Trends und ich. Es ist eine Hassliebe. Natürlich weiß ich, was kulinarisch gesehen gerade ein MUST ist. Aber genau da fängt bei mir die Schwierigkeit schon an. In MUST steckt müssen, und wenn es um meine Freizeit geht, reagiere ich auf allzu viele Verpflichtungen ein wenig allergisch. Boykott ist manchmal der erste Impuls, gefolgt von einer kritisch-vorsichtigen Testrunde. Erst dann, wenn mich das Ergebnis wirklich überzeugt, hole ich das Surfbrett raus und reite ein wenig auf der Modewelle mit. Weiterlesen »

Wir nannten ihn Trüffelheini. Und sein Name war Programm. Nie wieder habe ich eine so üppig mit Suchtstoff bedeckte Pasta gegessen wie in jenem urigen kleinen Ristorante im Hinterland des Gardasees. Die Erinnerungen sind nicht mehr rasiermesserscharf, ich war damals vielleicht sieben oder acht. Aber ganz sicher waren es die 80er, eine Zeit, als die sagenumwobenen Aromabomben noch unverschämt erschwinglich waren.

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Da wären wir also. 16 Verrückte, pardon, FOODverrückte, aus allen Ecken Deutschlands plus eine gute Handvoll Londoner. „Da“, damit meine ich das kleine Nest San Marco di Castellabate, das gerade aus seinem Winterschlaf erwacht – Ende März gibt es hier noch keine Touristen, die große (Nord-)Italienische Osterwelle ist noch nicht angerollt und die Dorfbewohner fangen langsam, gaaaaaanz langsam an, die Bürgersteige herunterzuklappen und die Betten auszuschütteln. Mitten in diesen gemächlichen Frühjahrsputz poltern wir herein – und haben Hunger. Und Durst. Und Lust auf das ein oder andere kulinarische Abenteuer. So eines wie das vom „Tri Tra Trufalo“ aus Stevan Pauls heiß geliebtem Kurzgeschichtenband Schlaraffenland, die tatsächlich (ich weiß es!) genau so passiert ist. Und zwar hier, im Cilento.

 

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Wenn einer eine Reise tut … sollte er gefälligst die Arbeit zuhause lassen. Ein Spruch, den ich mir eigentlich schon vor langer Zeit hinter die Löffel geschrieben habe. Trotzdem bin ich, weil’s am Ende wieder knapp wurde, mit zwei liegen gebliebenen Texten im Gepäck los geflogen. Kein Wunder, dass ich etwas gebraucht habe, in den Urlaubsmodus reinzurutschen, auch wenn es mir unsere Bleibe für die erste Etappe im Grunde denkbar einfach gemacht hat. Nur der Kopf wollte halt mal wieder nicht wie er sollte.

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Liebe Freiluftfanatiker, liebe Sommerhungrige!

Heute will ich eure Hände sehen. Und zwar an der Tastatur, mit Klick ins Kommentarfeld oder dem Zeigefinger auf dem Sende-Button. Der Sommer ist endlich zurück und es gibt etwas zu gewinnen. Biergartenfeeling, feinstes Grillgelage und dazu die Küchenjonglage der besten Guerilleros unter der Sonne. Während „unsere Jungs“ in Brasilien geschwitzt haben, haben die Jungs von der Kitchen Guerilla die Kohlen gewetzt und die Messer gesmoked. Ihr wisst nicht, worum es geht? Der Mobile Biergarten ist wieder da! Und der erste Halt der diesjährigen Tour ist – was sonst – Berlin.

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Hätte mein geschätzter Kochkollege und Kamerad Marco Kramer vom Marieneck nicht den Kölner Summer of Supper ins Leben gerufen, wäre meine seit Jahren dahingurgelnde Idee von „Stadt Land Food“ wohl für immer in der Planungsphase stecken geblieben. Gottseidank aber gibt es gute Freunde und so etwas wie glückliche Fügungen, die einem mit vereinter Kraft einen kleinen Tritt in den Allerwertesten verpassen. So sei es also: Am kommenden Samstag, den 12. Juli, feiert mein erster Supper Club-Abend Premiere, zusammen mit der grandiosen Simone von Pi mal Butter lasse ich für euch im Marieneck in Köln-Ehrenfeld die Teller, Töpfe und die Puppen tanzen.

Die erste gute Nachricht: Es gibt noch ein paar Karten. Und die zweite: Es wird verdammt gut.

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Herzhaft in ein Stück Cedro zu beißen und dabei zu beobachten, wie dem Gegenüber die Gesichtsmuskeln entgleiten, macht einen Heidenspaß. Das letzte Mal, dass ich mir diesen erlaubt habe, ist noch gar nicht so lange her und die Reaktion von Stefan war bilderbuchmäßig: Erst verzieht er das Gesicht, dann schaut er auf die frisch aufgeschnittenen, knallgelben Cedri-Scheiben, zuletzt auf mich (die ich genüßlich kaue), bis er schließlich die Frage stellt, die allen Augenzeugen dieses Moments auf der Zunge brennt: „Du isst Zitronen einfach so, wie Äpfel ???!“

Tue ich, lieber Stefan, und zwar mit voller Inbrunst. Allerdings nur diese einen, diese ganz besonderen, dickhäutigen Verwandten der handelsüblichen Zitrone, die es nur von Januar bis März gibt und deren höckerige, grobporige Schale ein zum verrückt werden köstliches Inneres verbirgt.

Oder vielmehr: Das Köstliche IST. 

Cedri isst man der Schale wegen. Die Schale ist das Wunder. Nur die Schale zählt.

