herbst. Gegen diese letzten heißen Tage des Jahres allerdings kann ich mich wohl kaum verwehren – morgens in kurze Shorts zu schlüpfen und ihnen erst vor dem Schlafengehen wieder entsteigen zu müssen ist für mich ein unschlagbarer Luxus. Ich liebe diese Badewannentemperaturen, die einen so herrlich träge werden lassen und die Stadt ein bisschen zum Stillstand bringen. Ich liebe eiskalten Caffè Shakerato, Wassermelonen-Gurkensalat mit Feta morgens mittags abends, Fahrradfahren mit nackten Armen und bloßen Füßen und die Gleichzeitigkeit von schwarzen Johannisbeeren, Himbeeren, Kirschen, Pfirsichen, frischen Feigen, aromatischen Tomaten, sonnengereiften Auberginen und den ersten Pilzen.

Und ich liebe Feierabende, die mit einem Aperitiv beginnen. Geh’ mir weg, Aperòl Spritz, halte dich gut fest, lieber Hugo! Hier kommt the one and only, der wahrhaft königliche, echte und einzigartige Kir Royal.

 Damit wäre eigentlich schon alles gesagt. Naja, fast alles. Für einen richtig guten Kir Royal braucht man auf jeden Fall eine richtig gute Crème de Cassis. Selbstgemacht, versteht sich. Nichts ist schließlich schöner, als bei brütender Sommerhitze in der heiligen Kombüse zu schwitzen und eimerweise schwarze Johannisbeeren durch die Flotte Lotte zu drehen. Bis am Ende dieser wunderbar aromatische, tiefviolette, dichte, samtig-sündige, sommersonnenschwere Likör im Kupfertopf glänzt.

Aufgegossen mit Crémant, ist das für mich der Inbegriff des Sommers. Eines Sommers, der dem anreisenden Herbst schon ein bisschen zuwinkt – und es noch einmal so richtig wissen will.

 

Crème de Cassis

Für diese Crème de Cassis wird als Basis Rotwein statt reiner Branntwein verwendet, daher ist diese Variante milder und nicht ganz so stark wie das klassische Rezept.

Zutaten:

750 g schwarze Johannisbeeren
ca. 1 l Rotwein (z.B: Côtes du Rhone oder Spätburgunder)
750 g Zucker je kg Saft (siehe Zubereitung)
60 ml Obstbranntwein

Zubereitung:

1. Ein großes Einmachglas (ca. 1,5 l) mit kochend heißem Wasser ausspülen und im 100 °C heißen Backofen trocknen lassen, damit es steril ist. Die schwarzen Johannisbeeren waschen, trocken tupfen und von den Rispen zupfen. In das Einmachglas geben, mit dem Rotwein aufgießen (die Früchte sollten alle vollständig von der Flüssigkeit bedeckt sein) und mind. 2 Tage im Alkohol mazerieren lassen.

2. Die Beeren abgießen, dabei den zur Mazeration verwendeten Rotwein auffangen. Die Beeren durch die feine Lochscheibe einer Passiermühle (Flotte Lotte) drehen. Den gewonnenen Saft mit dem aufgefangenen Rotwein vermengen.
Jetzt die Flüssigkeit abwiegen: Für jedes Kilogram Flüssigkeit 750 Gramm Zucker hinzufügen. Alles aufkochen und ca. 10-15 min. köcheln lassen, bis der Saft ganz leicht eingedickt ist (klappt am besten in einem Kupfertopf).

3. Den Saft durch ein feinmaschiges Sieb abgießen und den Obstbranntwein hinzufügen. Die fertige Mischung in sterilisierte Flaschen füllen und gut verschließen. Vor dem Verkosten am besten einen Monat ruhen lassen.

 

 

9 Kommentare zu “Last calling for: Crème de Cassis (schwarzer Johannisbeerlikör)”

  1. multikulinaria

    Ich freue mich jedes Jahr wie Bolle über die in der Pampa gepflanzten und scheinbar nur von mir entdeckten Schwarzen Johannisbeerbüsche nahe der Dauerbaustelle Airport Schönefeld.
    Dann will jeweils wohlüberlegt sein, was mit der kostbaren Beute anzustellen ist. Letztes Jahr hatte ich einen Likör aus schwarzen Johannisbeeren angesetzt. Der war schon mal gut. Nächstes Jahr probiere ich dein Original aus. Klingt superb. Die diesjährige Ernte habe ich als Tomaten-Johannisbeersalat mit Minze verspeist. Auch sehr fein.

  2. Nele Büsing

    Ich liebe Crème de Cassis und ich kann es förmlich schmecken, wie viel besser dein Likör ist, als der fertig gekaufte.
    Aromatische schwarze Johannisbeeren, sind definitiv auch eine der tollen Dinge am Sommerende. :)

    Liebe Grüße,
    Nele

  3. Sophie

    Ich freu’ mich sehr, wenn du mein Rezept nachkochst! :-)

  4. Miriam

    Hm, das sieht aber lecker aus! :) Leider ist der Sommer ja nun entgültig vorbei, aber Johannisbeeren kann man ja zum Glück so gerade noch kaufen. Vielleicht mache ich die Crème de Cassis am Samstag mal nach! :)
    Aperòl Spritz mag ich nämlich so gar nicht und Hugo, naja, den hab ich langsam eigentlich über, so oft, wie man den mittlerweile schon getrunken hat. ;)
    Danke für das tolle Rezept und liebe Grüße,
    Miriam

  5. Kathrin

    Oh hört sich das guuut an!

  6. Mahée Ferlini

    Ich habe gesucht nach Rezepte mit Creme de Cassis, denn jemand mir eine Flasche geschenkt hat.

  7. Michelle

    super lecker! wir haben den likör zu weihnachen gemacht. vielen dank für das rezept :) ich wünsche dir ein schönes neue Jahr!!

  8. Levi

    Ich kann dir nur zustimmen, Feierabende, die mit einem Aperitiv starten, sind bei mir auch herzlichst willkommen :-). Dein tolles Crème de Cassis Rezept werde ich diesen Monat auf jeden Fall testen, damit im Frühjahr dann die Verkostung stattfinden kann. Bin gespannt, ob es bei mir auch so gut klappt!

  9. Tatjana

    Creme de Cassis – hört sich nicht nur gut an, sondern sieht auch schön aus. Tolle Bilder :)
    ♥-Grüße Tatjana


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