Dieses Mal, spricht das Kollektiv, wollen wir alles. Hoch aufs Siegertreppchen, rein in die Herzen der Welt und überhaupt: Uns mit Ruhm bekleckern, so richtig. Während unsere Jungs sich also in Brasilien einen abrackern und unter der Sonne schwitzen, heize ich schon mal den Grill an und kleckere mich beim Salat zubereiten mit Gorgonzoladressing voll – Solidaritätsbekundungen sind das große Ding während der WM.

Man darf dieses Jahr also klotzen UND kleckern, auf dem Rasen, vor dem Bildschirm und von mir aus auch während der Küchenaction. Von diesem Dressing sollte man ohnehin eine große Menge auf Vorrat machen, damit man nicht während des Spiels in die Bredouille gerät. Mitfiebern macht schließlich hungrig.

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„Weniger ist mehr.“ Wahrscheinlich habe ich diesen Satz hier schon drei Dutzend Mal geschrieben – und mit Sicherheit nur halb so oft gemeint. Zu groß ist meist der Appetit auf die doppelte Portion und das Verlangen nach einem Nachschlag, und eigentlich sind wir doch alle ein bisschen maßlos. Aber manchmal stimmt sie eben doch, diese altkluge Phrase, vor allem jetzt wo der Sommer naht. Da probt man schon mal die Kunst des Weglassens und tastet sich in Richtung Leichtigkeit vor – nicht nur bei der Wahl der Kleidung, sondern auch was jene der Zutaten betrifft.

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„ Rotkäppchensalat mit Erdbeeren“

Als Kind habe ich mich oft gefragt, was für einen Kuchen Rotkäppchen da in seinem Korb hatte, den es zur kranken Großmutter tragen sollte. Donauwelle mit Schokoguss? Erdbeerkuchen? Oder doch eine dicke Käse-Sahne-Torte mit Biscuitboden? Was für mich damals wie die Erfüllung schlaraffenlandähnlicher Träume klang, würde mir heute selbst nach einem so ausdauernden Waldspaziergang wie Wackersteine im Magen liegen. Da halte ich mich doch lieber an den mitgelieferten Rotkäppchen-Sekt… äh, ich meine, den Wein. Oder wie war das gleich noch mal im Original?

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Komm schon, lieber Frühling. Raus aus den Puschen und rein in die leichten Slipper. Ich weiß, offiziell ist dein Auftritt noch gar nicht genehmigt worden, aber du kannst dir doch eine Tarnkappe aufsetzen und dich heimlich still und leise unter die Wintertrolle schmuggeln. Ist ja bald Karneval, da fällt das nicht so auf. Und ich wette, wenn du erstmal deine knackig-feinen Aromen auf den Tisch gepackt hast, hat keiner mehr Lust auf dicke Suppe.
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Wie sich das bei mir so entwickelt hat, „das mit dem Essen und dem Kochen.“ Ich weiß es ja selbst nicht so genau. Trotzdem wollen das immer alle wissen. Und irgendwann stellt man sich die Frage selbst.
Eins ist klar: Ich kann nicht immer essen. Aber ich kann immer über Essen nachdenken. Im Grunde geht das rund um die Uhr. Und am besten klappt es, wenn nachts die Welt den Atem anhält.

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In der Küche bin ich ein Wolf. Oder halt, eigentlich vielmehr ein Fuchs. Gibt doch nichts Schöneres, als sich für zwei, drei Stündchen in seinen Bau zurückzuziehen und in aller Seelenruhe ein Lamm zu reißen an einem neuen Rezept zu tüfteln. Ihr wisst ja: Füchse sind gar keine Rudeltiere.

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Die Erdbeersaison hält dieses Jahr ungewöhnlich lange an und kitzelt ein höchst seltsames Einkaufsverhalten aus mir heraus. Normalerweise bin ich Ende August schon auf Frühherbst programmiert und die Werkseinstellung hat im Kopf bereits Pflaumen, Birnen und Äpfel angelegt. An den üppigen roten Früchten aber kommt mein Bauch nicht vorbei und erhebt Einspruch. Er möchte noch einmal im Sommer schwelgen und den Warenkorb mit Sonnenstrahlen fluten. Kann ich ihm das verwehren?
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Manchmal frage ich mich, ob ich statt des 10er-Tickets für den Rollercoaster nicht doch besser eine Dauerkarte für das Bierzelt hätte wählen sollen. Ein bisschen schunkeln, ein bisschen anstoßen, ein bisschen sich das Leben schön trinken und dann, wenn die Zelte schließen, im weichen Gras den Rausch ausschlafen. Das Leben könnte so herrlich unbekümmert sein und obendrein ist man so gut wie nie allein.
Bei mir allerdings, fürchte ich, sind Hopfen und Malz verloren. Meine Wahl fällt eigentlich immer auf die Achterbahn.

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Manche Gerichte müssen ganz spontan entstehen. Dann nämlich, wenn man eine absolut geniale, höchst saisonale oder schwer aufzutreibende Zutat („Hirschhornwegerichsalat!“) auf dem Markt ergattert hat und mit einem fetten Grinsen im Gesicht („this made my day“) nach Hause schlendert. Schon während des Drehens und Wendens („was für Schönheiten!“), Prüfens und Probierens („hmm, nussig und würzig“) hat der Kopf die Fantasiemaschinerie angeschmissen und nun rattert das Ding mit Affentempo durch das kulinarische Gedächtnis, reißt hier einen gustatorischen Baum um und hebt dort ein paar (Zubereitungs-) Gewohnheiten aus den Angeln, bis es endlich mit einem lauten Schnauben vor dem Rezepteblock zum Stehen kommt und sich sintflutartig über die Seite ergießt.
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Es müsste hier, zuallererst, jetzt wohl ein mit Bedacht formulierter Comeback-Text stehen. Ein kleines „Pardon“ für die lange Sendepause, oder, besser noch, ein hübscher Erklärungsansatz, zu dem ich mich wortreich aufschwinge. Der mein Fortbleiben und die Stille hier auf dem Blog zu rechtfertigen versucht. Und dann in einem Rutsch die Erlebnisse, Gedanken und Gerichte der letzten Monate in sinnvoll verdichteter Form zusammenfasst. Ich habe es ziemlich oft probiert, in Abendstunden, an Sonntagvormittagen, in den seltenen Momenten der Ruhe, mich bemüht, die Rückkehr so lässig wie möglich zu gestalten und mir nicht den Kopf über jedes einzelne Wort zu zerbrechen. Überhaupt: Die Worte wieder zu finden. Aber sie wollten sich einfach nicht richtig anfühlen, Woche für Woche, Monat für Monat, vom Herbst über den Winter bis in den Frühling hinein. Und jetzt ist es Juni. Wenn ich es heute schaffe, diese alte Möhre von Blog endlich wiederzubeleben und auf den „Veröffentlichen“-Knopf zu drücken, werde ich mir ein Glas Wein einschenken und mir selbst zuprosten.
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