Der Herbst, ok, auch der gerade einsetzende Winter, sie wären wohl nur ein müder Abklatsch ihrer selbst, eine verblichene Kopie aus einem abgelaufenen Kalenderblatt, ohne nicht wenigstens ein bauch- und seelenschmeichelndes Kürbissuppenrezept. Allein das satte Leuchten der orangerot gefüllten Schüsseln wirkt in Sekunden und verspricht … ja, was eigentlich? Einigen wir uns auf das sofortige Einsetzen dieses wohlig-warmen Gemütlichkeitsgefühls, das auch schummriges Kerzenlicht, der Duft frisch gebackenen Brots und die olle, schrecklich fusselnde, aber superweiche Kuscheldecke bei uns auslösen.
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Montags mach’ ich Minestrone …

 

… natürlich ginge es zur Not auch ohne. Allerdings, was wäre das (Alltags-)Leben bloß ohne die Glück und Kraft spendende Wirkung einer dampfenden Schüssel Gemüsesuppe? Für meinen derzeitigen Arbeitgeber Viani entstand vergangene Woche dieser italienische Eintopfklassiker mit viel Petersilie, Parmesan und verschiedenen Hülsenfrüchten darin. Kurz vor dem Tauchbaden des Löffels kam ein ordentlicher Schuss des frisch eingetroffenen Olio Fresco dazu. Das erste Öl unseres abruzzesischen Olivenölbauern Ursini ist der Knaller, kaltgepresst und ungefiltert, von grasgrüner Farbe, vor allem aber samtig, ach was sag ich: cremig, fruchtig und mit einer perfekt eingebundenen Schärfe und feinen Bitternote im Mund.
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Über Verstorbene soll man nicht schlecht reden, heißt es:„De mortuis nihil nisi bene“. Daher bleibt mir wohl nur, meinen dahingeschiedenen Pürierstab mit ein paar Dankesworten in die ewigen Jagdgründe hinüber gleiten zu lassen – und mich über meinen Neuzugang zu freuen. Der Neue ist größer, hübscher und stromlinienförmiger und hat deutlich mehr Feuer unterm Hintern, pardon, den Schneidezähnen. Auch wenn die Farbe nicht so ganz in meine Küche passt: Ich glaube, wir werden ein gutes Team.

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Weiße Weihnachten waren es ja nun nicht und auch sonst war mein diesjähriges Fest der Liebe etwas anders gestaltet als gemeinhin üblich. Statt Tannenbaum, Flitterkram und großfamiliärem Bescherungsmarathon gab es Entschleunigung, Musik und Zweisamkeit in Köln, ein paar vertanzte, vor allem aber viele ruhige, dem Zeit-Raum-Kontinuum enthobene Stunden sowie eine erfolgreich absolvierte Bratengeburt an Heiligabend. Pünktlich zu den Feiertagen präsentierte sich dann eine allerfeinste Erkältung und legte mir-nichts-dir-nichts die erwartungsvoll in Genussposition gebrachten Geschmacksnerven lahm. Schade eigentlich.
Kurzerhand wurde das Kaninchen (geplant: in Estragon-Dijonsenfsauce mit Kerbel-Kartoffelstampf) auf(s) Eis gelegt, stattdessen gab es Fürsorge, Weihnachts-TV und Suppe. Es gibt nichts, dass sich nicht mit einem wärmenden Süppchen und ein paar warmen Umarmungen richten ließe. Und wenn schon nicht Weihnachten weiß ist, dann eben das Essen.
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Als vor knapp drei Wochen Spotify und Lecker.de bei mir (und anderen Foodboggern) anklopften und nach meinem derzeitigen Lieblings-Winterrezept samt zeitlich abgestimmter Playlist fragten, war ich gerade auf besagter Tour de Force und ein wenig überfordert mit der Koordination dieser Aufgabe. Zwar konsumiere ich Musik in mindestens ebenso hohen Dosen wie Kaffe, Riesling oder Honig und würde niemals (niemals!!!) ohne Kopfhörer aus dem Haus gehen. Aber den Herd, auf dem das Lieblings-Winterrezept zwangsläufig entstehen muss, sehe ich momentan ebenso selten wie das Tageslicht. Ich bin einfach viel zu wenig Zuhause.
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Ich weiß nicht, was mich momentan mehr ausnockt: Die inzwischen siebte Bänderzerrung in Folge oder die Badewannentemperaturen da draußen. Wobei ich das Wort „baden“ gerade gar nicht hören mag, denn genau das würde ich ja gerne – darf aber nicht. Nun ja, Not hat schon immer erfinderisch gemacht, und wenn äußere Kühlung schon nicht möglich ist, schafft wenigstens jene von innen Abhilfe.
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Ich weiss, wir wünschen uns alle sehnlichst den Sommer herbei, einen Sommer voller Kirschen, Eis und Sonnenbrand auf der Nase, mit Sandalengarantie statt Regenschirmphobie und endlos langen Grillabenden. Trotzdem kann ich es mir einfach nicht verkneifen, schnell noch meine liebsten Frühlingsrezepte rauszuschicken, die sich in den vergangenen Wochen angestaut haben.
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Schnürlregen? Hagelschauer? Weltuntergangszenarien? Macht mir doch nichts! Ich habe eine Kapuze an meinem Parka, schlagfeste Boots an den Füßen und einen Suppentopf auf dem Herd, randvoll mit leuchtend rotem Magenwärmer. Wenn ich jetzt noch trocken nach Hause käme, der Herd sich von alleine einschalten würde und die Schüssel Beine hätte, wäre alles in Butter.
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Um ein schwer mit Lachstatar beladenes Crostino auf einem frisch gekochten Brunnenkressesuppenspiegel zu platzieren, braucht man eine ruhige Hand oder ein bisschen Übungsmaterial in petto. Irgendwie hatten meine Schiffchen aber allesamt Schlagseite und so wurde selbst nach Montage eines wellenbrechenden Sockels ein B(r)ötchen nach dem anderen von der grünen Brandung verschlungen. Weiterlesen »


Was ist heute für ein Tag? Ich sag’s euch: Ekelwetter-Tag. Das ist traditionell der Tag, an dem man sich schon morgens ein dickes Stück Schokolade in den Mund schiebt, um den Serotoninspiegel hochzujagen. Heute trage ich außerdem meine gelbe Kullerkette, um die fehlende Sonne modisch auszugleichen. 22 kleine Sonnen baumeln nun schwer an meinem Hals und erinnern mich daran, dass wir dieses Jahr auch schon ein paar schöne Tage hatten.
Heute allerdings scheint sich eine ungewaschene Gardine über den Himmel gelegt zu haben.
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