Meine Woche fängt mit Vogelgezwitscher und Frühlingsgefühlen an. Mit diesem mehr als lieb gewonnenen Kaffee-ans-Bett-Ritual, einem noch sehr frischen, daher noch nicht ritualisierten Home-Office-Programm samt spontaner Arbeitsplatzverlagerung ins Café um die Ecke. Und den Qualen Freuden des Kochens in einer Kombüse. In den letzten Wochen ist die Kölner Kombüse des Kerls zu meinem natürlichen Küchenhabitus geworden, auch wenn ich mich hier und da schwer mit der suboptimalen Ausstattung tue. Also gibt es Suppe. Grüne Zwiebelrahmsuppe oder: sahnig-samtiges Frühlingszwiebelsüppchen. Mit Kresse und Croutons und nach einem Rezept eines alten Bekannten, Sebastian Dickhaut, der schon zu Basic Cooking-Zeiten so manches Mittag- wie Abendessen gerettet hat.

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The final countdown: Silvester-Phở

Ich bin nicht gerade der klassische Silvestertyp. Groß angekündigte Ereignisse mit Tusch, Böller und Trara lösen in mir oft das Bedürfnis aus, lieber im Kleinen, Stillen zu feiern und die ganze Sache mit der Sause auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Dieses Jahr allerdings muss mal wieder eine standesgemäße Neujahrshuldigung sein, wir begießen das alte ganz ungezwungen in kleiner, feiner Runde und betanzen das neue in etwas größerer. Und ich habe tatsächlich Lust darauf: Auf das Lichtermeer am Himmel, auf die Explosion der Sinne und auf das ein oder andere Feuerwerk in all unseren Herzen, wenn man sich umarmt und gemeinsam in eine neue Runde rüberschwappt.

Man muss das mögen. Ich finde, das steht nicht jedem Jahr. Aber wenn man sich darauf einlässt, kann der kollektive Rummel doch ganz unterhaltsam sein.

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 Der Herbst, ok, auch der gerade einsetzende Winter, sie wären wohl nur ein müder Abklatsch ihrer selbst, eine verblichene Kopie aus einem abgelaufenen Kalenderblatt, ohne nicht wenigstens ein bauch- und seelenschmeichelndes Kürbissuppenrezept. Allein das satte Leuchten der orangerot gefüllten Schüsseln wirkt in Sekunden und verspricht … ja, was eigentlich? Einigen wir uns auf das sofortige Einsetzen dieses wohlig-warmen Gemütlichkeitsgefühls, das auch schummriges Kerzenlicht, der Duft frisch gebackenen Brots und die olle, schrecklich fusselnde, aber superweiche Kuscheldecke bei uns auslösen.
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Montags mach’ ich Minestrone …

 

… natürlich ginge es zur Not auch ohne. Allerdings, was wäre das (Alltags-)Leben bloß ohne die Glück und Kraft spendende Wirkung einer dampfenden Schüssel Gemüsesuppe? Für meinen derzeitigen Arbeitgeber Viani entstand vergangene Woche dieser italienische Eintopfklassiker mit viel Petersilie, Parmesan und verschiedenen Hülsenfrüchten darin. Kurz vor dem Tauchbaden des Löffels kam ein ordentlicher Schuss des frisch eingetroffenen Olio Fresco dazu. Das erste Öl unseres abruzzesischen Olivenölbauern Ursini ist der Knaller, kaltgepresst und ungefiltert, von grasgrüner Farbe, vor allem aber samtig, ach was sag ich: cremig, fruchtig und mit einer perfekt eingebundenen Schärfe und feinen Bitternote im Mund.
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Über Verstorbene soll man nicht schlecht reden, heißt es:„De mortuis nihil nisi bene“. Daher bleibt mir wohl nur, meinen dahingeschiedenen Pürierstab mit ein paar Dankesworten in die ewigen Jagdgründe hinüber gleiten zu lassen – und mich über meinen Neuzugang zu freuen. Der Neue ist größer, hübscher und stromlinienförmiger und hat deutlich mehr Feuer unterm Hintern, pardon, den Schneidezähnen. Auch wenn die Farbe nicht so ganz in meine Küche passt: Ich glaube, wir werden ein gutes Team.

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Weiße Weihnachten waren es ja nun nicht und auch sonst war mein diesjähriges Fest der Liebe etwas anders gestaltet als gemeinhin üblich. Statt Tannenbaum, Flitterkram und großfamiliärem Bescherungsmarathon gab es Entschleunigung, Musik und Zweisamkeit in Köln, ein paar vertanzte, vor allem aber viele ruhige, dem Zeit-Raum-Kontinuum enthobene Stunden sowie eine erfolgreich absolvierte Bratengeburt an Heiligabend. Pünktlich zu den Feiertagen präsentierte sich dann eine allerfeinste Erkältung und legte mir-nichts-dir-nichts die erwartungsvoll in Genussposition gebrachten Geschmacksnerven lahm. Schade eigentlich.
Kurzerhand wurde das Kaninchen (geplant: in Estragon-Dijonsenfsauce mit Kerbel-Kartoffelstampf) auf(s) Eis gelegt, stattdessen gab es Fürsorge, Weihnachts-TV und Suppe. Es gibt nichts, dass sich nicht mit einem wärmenden Süppchen und ein paar warmen Umarmungen richten ließe. Und wenn schon nicht Weihnachten weiß ist, dann eben das Essen.
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Als vor knapp drei Wochen Spotify und Lecker.de bei mir (und anderen Foodboggern) anklopften und nach meinem derzeitigen Lieblings-Winterrezept samt zeitlich abgestimmter Playlist fragten, war ich gerade auf besagter Tour de Force und ein wenig überfordert mit der Koordination dieser Aufgabe. Zwar konsumiere ich Musik in mindestens ebenso hohen Dosen wie Kaffe, Riesling oder Honig und würde niemals (niemals!!!) ohne Kopfhörer aus dem Haus gehen. Aber den Herd, auf dem das Lieblings-Winterrezept zwangsläufig entstehen muss, sehe ich momentan ebenso selten wie das Tageslicht. Ich bin einfach viel zu wenig Zuhause.
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Ich weiß nicht, was mich momentan mehr ausnockt: Die inzwischen siebte Bänderzerrung in Folge oder die Badewannentemperaturen da draußen. Wobei ich das Wort „baden“ gerade gar nicht hören mag, denn genau das würde ich ja gerne – darf aber nicht. Nun ja, Not hat schon immer erfinderisch gemacht, und wenn äußere Kühlung schon nicht möglich ist, schafft wenigstens jene von innen Abhilfe.
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Ich weiss, wir wünschen uns alle sehnlichst den Sommer herbei, einen Sommer voller Kirschen, Eis und Sonnenbrand auf der Nase, mit Sandalengarantie statt Regenschirmphobie und endlos langen Grillabenden. Trotzdem kann ich es mir einfach nicht verkneifen, schnell noch meine liebsten Frühlingsrezepte rauszuschicken, die sich in den vergangenen Wochen angestaut haben.
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Schnürlregen? Hagelschauer? Weltuntergangszenarien? Macht mir doch nichts! Ich habe eine Kapuze an meinem Parka, schlagfeste Boots an den Füßen und einen Suppentopf auf dem Herd, randvoll mit leuchtend rotem Magenwärmer. Wenn ich jetzt noch trocken nach Hause käme, der Herd sich von alleine einschalten würde und die Schüssel Beine hätte, wäre alles in Butter.
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