 

Leider ist es nicht gerade einfach, an die sonnengeküßten Aromabomben heranzukommen. Die Sizilianer wissen, was sie an ihren Zedernfrüchten haben, und weil die Nachfrage hierzulande (noch) nicht besonders groß ist, haben sie auch nur wenige Gemüsestände im Angebot. Nachhaken, beharrlich bleiben und eine Großbestellung ankündigen kann manchmal helfen. Meine persönliche Cedri-Quelle ist allerdings bombensicher, da mein Arbeitgeber. Und so fröne ich bis zum Ende der Saison noch im Zitronenhimmel, dort, wo alle braven Mädchen hinkommen, wenn sie ordentlich die Rezeptbücher gewälzt und ihren Blog gepflegt haben.

 

 

Was man alles mit den Dingern machen kann, mal abgesehen vom viel zu faden Zitronat. Cedri zum gekräuterten Schweinefilet aus dem Ofen! Cedri mit getrockneten Tomaten unter eine schlichte Pasta gehoben! Cedri orientalisch, mit Kardamomöl beträufelt zu Couscous, Lamm und gerösteten Mandeln! An Hähnchenspießen! Gebratenen Garnelen! Oder wie hier, mit cremigem Büffelmozzarella, feinbitterem Radicchio und aromatischem Koriander. Wenn man dann noch ein kräftiges, sizilianisches Olivenöl im Haus hat und ein gutes, leicht knuspriges Salz, kann man einen Haken hinter den täglichen Genussmoment machen.
Hallo lieber Magen, die Sonne geht auf!

 

 

Der Stefan hat übrigens an diesem Tag nicht nur ein richtig schönes Foto von mir gemacht, sondern später auch noch herzhaft von der Cedro-Scheibe abgebissen. Hin und weg war er. Niedlich verblüfft. Womit mal wieder bewiesen wäre, dass hinter jeder rauen Schale ein verdammt feiner Kern/Kerl steckt.

Achso, ja, wie schmeckt sie eigentlich, die Cedro? Wie eine elegante Zitrone ohne beißende Säure, dickfleischig, aromatisch, nach Sonne pur. Ein leichter Bitterton vielleicht, ja, der ist im Nachhall vorhanden, aber nur, um die zarte Süße des Mesokarps, der dicken weißen Fruchtschale, zu konterkarieren.

 

Carpaccio di Cedri mit Radicchio, Koriander und Thaischalotten

(für 4 Personen als Vorspeise)

Zutaten:
1-2 feste Cedri (je nach Größe)
etwas Zitronensaft
Olivenöl nativ extra
Salz, frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

½ Radicchio Trevisano (am besten die kleinen Blätter)
ein paar Stiele frischer Koriander
2-3 Thaischalotten (oder kleine Schalotten)
1 große Kugel Büffelmozzarella

Zubereitung:

1. Die Cedri heiß waschen und mit einem Gemüsehobel, der Aufschnittmaschine oder einem scharfen Messer in möglichst dünne Scheiben schneiden. Fächerförmig auf einen Teller legen und mit reichlich Olivenöl begießen. Die Thaischalotten häuten, evtl. halbieren oder in feine Streifen schneiden, zu den Cedri-Scheiben geben. Alles ca.1 Stunde ziehen lassen, dann gut salzen, pfeffern und nach Geschmack mit etwas Zitronensaft beträufeln.

2. Den Radicchio waschen und trocken schleudern, große Blätter evtl. in feine Streifen schneiden. Den Koriander waschen und trocken schütteln, Blättchen von den Stielen zupfen. Den Büffelmozzarella aus der Lake nehmen und abtropfen lassen. In Scheiben schneiden oder mit den Händen grob zerzupfen.

3. Radicchio, Koriander und Thaischalotten auf den Cedri-Scheiben verteilen. Zusammen mit dem Büffelmozzarella verspeisen. Oberleckerst!

Tipp: Wer keine rohen Zwiebeln mag, kann die Schalotten auch in etwas Olivenöl anbraten oder mit etwas Zucker karamellisieren.

Wie fühlt sich das eigentlich an, ein halbes oder vielleicht sogar ein ganzes Jahr in der Welt unterwegs zu sein? Ich habe in letzter Zeit immer mehr Leute in meinem Freundes- und Bekanntenkreis, die sich für die Dauer von mehreren Monaten aus dem Alltag ausklinken und auf Reisen gehen. Außerdem lese ich gerade das Buch von Meike Winnemuth und vergehe vor Fernweh. Ein unglaublich reizvoller Gedanke: Das normale Leben für eine gewisse Zeit auf Eis legen. Die Segel hissen, die Seile kappen. Exakt elf Jahre ist es her, dass ich das auch gemacht habe, mit so wenig Balast wie möglich: einem Schlafsack nebst Isomatte und Zelt, 2 Fleecejacken, einem Campingkocher, einem Tagebuch, Musik. Hätte ich heute noch einmal diese Möglichkeit, wäre natürlich meine Kamera mit im Rucksack.
Denn die Welt durch die Linse zu sehen, hat meine Art des Reisens komplett verändert.

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PROST! Hoch die Tassen! Auf das Leben mit all seinen Höhen und Tiefen, den guten wie den miesen Momenten, den „Die Welt gehört mir“-Tagen ebenso wie den „Decke über den Kopf“-Stunden, Nebel-Blues wie Sonnenbrand. Es gibt schließlich immer ein Morgen, ein „und dann…“ – und darauf stoße ich an.
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life is constant change

Es gibt Neuigkeiten. Eine Menge. So viele, dass mir der Kopf schwirrt und ich beim besten Willen nicht weiß, wo ich anfangen soll.
Vielleicht so:
Alles wird gut!
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