Was macht Yotam Ottolenghi, wenn er nicht gerade in seinem Londoner Home-Office über neuen vegetarischen Rezepten brütet? Er schnappt sich einen Billig-Flieger und jettet mal eben kurz nach München, um sich ein Grillhend’l zu gönnen. Denn wie wir wissen, kann der gute Ottolenghi nicht immer nur Grüngemüs’ essen, sondern braucht ab und zu auch mal was Ordentliches zwischen die Zähne. Wir haben’s ihm gestern nach Feierabend gleich getan und sind mit der Tupperschüssel bewaffnet in den Biergarten am Wiener Platz gefahren, um zu testen, wie gut sich seine Salatkreationen mit dem Münchner Nektar vertragen.
Die Bärlauchzeit ist schon fast vorüber und ich habe noch kein einziges Bärlauch-Gericht gepostet. Mag ich das Zeug überhaupt noch? Will ich die Weiten des World Wide Web mit einem weiteren Rezept überfrachten? Letztes Jahr habe ich mich noch im Leipziger Auenwald am aromatischen Knoblauchwunder gütlich getan, denn dort wächst jedes Jahr ein grüner Teppich von der Größe einer Kleinstadt heran. Hier in München ist die Ausbeute zwar ungleich geringer, aber es gibt ihn: im Englischen Garten, im Garten meiner Mutter, im Supermarkt für Dreieurofuffzig das Bund. Der Rohstoff ist also vorhanden, nur der Appetit auf Bärlauch ist dieses Jahr ziemlich schwach ausgeprägt.
Als H. und ich vor einigen Wochen versuchten, zwei schmale Küchenregale über der Arbeitsplatte links vom Herd anzubringen, um meiner stetig wachsenden Kochbuchsammlung endlich einen würdevollen Platz zu geben, krachte die obere Reihe noch während des Belade-Vorgangs mit Karacho herunter. Schuld daran ist natürlich die fehlerhafte Konstruktion eines namhaften schwedischen Möbelherstellers und nicht etwa die Bücher, die doch gar nicht so schwer sein können. Ist ja fast nur leichte Küche drin: Fisch, mageres Fleisch, Salate und jede Menge vegetarische Rezepte. Man lebt ja gesundheitsbewusst (*zwinker*).
Blattsalate mit Pfifferlingen? Gab es hier doch schonmal. Im Juli, damals abgelichtet in Hamburg auf der Redaktionsterrasse, bei gut 26 Grad. Heute zeigt das Thermometer fiese 8 Grad, H.’s Münchner Dachgeschosswohnung hat keine Terrasse, beim Joggen friere ich wie ein Schneider und die gute Laune ist auf Null, weil ich nur den linken Handschuh wieder gefunden habe.
Wo ist der Rechte? Ist Leibesertüchtigung unter widrigen Bedingungen gesund oder bekloppt? Und was esse ich heute zu mittag?
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I’m back!
Unglaublich, wie hier sechs Wochen ohne nur einen einzigen Eintrag vergehen konnten. Der Lohn für die unfreiwillige Koch- und Blog-Abstinenz: Alle Abschlussprüfungen abgehakt, überlebt und bestanden.
Dann: FREIHEIT!
Außerdem: H. zurück aus New York.
Und: 5 Tage Schottland.
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In diesem Bild ist ein kleiner Fehler versteckt. Wer findet ihn?
Riiiischtisch. Ein Buch gehört nicht auf den Esstisch. Lässt sich aber momentan nicht vermeiden – die Nichterfüllung des wegen mangelnder Motivation selbstauferlegten Lernplans macht mich unruhig. Außerdem steigert Kauen die Konzentrationsfähigkeit (laut einer Studie im Auftrag einer bekannten Kaugummimarke) oder wie eine Kommilitonin mal meinte: Kauen beruhigt.
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Es ist wieder soweit: Das Lernfieber hat mich gepackt und niedergestreckt. Der Wohnzimmertisch gleicht einem Schlachtfeld, auf dem sich Bücher, Folianten, Skripte, Zettelfetzen, Spitzer, Spitzerbrösel und abgekaute Bleistifte türmen. Mein MacBook ächzt. Es würde lieber Foodfotos bearbeiten als sich mit Medientheorien beschäftigen.
Nützt aber nichts. Also sag ich mir den ganzen Tag: Endspurt! und: “baldistallesvorbeiganzsicherwirstduesschaffenundjetztmachendlichlos!”
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16 °C zeigte das Thermometer gestern, dann versank Hamburg im Dauerwolkenguss. So schön die kurze Abkühlung nach der Hitzephase auch war: Wenn’s nach mir ginge, dürfte es jetzt mal wieder trocken und warm werden. Mein Appetit auf Eis, Kirschen und Beeren ist noch nicht annähernd gestillt und auf meinem Schreibtisch stapeln sich dutzende ungekochter Sommerrezepte.
Außerdem wollte ich doch noch Blumen kaufen und Töpfe umpflanzen, um den tristen Balkon (im übrigen der tristeste der ganzen Straße) wenigstens für die letzten Sommerwochen ein wenig aufzupäppeln. Ich kann den traurigen Blick meines einsam vor sich hinlebenden Chilistrauchs einfach nicht mehr ertragen. Poor thing!
Wo bekommt man eigentlich einen guten Friesennerz her? Den hab ich nämlich bitter nötig, wenn das hier mit diesem Schietwetter so weiter geht. Muss ja nicht sein, dass einem das Wasser frühmorgens vom Nacken durch die Hose rinnt. Ab Oktober ist das okay, aber ich bin mental noch nicht auf Sockenauswringen eingestellt.
Was macht man bloß mit so einem verregneten Wochenende?
Lösung Nr. 1: Tee, Kekse, DVD’s gucken.
Lösung Nr 2: Aus der Not eine Tugend machen und die Lücke in der Schönwetterfront für ein herbstlicheres Gericht nutzen. Pilze vielleicht. Ein Schmorgericht. Oder Feldsalat und Speck und aromatische Birnen. Okay, dann gibt es also heute…..
Feldsalat mit Birnendressing, Speck und Sesambrösel
Das hier ist eine Avocado-Mango-Salsa. Mit viel Koriander und noch mehr Schweiß zubereitet (nicht als Grundzutat missverstehen). Aber nicht etwa, weil es so heiß war, sondern mein Puls seit gut einer Woche auf Hochtouren lief.
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In Haidhausen in München gibt es ein ganz zauberhaftes Cafè/Bistro, das Kloster, das inmitten von kleinen niedrigen Häuschen liegt, so dass man sich ein bisschen wie ein Hobbit fühlt. Abgeschlossen vom Rest der Welt, geht hier alles einen etwas langsameren Gang.
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